Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 1:1 (0:0): Elfmeter rettet Stuttgart einen Punkt
zuletzt aktualisiert: 27.02.2005 - 19:35Leverkusen (rpo). Der VfB Stuttgart hat sich bei Bayer Leverkusen einen Punkt erkämpft. Allerdings hatten die Schwaben Glück: Schiedsrichter Franz-Xaver Wack verhängte in der 87. Minute nach einem Foul an Kevin Kuranyi einen Elfmeter zum Endstand 1:1.
Den Elfmeter verwandelte der Brasilianer Cacau mit seinem 10. Saisontreffer zum 1:1 (0:0)-Endstand. Sieben Minuten zuvor hatte der Bulgare Dimitar Berbatow die Werks-Kicker mit seinem 12. Tor in Führung gebracht, nachdem die Bayer-Elf zuvor wie schon bei der 1:3-Niederlage in der Champions League beim FC Liverpool sehr leichtfertig mit ihren Chancen umngegangen war. Durch das Remis behaupteten die Rheinländer den fünften Platz, während der VfB weiterhin auf Position sechs plaziert ist.
Für den größten Aufreger vor der turbulenten Schlussphase sorgte in der 14. Minute Stuttgarts Ex-Nationalspieler Markus Babbel, der Bayer-Torjäger Berbatow als letzter Mann am Trikot festhielt und umriss. Schiedsrichter Wack entschied zunächst auf weiterspielen. Nach Abschluss der nächsten Spielsituation befragte er den Schiedsrichter-Assistenten, pfiff nachträglich Freistoß für Leverkusen und zeigte Babbel die Gelbe Karte. Ein Platzverweis für den Ex-Münchner wäre jedoch angemessen gewesen.
Wack sorgte in der 41. Minute ein zweites Mal für Aufregung vor 22.500 Zuschauern. Nach einem Schuss von Jacek Krzynowek aus 20 Metern entschied er zunächst auf Abstoß. Nachdem die Szene im Stadion-TV nochmals gezeigt wurde und die Abwehr-Reaktion von Stuttgarts Torwart Timo Hildebrand erkennbar war, revidierte der Unparteiische seine Entscheidung und entschied jetzt auf Eckball. Ganz still und heimlich hatte es somit den ersten "TV-Beweis" im deutschen Profi-Fußball gegeben.
Hochtaktisches Duell
Beide Teams lieferten sich ein auf hohem taktischen Niveau stehendes Duell, in dem die Gastgeber über weite Strecken deutlich die Akzente setzten. Berbatow, Andrej Woronin und Krzynowek ließen jedoch etliche gute Gelegenheiten aus. Die Schwaben brauchten eine lange Anlaufphase, um das Bayer-Tor ernsthaft in Gefahr zu bringen. Erst in der 62. Minute war es Kapitän Zvonimir Soldo, dessen Kopfball von Bayer-Schlussmann Jörg Butt per Reflex pariert wurde.
Die Hausherren hatten vor allem im Mittelfeld durch quirligen Robson Ponte in der ersten Halbzeit ein Übergewicht. VfB-Spielmacher Alexander Hleb tat sich hingegen schwer, den Spielrhythmus seiner Mannschaft zu bestimmen. Der Weißrusse wurde jedoch im zweiten Durchgang stärker und war auch an den Großchancen von Nationalstürmer Kevin Kuranyi (71. und 74.) beteiligt.
Auf Seiten der Gastgeber zeichneten sich neben Ponte vor allem Krzynowek und der Brasilianer Juan aus. Der Südamerikaner verletzte sich in der zweiten Halbzeit, hielt aber angesichts der personellen Misere in der Defensive durch. Beim VfB war der Portugiese Fernando Meira in der Innenverteidigung der auffälligste Akteur. Außerdem zeichneten sich Soldo und Torwart Hildebrand aus.
STATISTIK ZUM SPIEL
Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 1:1 (0:0)
Leverkusen: Butt - Schneider, Callsen-Bracker, Juan, Placente - Freier, Ramelow, Ponte (75. Donovan), Krzynowek (84. Bierofka) - Berbatow, Woronin (65. Franca)
Stuttgart: Hildebrand - Hinkel, Meira, Babbel, Stranzl - Soldo - Tiffert, Hleb, Meißner (85. Szabics) - Cacau, Kuranyi
Schiedsrichter: Wack (Biberbach)
Tor: 1:0 Berbatow (80.), 1:1 Cacau (89., Foulelfmeter)
Zuschauer: 22.500 (ausverkauft)
Beste Spieler: Ponte, Juan, Krzynowek - Meira, Soldo, Hildebrand
Gelbe Karten: Juan (5/1), Schneider (4), Callsen-Bracker, Berbatow - Meißner (5/3), Soldo (5/2), Cacau (5/1), Babbel (4)
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