1. Bundesliga 17/18
| 18.16 Uhr

Schalke - Dortmund 2:0
Schalke bleibt vorerst die Nummer eins im Revier

Schalke - BVB: Bilder des Spiels
Schalke - BVB: Bilder des Spiels FOTO: rtr, RC
Gelsenkirchen. Mit seinem 2500. Bundesliga-Tor hat Schalke 04 den ersten Sieg im Revierderby seit vier Jahren gefeiert und bleibt die Nummer eins im Pott. Ausgerechnet Edelreservist Jewgeni Konopljanka, der erstmals seit Anfang Februar in der Startelf stand, ebnete den Königsblauen mit dem Jubiläumstreffer (49.) den Weg zum 2:0 (0:0) in der 174. Auflage des Klassikers.

Für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber in der 174. Auflage des Klassikers sorgte Naldo mit einem Traum-Freistoß in der 82. Minute. Der Brasilianer hatte bereits 141 Tage zuvor den Treffer zum 4:4 erzielt, nachdem Schalke bereits 0:4 zurückgelegen hatte.

S04-Boss Clemens Tönnies herzte innig Domenico Tedesco, anschließend ließ sich der sichtlich bewegte Trainer auf einer kleinen Empore von der Nordkurve feiern. Nach dem Derbysieg war aber nicht nur der 32 Jahre alte Coach außer Rand und Band, die Schalke-Fans bejubelten ebenso euphorisch ihren Scharfschützen und Derbyhelden Naldo sowie Jubiläums-Torschütze Jewgeni Konopljanka.

Tedesco feiert den Derbysieg mit Schalker Ultras FOTO: afp

"Das ist heute schon ein besonderes Gefühl, das dürfen und müssen wir genießen", sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel, nachdem sein Team seine Rolle als Nummer eins im Pott untermauert und einen riesigen Schritt Richtung Champions League gemacht hatte.

Mit 55 Punkten festigten die Gelsenkirchener, die erstmals seit dem 27. September 2014 den Erzrivalen bezwangen, den zweiten Tabellenplatz. Für den BVB wird es nach der zweiten Auswärtspleite in Folge eng mit der Königsklasse: Dortmund rutschte auf den vierten Rang ab.

S04 bejubelt verdienten Derbysieg FOTO: ap, mm

"Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt. Schalke hatte die besseren Chancen. Wir mussten nach dem Rückstand kommen, haben es aber nicht gut gemacht und es einfach verkackt", sagte BVB-Star Marco Reus nach dem Abpfiff bei Sky.

Konopljanka hatte nach einem Ballverlust von BVB-Kapitän Marcel Schmelzer die Vorlage von Daniel Caligiuri zum verdienten Führungstreffer genutzt. Schon vor dem 1:0 hatten die Gastgeber vor 61.786 Zuschauern in der ausverkauften Veltins Arena mehr für das Spiel getan, während Dortmund trotz hochkarätig besetzter Offensive wenig Angriffsschwung zeigte. Auch die Leidenschaft der Königsblauen fehlte den Gästen.

Tedesco hatte bei der Aufstellung für eine Überraschung gesorgt und zwei Dauerreservisten in die erste Elf berufen: Alessandro Schöpf und Konopljanka standen erstmals seit Februar beim Anpfiff auf dem Platz. U21-Europameister Max Meyer musste wieder auf der Bank Platz nehmen. BVB-Coach Peter Stöger vertraute dem Team, das vor einer Woche 3:0 gegen den VfB Stuttgart gewonnen hatte.

Das Spiel begann mit einer Schrecksekunde für die Gastgeber, als Torwart Ralf Fährmann nach einem Fehler von Thilo Kehrer in höchster Not vor Reus (1.) retten musste. Fährmanns Gegenüber musste sich wenig später bei einem Kopfball von Schöpf (5.) strecken.

Nach dem turbulenten Beginn beruhigte sich die Partie. Beide Mannschaften bemühten sich um Struktur im Aufbau und Organisation in der Defensive. Doch großes Risiko wollte niemand eingehen. Torchancen ergaben sich nur aus Standardsituationen: Reus scheiterte mit einem 25-m-Freistoß an Fährmann (23.), Kehrer köpfte völlig frei über das Tor (25.). Schalke bekam das Spiel danach besser in den Griff, der BVB agierte arg zurückhaltend.

Stöger reagierte zur Pause und brachte Weltmeister Andre Schürrle für den enttäuschenden Maximilian Philipp. Doch Offensivfußball boten die Königsblauen. Der BVB verstärkte nach dem Rückstand seine Angriffsbemühungen, doch die Schalker Abwehr um den zweikampfstarken Naldo, der seine starke Leistung mit seinem siebten Saisontor krönte, geriet nur selten in Bedrängnis. Am Ende war es eine perfekte Generalprobe für das Halbfinale im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Eintracht Frankfurt.

 
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