1. Bundesliga 16/17
| 20.07 Uhr

Schalke - Stuttgart 1:1
Schalke patzt nach Heidel-Coup

Schalke - Stuttgart
Schalke - Stuttgart FOTO: afp, sas
Gelsenkirchen. Der wegweisende Tag endete mit Pfiffen. Als wären sie geschlagen worden, schlichen die Spieler von Schalke 04 nach dem 1:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart in die Kabine. Die Bilanz der Königsblauen am Sonntag fiel zwiespältig aus: Erst holten die Bosse den Macher für die Zukunft, dann verspielten die Profis eine bessere Gegenwart.

Drei Stunden nach dem Ja des Aufsichtsrats zum neuen Manager Christian Heidel gaben sie eine Führung aus der Hand und verpassten den Sprung auf einen Champions-League-Platz. Auch Horst Heldt ärgerte sich darüber.

Der derzeitige Sportvorstand, der im Sommer seinen Platz für Heidel räumen wird, wies explizit darauf hin, dass nun nur noch das Sportliche zählt. "Die Zukunft ist jetzt geklärt. Wir müssen uns wieder auf die Gegenwart konzentrieren", forderte er. "Wir haben nichts zu verschenken. Ich möchte hier am liebsten auf einem Champions-League-Platz abschließen und so weit wie möglich in der Europa League kommen."

Winter-Neuzugang Younes Belhanda hatte mit seinem zweiten Bundesliga-Tor das frühe 1:0 für die Gelsenkirchener (14.) erzielt. Martin Harnik (74.) gelang der Ausgleich für die Schwaben, deren Siegesserie nach fünf Dreiern endete. Allerdings ist das Team von Trainer Jürgen Kramny seit acht Spielen ungeschlagen und auf dem besten Weg, sich im Mittelfeld festzusetzen.

"Wir haben das Gegentor etwas unglücklich bekommen, sind dann aber gut ins Spiel zurückgekommen. Der Ausgleich war verdient. Jetzt haben wir ein ordentliches Polster nach hinten, gucken aber noch nicht nach oben", sagte VfB-Offensivspieler Timo Werner.

Heidel, der im Sommer nach 24 Jahren den FSV Mainz 05 verlassen wird, hatte sich am Morgen dem Aufsichtsrat der Schalker offiziell vorgestellt. Das Gremium folgte seinem Vorsitzenden Clemens Tönnies, der Heidel als Nachfolger für Heldt auserkoren hatte, und stattete den neuen Sportvorstand mit einem Vierjahresvertrag mit angeblich zwei Millionen Euro Jahresgehalt aus. "Wir haben eine sehr gute Entscheidung getroffen", sagte Tönnies nach der Sitzung in Werl dem SID.

Als am frühen Abend der Ball in der Arena rollte, war Heidel schon wieder in Mainz. Im Stadion sah Heldt, dem nach fünf Jahren wegen vieler Transferflops und schlechter Trainerentscheidungen kein neuer Vertrag angeboten wurde, unkonzentrierte Schalker Anfangsminuten. Torhüter Ralf Fährmann verhinderte mit einer Glanzparade nach einem Schuss von Christian Gentner einen frühen Rückstand (6.).

Doch Schalke riss sich zusammen und kam mit der ersten gefährlichen Torszene zum 1:0: Nach einem Pass von Belhanda scheiterte Alessandro Schöpf noch an VfB-Keeper Przemyslaw Tyton, ehe der Marokkaner selbst den Ball ins Netz köpfte. Die Leihgabe von Dynamo Kiew feierte mit einem doppelten Salto.

Trainer André Breitenreiter hatte Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach der 88-minütigen Denkpause beim 0:0 in der Europa League bei Schachtjor Donezk zurück in die Startelf geholt. Sein Debüt in der Anfangsformation gab Schöpf, der in der Winterpause für fünf Millionen Euro vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg verpflichtet worden war.

Auch nach dem Rückstand bestätigten die Schwaben mit schnellen geradlinigen Angriffen ihre starke Form der vergangenen Wochen. Allerdings war meist spätestens bei Fährmann Endstation.

(sid)
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