1. Bundesliga 16/17
| 19.47 Uhr

Bayern - Hoffenheim 2:0
FC Bayern trotzt Maulwurf und der Verletztenmisere

Bayern - Hoffenheim
Bayern - Hoffenheim FOTO: dpa, geb tmk
München. 1899 Hoffenheim? Der Gegner interessierte beim FC Bayern München vor und nach dem Spiel niemanden. Die heißen Themen rund um den wenig emotionalen 2:0 (0:0)-Pflichtsieg des enteilten Rekordmeisters gegen den Tabellen-17. der Bundesliga waren andere: die Maulwurf-Affäre und die Verschärfung der Personalprobleme durch die Verletzung von Javi Martinez.

Matthias Sammer hatte jedenfalls gut zu tun, als er bei Sky die aktuellen Themen abarbeitete. Nein, wiederholte der Sportvorstand die Ansage von Klubchef Karl-Heinz Rummenigge ("keine SOS-Lösungen!"), es werde keine Transfers geben. Und das, obwohl den FC Bayern die nächste schlechte Nachricht ereilt hatte.

"Das tut weh, aber es gibt nichts, was uns besser macht", sagte Sammer über die Verletzung von Martinez. Dessen neuerliche Knieblessur sei "keine große Geschichte", betonte Sammer, es könne aber sein, "dass was gemacht werden" müsse. "Das ist schon bitter", sagte Torhüter Manuel Neuer, "wir werden sehen, was wir da jetzt für Alternativen aus dem Hut zaubern." Der Innenverteidiger selbst gab via Twitter bekannt, er werde "bald zurück" sein. Wahrscheinlich erwarten ihn mehrere Wochen Pause.

Zum Thema Maulwurf: Sammer nannte den Bericht des kicker, in dem ein anonymer Bayern-Profi über Guardiola geklagt hatte, "völligen Schwachsinn". Für Franz Beckenbauer dagegen ist ein Spieler, der Interna ausplaudert, "relativ normal - jeder will seine eigene Presse haben".

Pressestimmen: "Tor oder Nichttor - Videobeweis überfällig" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Es wurde aber auch Fußball gespielt. Guardiola hatte sich in der Not - in Martinez fällt bereits der dritte Innenverteidiger aus - für eine defensive Dreierkette entschieden: Joshua Kimmich rechts, Holger Badstuber im Zentrum, David Alaba links. In ungewohnter Aufstellung setzten die Bayern ihren Siegeszug unbeirrt fort. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola bezwang ihren Lieblingsgegner dank des Doppeltorschützen Robert Lewandowski im 500. Spiel in der Allianz Arena recht mühelos.

Lewandowski brachte die diesmal wieder gewohnt dominanten Bayern in der 32. Minute in Führung. Mit seinem 19. Saisontor sorgte der Pole, der zuvor weitere gute Chancen vergeben hatte, auch für die Entscheidung (64.). Der eingewechselte Arturo Vidal traf außerdem den Pfosten (71.). Im 16. Vergleich mit dem Tabellenvorletzten aus dem Kraichgau war es für den Spitzenreiter der zwölfte Sieg (vier Unentschieden).

Kimmich, Badstuber und Alaba, die bei gegnerischem Ballbesitz von Kapitän Philipp Lahm unterstützt wurden, waren gegen auf Sicherheit bedachte Gäste kaum gefordert. 1899-Coach Huub Stevens ließ überraschend ohne Top-Torjäger Kevin Volland beginnen, Neuzugang Andrej Kramaric gab erst in der 41. Minute Hoffenheims ersten Torschuss ab.

Der FC Bayern dagegen drückte und drängte vor 75.000 Zuschauern, erspielte sich mit sehr rechtslastigem Spiel - meist über Arjen Robben - aber zunächst nur wenige zwingende Aktionen. Erst, als sich Douglas Costa mal über links zeigte, klingelte es: Lewandowski drückte den neunten Torschuss der Bayern aus kurzer Distanz über die Linie.

In der zweiten Halbzeit hielt Torhüter Oliver Baumann Hoffenheim im Spiel. Kramaric hätte den Münchner Chancenwucher bei einem Gegenstoß fast bestraft, als er Kimmich austanzte, den Ball aber am langen Pfosten vorbei schoss (56.). Kurz darauf machte Lewandowskis raffinierter Lupfer nach Zuspiel von Lahm alles klar.

(sid)
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