TV-Vertrag mit ARD und ZDF: Es fehlen nur noch Details
zuletzt aktualisiert: 14.04.2008 - 10:49Frankfurt/Main (RPO). Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sind sich im Hinblick auf die Verlängerung des TV-Vertrages "weitgehend einig", wie DFB-Präsident Theo Zwanziger am Montag erklärte.
"Wir sind uns weitgehend einig über eine Verlängerung bis 2012, doch wir müssen noch eine Fülle von Details klären, und deshalb ist der Abschluss bisher keineswegs perfekt", sagte Zwanziger in einer Presseerklärung.
Das Fachblatt "kicker" hatte berichtet, dass der Kontrakt bereits unter Dach und Fach sei. Neben den A-Länderspielen soll das umfangreiche Paket auch die Frauen-Länderspiele, die neue 3. Liga, die künftig dreigeteilte Regionalliga, die Frauen-Bundesliga, den DFB-Pokal der Frauen und den Frauen-Hallenpokal umfassen.
ARD und ZDF sollen auch weiter über den DFB-Pokal der Männer berichten können, allerdings soll es hierbei zu einer gravierenden Änderung kommen. Es könnte sein, dass der DFB-Pokal nicht nur im bisherigen Umfang bei den öffentich-rechtlichen Sendern übertragen wird, sondern zusätzlich parallel im Pay-TV bei Premiere. "Ob dies allerdings realisierbar ist, müssen erst die Gespräche zeigen, die der DFB mit dem Pay-TV-Sender Premiere bereits aufgenommen hat", hieß es von Seiten des DFB.
Der augenblickliche TV-Vertrag mit ARD und ZDF läuft bis zum 30. Juni 2009 und soll für einen Fünf-Jahres-Zeitraum mit rund 390 Millionen Euro dotiert sein. dieser Kontrakt beinhaltet ein bis zum 30. Juni 2008 befristetes Erstverhandlungsrecht für die SportA, der gemeinsamen Vermarktungsagentur von ARD und ZDF. Von diesem Recht haben die öffentlich-rechtlichen Anstalten in den zurückliegenden Wochen Gebrauch gemacht.
"Es ist noch einiges zu tun"
"Es ist kein Geheimnis, dass wir mit gerne mit ARD und ZDF weitermachen würden. Wir bekennen uns zu der Verpflichtung, dass die Länderspiele immer im frei empfangbaren Fernsehen zu verfolgen sind. Und da ARD und ZDF jetzt schon die Rechte für die Männer-WM 2010 und 2014 sowie die Frauen-WM 2011 erworben haben, liegt eine neue Vereinbarung nahe. Doch ich wiederhole mich: Bevor wir unterschreiben können, ist noch einiges zu tun", äußerte Zwanziger.
Jede Entscheidung stehe außerdem grundsätzlich unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien des DFB, aber auch der von ARD und ZDF. Zur Wirksamkeit bedürfe die Vereinbarung außerdem einer kartellrechtlichen Prüfung.
Die vorerst letzte Verhandlungsrunde von ARD, ZDF und DFB fand am vergangenen Donnerstag (10. April 2008) in Frankfurt/Main statt. An ihr nahmen von DFB-Seite Zwanziger, Liga-Präsident Reinhard Rauball und Generalsekretär Wolfgang Niersbach teil. Die TV-Instalten waren vertreten durch den ARD-Vorsitzenden Fritz Raff, Intendant des Saarländischen Rundfunks, Thomas Gruber, Intendant des Bayerischen Rundfunks, sowie ZDF-Intendant Markus Schächter und -Verwaltungsdirektor Joachim Suchan.
Laut "kicker" war der Teilnehmerkreis des Frankfurter Treffens mit dem Bundeskartellamt abgestimmt. Mit Erlaubnis der Bonner Behörder durfte Rauball in seiner Funktion als 1. DFB-Vizepräsident an den Gesprächen teilnehmen. Das Kartellamt hat kürzlich wegen des Verdachts wettbewerbswidriger Absprachen eine "Informationssperre" gegen die Entscheidungsträger von DFB und Liga ausgesprochen, wonach diese nicht miteinander über Sponsoren und Partner sprechen dürfen.
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