1. Bundesliga 16/17
| 11.18 Uhr

Viele Fragen, kaum Antworten
Nix ist fix: Was macht Heidel?

Porträt: Christian Heidel: Bürgermeister-Sohn, Klopp-Entdecker, Schalke-Manager
Porträt: Christian Heidel: Bürgermeister-Sohn, Klopp-Entdecker, Schalke-Manager FOTO: dpa, ve fdt
Mainz. Die Spekulationen um die Zukunft des Mainzer Managers Christian Heidel nehmen kein Ende. Sein Wechsel zu Schalke 04 gilt als wahrscheinlich.

Bleibt er oder geht er? Und falls er geht - wann wird das sein? Und wer kommt für ihn? Fragen über Fragen rund um Christian Heidel, und alle ohne klare Antworten. Der Manager des Bundesligisten FSV Mainz 05 schafft es stattdessen seit Wochen, alle Klarheiten um seine Person zu beseitigen. Immer wieder gibt der 52-Jährige mehrdeutige Aussagen zu Protokoll und überlässt die Interpretation der Öffentlichkeit, die seinen Wechsel zu Schalke 04 aber ohnehin als beschlossene Sache ansieht.

Dazu passt die bislang letzte Meldung, derzufolge der beim Ligarivalen Hannover 96 zurückgetretene Dirk Dufner der Top-Kandidat der FSV-Verantwortlichen um Präsident Harald Strutz auf die Heidel-Nachfolge sei. Wie die Allgemeine Zeitung erfahren haben will, soll Heidels Aufgabengebiet geteilt werden und Dufner (47) den Posten des Sportdirektors übernehmen.

Der frühere Sportchef des SC Freiburg soll sich bereits mehrfach mit Heidel getroffen haben. Seine jüngsten Besuche in der Mainzer Arena hätten aber keinen speziellen Hintergrund gehabt: "Ich bin auch häufig in Frankfurt."

Das ist Horst Heldt FOTO: ddp

Der gebürtige Mainzer Heidel, der seit 23 Jahren äußerst erfolgreich die Geschicke seines Heimatvereins bestimmt, wird seit Monaten von Schalke umworben und soll dort spätestens am Saisonende Nachfolger von Horst Heldt werden. Manche Medien berichteten gar schon von einer Einigung - obwohl Heidel noch bis 2017 beim FSV unter Vertrag steht.

Der frühere Autohändler sagt dazu bei jeder Gelegenheit folgenden, weitgehend inhaltslosen Satz: "Ein Vereinswechsel ist allenfalls dann ein Thema, wenn in Mainz alles geregelt ist." Wann wohl alles geregelt sein wird beim FSV? Im Winter? Im Sommer? Niemals?

Schmidt genervt vom Theater um Heidel

Zuletzt sah sich Heidel aber doch dazu genötigt, seine Loyalität zum FSV zu bekunden: "Man kann mir abnehmen, dass ich mit jeder Faser bei Mainz 05 bin. Nicht nur, weil es mein Arbeitgeber ist, sondern auch, weil mein Herz dort ist."

Und wenn Heidel auf Schalke ist? Wo ist dann sein Herz? Plötzlich in Gelsenkirchen? Diese Fragen sollten erlaubt sein. Schließlich hat Heidel immer erklärt, dass er Schwierigkeiten damit hätte, wenn auf seiner Geschäftsstelle beim FSV jemand arbeiten würde, der nicht Anhänger des Klubs ist.

Als Fan Heidels outete sich zuletzt Strutz - obwohl dem Präsidenten und dem Manager nicht mehr das allerbeste Verhältnis nachgesagt wird. "Wir tun alles dafür, um ihn dazu zu bewegen, über seine Vertragslaufzeit von 2017 hinaus zu bleiben", sagte Strutz.

Die Liebeserklärung des Präsidenten kommt nicht von ungefähr. Der Klubchef weiß nur zu gut, was der Verein Heidel zu verdanken hat. Der FSV würde ohne ihn nicht annähernd da stehen, wo er ist. Selten hat der Begriff "Macher" so gepasst wie bei Heidel.

Bei ihm laufen alle Fäden zusammen. Er ist das Gesicht für die Öffentlichkeit. Er trifft die wichtigen Entscheidungen. Er ist für die ständigen Transferüberschüsse verantwortlich. Er hat Jürgen Klopp und Thomas Tuchel auf die Trainerbank gesetzt. Er ist der eigentliche Star des FSV.

Das wissen auch andere - sogar der Boss des großen Schalker Rivalen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund schwärmte zuletzt: "Sollte er sich für Gelsenkirchen entscheiden, bekäme Schalke 04 einen Top-Mann."

(sid)
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