1. Bundesliga 16/17
| 18.45 Uhr

"Ekelig" erfolgreich
Ingolstadt will auch den Kölnern auf die Nerven gehen

Hamburg - Ingolstadt
Hamburg - Ingolstadt FOTO: dpa, mks kno
Ingolstadt . Der FC Ingolstadt ist stolz auf seine giftige Spielweise. Auch der 1. FC Köln soll das zu spüren bekommen. Ein Sieg am Dienstag wäre für die "Schanzer" auf dem Weg zum Klassenverbleib eine Menge wert.

Nach ihrer "Ekel"-Vorstellung gegen den Hamburger SV wollen die unbequemen Ingolstädter nun auch dem 1. FC Köln den Nerv rauben. Mit dem vierten Heimsieg nacheinander könnte die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl am Dienstag (20.00 Uhr/Live-Ticker) einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt in der Bundesliga machen.

Die Vorwürfe der Hamburger an ihrer Spielweise nach dem 1:1 am Samstag nahm Hasenhüttl locker. Als "ekelhafte Mannschaft" hatte Lewis Holtby die "Schanzer" beschimpft. "Mit Kampf alleine kommt man nicht weit. Wer meine Mannschaft darauf reduziert, tut ihr unrecht.
Ich freue mich über unsere spielerische Entwicklung. Wir haben Riesenfortschritte gemacht", betonte Hasenhüttl am Montag.

Mit Unverständnis reagierte auch immer noch Verteidiger Marvin Matip, der im HSV-Spiel bei einem Zweikampf einen Schneidezahn verlor. "Ich war nach den Äußerungen sehr sauer. Ich finde das despektierlich und nervig. Wir versuchen unser Pressing durchzubringen, es ist klar, dass es da zu vielen Zweikämpfen kommt", erklärte er. "Aber unser Pressing hat nur ein Ziel: Balleroberung. Wir wollen niemanden kaputt treten."

An eine Abkehr von ihrem Stil denken die Ingolstädter gar nicht. Schließlich hat ihnen das bissige und unbequeme Auftreten 30 Punkte nach 23 Spieltagen eingebracht. "Wir wollen hinten kompakt stehen, den Gegner so weit wie möglich von unserem Tor fernhalten und dann schnell in die Spitze spielen", sagte Angreifer Lukas Hinterseer. "Ich bin davon überzeugt, dass wir den vierten Sieg nacheinander packen können."

Özcan wieder im Tor

Als Neuling ist der FC Ingolstadt dem Ziel Klassenverbleib so nah. Bequem wird der Tabellenneunte aber lange nicht. "30 Punkte reichen noch nicht, das ist auch kein Understatement", sagte Hasenhüttl. "Es ist unser Ziel, in jedem Spiel Punkte zu holen", betonte auch Orjan Nyland, der beim HSV überraschend den Vorzug vor Stammtorwart Ramazan Özcan bekommen hatte. Nun muss der Norweger aber wieder weichen. "Nyland sollte in der Englischen Woche nur ein Spiel machen, ich wollte ihn in einem Auswärtsspiel sehen", sagte Hasenhüttl, der seine Mannschaft trotz Englischer Woche personell nicht groß ändern will.

Die Arbeit der Kölner, die nur einen Punkt weniger als die "Schanzer" haben, nötigt Hasenhüttl Respekt ab. Manager Jörg Schmadtke und der österreichische Trainerkollege Peter Stöger würden ihren Job beim FC "hervorragend" erledigen. "Sie sind überzeugt von der Art und Weise, wie sie spielen." Dieses Lob bekam Hasenhüttl auch zurück.

"Ich habe großen Respekt vor dem, was in Ingolstadt abgeliefert wird. Sie machen viele Dinge richtig gut. Anerkennung und Respekt sind bei mir sehr groß", sagte Stöger, dem ein Ausfall von Linksverteidiger Jonas Hector droht. Der Nationalspieler hat eine Prellung im Oberschenkel. 

Köln gedenkt verstorbenem Löhr 

Die Kölner werden beim Gastspiel in Ingolstadt zu Ehren ihrer am Montag im Alter von 73 Jahren verstorbenen Sturm-Ikone Hannes Löhr mit einem Trauerflor auflaufen. Zudem wird der FC den erfolgreichsten Bundesligatorschützen des Vereins (166 Treffer) am Samstag vor der Heimpartie gegen Schalke 04 (15.30 Uhr/Live-Ticker) mit einem Ehrenapplaus feiern. Das kündigte FC-Präsident Werner Spinner an.

Der langjährige Profi Löhr war nach seiner aktiven Laufbahn auch Trainer und Manager der Geißböcke. Für den FC bestritt er zwischen 1964 und 1978 381 Bundesliga-Spiele und gewann mit den Kölnern dreimal den DFB-Pokal und 1978 die Meisterschaft. 1968 wurde er mit 27 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig. Für Deutschland absolvierte Löhr 20 Länderspiele und war 1970 in Mexiko WM-Teilnehmer.

(dpa)
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