1. Bundesliga 16/17
| 10.26 Uhr

Eintracht-Trainer
Kovac: "Niemand sollte eine Relegation durchmachen müssen"

Eintracht-Profis feiern die Rettung
Eintracht-Profis feiern die Rettung FOTO: afp
Nürnberg. Eintracht Frankfurt rettet sich nur dank der Relegation. Trotzdem hält Trainer Niko Kovac von dem Format gar nichts. Von Gianni Costa

Es wäre durchaus ein angemessener Zeitpunkt für große Emotionen gewesen. Doch Niko Kovac saß einfach nur schlapp auf seinem Stuhl im überfüllten Presseraum, der stark an eine Dreifachturnhalle erinnerte. Er sprach ganz leise in das Mikrofon, seine Stimme überschlug sich nicht vor Freude über den Klassenerhalt mit Eintracht Frankfurt in der Relegation nach dem 1:0 (Hinspiel 1:1) beim 1. FC Nürnberg. "Glauben sie mir, ich habe mir schon einen Termin beim Kardiologen gemacht", sagte der Trainer der Hessen und es huschte sogar ein Lächeln über sein Gesicht, weil er sich so über seinen kleinen Spaß freute.

Diese aufreibende Zeit jedenfalls, wünschte er sich, solle niemand mehr durchmachen müssen. "Sie müssen sich doch nur das Gesicht von HSV-Trainer Bruno Labbadia im vergangenen Jahr anschauen." Die Hamburger hatten erst auf den allerletzten Drücker die Klasse gegen den Karlsruher SC verteidigt.

Kovac war durchaus bewusst, dass er mit dieser Aussage seinem Arbeitgeber den direkten Abstieg gewünscht hätte. Denn die Eintracht hat sich am letzten Spieltag als 16. des Klassements überhaupt erst für die beiden Entscheidungsspiele qualifiziert. Seit 2009 gibt es den Modus wieder, dass das drittschlechteste Team der Bundesliga gegen das drittbeste Team der 2. Bundesliga noch einmal zwei Chancen bekommt, eine miese Saison doch noch zu korrigieren. In acht Duellen seit der Wiedereinführung hat sich sechsmal der höherklassige Verein durchgesetzt. Nur 2012 schaffte es Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC und 2009 die Eintracht gegen Energie Cottbus.

Auch dieses Mal war es über beide Partie gesehen eine klare Sache - es hätte normalerweise keiner irgendetwas verdient gehabt. Die Frankfurter waren keineswegs eine Klasse besser, aber sie haben es immerhin geschafft, in zwei Begegnungen je einen Treffer zu erzielen. Dieses Kunststück ist den Nürnbergern nicht gelungen. Eintracht-Verteidiger Marco Russ traf im Hinspiel ins eigene Tor, aus eigener Kraft wäre den Franken vermutlich auch nicht in 25 weiteren Entscheidungsspielen offensiv etwas gelungen. Sie waren einfach viel zu harmlos, um energischer Ansprüche geltend zu machen. Dementsprechend harte Kost waren die Aufeinandertreffen von Frankfurt und Nürnberg mindestens für den neutralen Zuschauer. Die eigene Anhängerschaft konnte wenigstens den Nervenkitzel daraus ziehen, bis zum Schluss im Unklaren zu sein, wo das eigene Team in der nächsten Saison spielt.

Kovac hat für sich eine Lösung gefunden, um auch aus den Nürnbergern Sieger zu machen und auf die künstliche Saisonverlängerung zu verzichten. "Eine Aufstockung auf 20 Mannschaften in der Bundesliga wäre aus meiner Sicht das Vernünftigste", sagte er. "In anderen großen Ligen geht das doch auch. Dann kann es gerne drei Absteiger geben und wir könnten uns die Relegation ersparen. Es mag eine gute TV-Quote bringen. Aber ästhetisch ist es nicht das Beste." 

Da wollte ihm niemand widersprechen.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Eintracht Frankfurt: Niko Kovac trotz Rettung gegen Relegation


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.