Gladbach verspielt 2:0-Führung: Es war nicht Bradleys Spiel
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2010 - 12:42Sinsheim (RP). Michael Bradley ist ein ehrgeiziger junger Mann. Einer, der am liebsten gewinnt, natürlich, und der es hasst, Fehler zu machen. Von daher war es am Freitag ein wenig erbaulicher Abend für den Amerikaner, denn das 2:2 der Borussen in Hoffenheim, das war überhaupt nicht sein Spiel.
Zweimal hatte Bradley die große Chance, den Ball ins Tor zu befördern: zunächst kurz vor der Pause, als er aber über die Latte zielte. Und dann, als es noch 2:1 stand, nach einem Zuspiel Karim Matmours, als er aber 1899-Torwart Timo Hildebrand anschoss.
"Das Ding muss ich machen, das war die große Chance, das Spiel klar zu machen", gestand Bradley später zähneknirschend. Mehr als die vergebenen Tormöglichkeiten wird ihn aber geärgert haben, dass er vor dem Anschlusstor der Hoffenheimer, das die Kraichgauer zurück ins Spiel brachte, im Mittelfeld den Ball verlor und dann Carlos Eduardo im Laufduell nicht hindern konnte, Vedad Ibisevic den Ball entscheidend aufzulegen.
In Sinsheim war somit Marcel Meeuwis, der den verletzten Thorben Marx wie gegen Nürnberg vertrat, der bessere Part der Gladbacher Doppel-Sechs. "Ich finde, ich habe ein gutes Spiel gemacht und viele Bälle erobert", sagte der selbst ernannte "Pitbull". Tatsächlich war Meeuwis unermüdlich unterwegs, grätschte und rackerte, um Hoffenheims flinken Offensivspielern die Räume zu nehmen. Bradley hingegen kam nicht in die Partie, er arbeitete vorn wie hinten fehlerhaft.
Nun ist es nicht die Art der Borussen, sich gegenseitig öffentlich an den Pranger zu stellen, wenn Fehler passiert sind. Das klingt dann so, zum Beispiel aus dem Mund von Rechtsverteidiger Tobias Levels, der mit einer tollen Flanke das 2:0 durch Roberto Colautti einleitete: "Es gab zwei, drei Situationen, wo wir allein vor dem Tor standen. Das hätten wir besser machen können. Und die Bälle wurden teilweise zu leicht weggegeben." Sportdirektor Max Eberl sprach von "einem unnötigen Ballverlust vor dem 2:1", ohne jedoch Bradley explizit zu erwähnen.
Der 22-Jährige muss indes nicht auf seine Fehler aufmerksam gemacht werden, er ist selbstkritisch genug, um nach so einem Spiel unzufrieden zu sein mit sich und dem Ergebnis seiner Arbeit. "Das ist aber Fußball. Wir haben einen Punkt mitgenommen, das ist das Positive. Wir schauen nun auf die nächste Woche", schloss Bradley dann die zeitgemäßen Betrachtungen aber auch ab.
Heute und auch morgen haben die Borussen frei, Dienstag geht die Vorbereitung auf das Treffen mit Freiburg am Samstag los. Beim Aufsteiger gab es in der Hinrunde ein böses 0:3. Eine gute Gelegenheit also, etwas aufzuarbeiten. Für Borussia im Allgemeinen. Und für Bradley im Besonderen. Denn ein Ehrgeizling wie er, der ist nach einem Spiel wie in Hoffenheim besonders motiviert zu zeigen, dass er es besser kann.
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