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Sportclub gegen Club: Es geht ums sportliche Überleben

zuletzt aktualisiert: 17.04.2010 - 10:51

Nürnberg (RPO). Es geht um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga, um Arbeitsplätze, ums sportliche "Überleben" - doch das E-Wort ist vor dem Duell des SC Freiburg mit dem 1. FC Nürnberg tabu: "Zum 168. Mal: Das ist kein Endspiel. Die Saison endet auch in diesem Jahr am 34. Spieltag", sagt Nürnbergs Trainer Dieter Hecking über die Begegnung am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker).

Und sein Freiburger Kollege Robin Dutt dementiert, das verbotene E-Wort überhaupt in den Mund genommen zu haben.

"Wichtig" und "entscheidend", das gibt Dutt immerhin zu, sei das Duell des Tabellen-17. mit dem 14. schon. Deshalb gelte: "Dieses Spiel müssen wir gewinnen." Ganz wie bei einem Finale - nur mit dem Unterschied, dass der Sportclub auch bei einer Niederlage und dann möglicherweise fünf Punkten Rückstand auf Platz 16 noch Chancen hat. "Wenn wir verlieren, geht es immer noch um den Relegationsplatz. Nürnberg ist dann weg, aber wir sind nicht abgestiegen", sagt Dutt.

Mit dem möglichen Abstieg will sich im Breisgau ohnehin keiner beschäftigen. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir noch die Kurve kriegen", sagt Kapitän Heiko Butscher. Zumal der SCF drei seiner jüngsten vier Spiele zu Hause bestreiten darf, und auch der zuletzt angeschlagene Abwehrspieler Ömer Toprak wohl wieder mitwirken kann.

Dutt versucht trotzdem, seine Mannen zusätzlich zu motivieren - mit dem Verweis auf finanzielle Einbußen im Abstiegsfall. "Meine Spieler können alle ihre Verträge lesen. Und da steht in der zweiten Liga ein ganz anderes Gehalt als in der ersten", sagt er. Gerade im Thema, leistet er sich noch einen Seitenhieb auf den FCN und dessen Einkaufstour im Winter: "Es gibt Mannschaften, die sagen, sie hätten kein Geld, und solche, die tatsächlich kein Geld haben."

Doch auch beim 1. FCN hat man sich etwas einfallen lassen, um bei den bettelarmen Badenern zu bestehen. Am Freitag rief Hecking seine Profis bereits im Morgengrauen zu einem Frühstück zusammen, um acht Uhr startete dann der Teambus in Richtung Baden. "Wir müssen aus Freiburg etwas mitnehmen, egal wie", fordert er. Und obwohl die 1100 Plätze im Gästeblock nach dem Fehlverhalten einiger Club-Fans in Bochum unbesetzt bleiben müssen, hofft Nürnberg auf drei Punkte.

"So weit weg ist Freiburg fußballerisch auch nicht, wir fahren nicht ehrfürchtig da hin", sagt Manager Martin Bader, und Torhüter Raphael Schäfer stichelt: "Es gibt keinen Grund, das nicht locker anzugehen. Wir können entspannter mit dieser Situation umgehen als Freiburg." Hecking warnt, Freiburg sei "sehr laufstark und taktisch gut eingestellt", mithin also "gefährlich". Doch auch der Coach ist sich sicher: "Ich gehe davon aus, dass wir es schaffen."

Hecking hat bis auf den Langzeitverletzten Breno alle Mann an Bord, die Zuversicht ist groß. "Wir hatten hier schon viel, viel kompliziertere Situationen", sagt Bader. Vielleicht denkt er da auch an den 29. Mai 1999. Damals gewann Freiburg 2:1 beim Club, sicherte sich den Ligaverbleib - und stieß die Franken in den Abgrund.

Quelle: SID/chk

 
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