Favre nach dem Sieg über Lautern: "Es sind zehn Punkte, mehr nicht"
zuletzt aktualisiert: 11.09.2011 - 11:09Mönchengladbach (RPO). Dante überlegte kurz, lächelte dann süffisant und begegnete dem anhaltenden Höhenflug seiner Mannschaft mit einer Portion Ironie. "Ja", sagte der Brasilianer kurz und bündig auf die Frage, ob Borussia Mönchengladbach nach dem 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern und mit zehn Punkten auf dem Konto denn nun Bayern-Jäger Nummer eins sei.
"Wir sind lediglich auf einem guten Weg und müssen jetzt auch so weitermachen", fügte der Abwehrspieler dann aber an. Denn in Mönchengladbach will man trotz des dritten Saisonsiegs von solchen Gedankenspielen nichts hören.
Obwohl der Fast-Absteiger der vergangenen Saison nach fünf Spieltagen so viele Punkte auf dem Konto hat wie nach der gesamten Hinrunde der letzten Spielzeit. Und sich in der Spitzengruppe wiederfindet. "Letzte Saison hätten wir so ein Spiel nicht gewonnen", sagte Marco Reus, der ebenfalls mahnte, bloß so weiter zu machen.
Frankfurt als warnendes Beispiel
Dante führte der exzellenten Ausbeute der Borussen als warnendes Beispiel den Abstieg der Frankfurter Eintracht entgegen. Die habe nach der Hinrunde immerhin 25 Punkte gehabt und sei trotzdem abgestiegen. Zu präsent ist der Abstiegskampf der zurückliegenden Spielzeit rund um den Borussia-Park. Euphorie ist (noch) fehl am Platz, auch weil der Erfolg gegen den FCK ein hartes Stück Arbeit war. "Wir haben den Schwung aus der letzten Saison mitgenommen", sagte Stürmer Mike Hanke. Der Abstiegskampf habe alle zusammengeschweißt. Auch Dante sieht im Teamgeist den Schlüssel zum Erfolg. "Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Und ob nun Juan Arango oder ich das Tor mache, ist egal. Wir haben die drei Punkte."
Der Mann des Tages verschwand nach seinem Tor des Tages in der 58. Minute wortlos in die Kabine. Der eigenwillige Venezolaner ist nicht der große Redner, und dafür hatten ihn die Gladbacher auch nicht geholt. Arango sollte den Unterschied ausmachen, und nach einer maßgenauen Flanke von Tony Jantschke war er am langen Pfosten zur Stelle. "Wir wissen, dass er ein überragender Spieler ist", sagte Dante. Er müsse auch keine zwölf Kilometer pro Spiel laufen, versicherte der Brasilianer: "Er kann Spiele entscheiden. Dafür ist er da."
"Ein verdienter Sieg"
Die anhaltende Euphorie rund um die Borussia einzudämmen, ist derzeit Lucien Favres vorwiegende Aufgabe. "Es sind nur zehn Punkte, mehr nicht", sagte Favre. Der Schweizer betonte wie so oft, es werde eine schwere Saison und man müsse jetzt weiter Punkte sammeln. Nach dem Arbeitssieg gegen das Defensiv-Bollwerk der Pfälzer bei schwülem Sommerwetter war die Erleichterung aber zu spüren. "Es war sehr schwer, sehr eng, aber ein verdienter Sieg", sagte der 53-Jährige.
Das Gladbacher Luxus-Problem hätte der 1. FC Kaiserslautern gerne. Die weiterhin sieglosen Pfälzer stecken bereits zu diesem frühen Zeitpunkt in einer handfesten Krise. Zwei Punkte, ein Abstiegsplatz und eine in Gladbach nicht vorhandene Offensive sollten den Verantwortlichen Sorgen machen. Doch FCK-Boss Stefan Kuntz wollte davon nichts hören. "Wir verfallen jetzt nicht in die allgemeine Hysterie", sagte Kuntz. Man könne die Situation realistisch einschätzen, man habe noch Luft nach oben, sagte der 48-Jährige.
Kapitän Christian Tiffert hingegen hatte keine Antwort darauf, warum es nicht läuft beim FCK, der im Borussia-Park zwar defensiv gut stand, in der Vorwärtsbewegung aber kaum stattfand. "Wir haben uns in das Spiel reingebissen. Wir haben aber zu tief gestanden und waren in der taktischen Ausrichtung nach vorne nicht gut genug", sagte Trainer Marco Kurz. Eine einzige Chance in 90 Minuten ist zu wenig für die Ansprüche der Pfälzer. "Ich hoffe, dass der Knoten bald platzt", sagte Tiffert.
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