1. Bundesliga 16/17
| 09.47 Uhr

Bayern - Wolfsburg 5:1
Fünf-Tore-Gala: Lewandowski trifft einfach alles

Lewandowskis Fünf-Tore-Gala gegen Wolfsburg
Lewandowskis Fünf-Tore-Gala gegen Wolfsburg FOTO: afp, tk/ej
München. Robert Lewandowski schaute dem Ball im Spiel seines Lebens am Ende selbst nur noch ungläubig hinterher – und jedes Mal schlug er im Tor ein. "Das war Wahnsinn! Überwältigend", sagte der unglaublich treffsichere Pole nach seiner Fünf-Tore-Show für die Geschichtsbücher mit leuchtenden Augen.

Der schnellste Hattrick, der schnellste Viererpack, der schnellste Fünferpack - Rekorde aus mehr als 52 Jahren Bundesliga purzelten beim 5:1 (0:1) des FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg am Dienstag im Minutentakt.

Der Spielball, das Trikot und auch die "goldenen" Schuhe von Robert Lewandowski dürften Exponate für das Fußball-Museum werden. "Ich wollte einfach schießen und schießen", sagte der Held des Tages bei Sky, "das ist ein unglaublicher Abend! Ein super Gefühl."

Er habe gewusst, berichtete Lewandowski: "Nach dem 0:1 muss ich mindestens zwei Tore schießen." Er schoss nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit fünf! Drei Tore in 3:22 Minuten, vier in 5:42 Minuten, fünf Tore in unfassbaren 8:59 Minuten. Dank Lewandowskis Show und mit dem achten Pflichtspielsieg nacheinander zog der FC Bayern zumindest vorübergehend an Tabellenführer Borussia Dortmund vorbei, der am Mittwoch bei 1899 Hoffenheim antritt.

Als bislang letzter Spieler hatte der Duisburger Michael Tönnies beim 6:2 gegen den Karlsruher SC am 27. August 1991 fünf Mal getroffen, Tönnies erzielte damals auch den bislang schnellsten Hattrick (sechs Minuten).

Lewandowski wurde nach dem 0:1 durch Daniel Caligiuri (26.) gegen in Hälfte eins pomadige und zu langsame Bayern zur Pause eingewechselt - und er traf aus allen Lagen. Zunächst mit links zum 1:1 (51.), dann vier Mal mit rechts (52., 55., 57., 60.) - es war eine Gala, wie sie das deutsche Oberhaus noch nie erlebt hat. 75.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena bekamen vor Staunen ihre Münder nicht mehr zu. "Ich kann das nicht erklären", sagte auch Trainer Pep Guardiola.

24 Jahre habe er den Hattrick-Rekord gehalten, schrieb Tönnies auf der Facebook-Seite des MSV Duisburg: "Dass er jetzt weg ist, ist natürlich ein bisschen schade. Aber was Robert da hingezaubert hat, war einfach sensationell. Das haste dir verdient, Robert! Herzlichen Glückwunsch!"

Während Wolfsburg auch im 22. Pflichtspiel beim FC Bayern nicht gewann, feierten die Münchner dank Ausnahme-Stürmer "Lewa" (27) süße Revanche für die jüngsten Niederlagen in Liga und Supercup gegen die Wölfe.

Dabei sah es zunächst nach einem historischen Erfolg für Wolfsburg aus. Caligiuri bestrafte die 45 Minuten lang hilflosen Bayern mit einem Knaller in die kurze Ecke. Kurz vor der Pause traf Josuha Guilavogui aus über 50 Metern nach einem verunglückten Ausflug von Manuel Neuer nur den linken Pfosten des leeren Tores (38.).

Dann kam Lewandowski - und traf, wie er wollte. Bei zwei seiner Treffer benötigte er nicht einmal großartige Unterstützung. Die anderen legten ihm Xabi Alonso, Douglas Costa und Mario Götze auf. Wolfsburgs Abwehr um Rückkehrer Dante, der vor dem Spiel von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge mit Blumen verabschiedet wurde, schaute hilflos zu.

Lewandowski hätte seinen Traumabend sogar noch mit weiteren Toren garnieren können. In der 68. Minute scheiterte er an Torwart Diego Benaglio, in der 80. rettete Dante gegen seinen früheren Mitspieler.

(sid)
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