1. Bundesliga 17/18
| 14.58 Uhr

Es kriselt in Hamburg
Fliehen die Spieler vor Labbadia?

Es kriselt in Hamburg: Fliehen die Spieler vor Labbadia?
HSV-Trainer Bruno Labbadia muss derzeit an vielen Fronten kämpfen. FOTO: ddp, ddp
Hamburg (RPO). Jerome Boateng wird mit Manchester City in Verbindung gebracht, Eljero Elia flirtet mit Bayern München – vor dem wichtigen Endspurt in der Bundesliga und in der Europa League weht ein Sturm der Unruhe über den Hamburger SV hinweg.

Neben den Gerüchten um die Spielerwechsel sorgt die Kabinen-Rangelei zwischen Tunay Torun und Ruud van Nistelrooy für Ärger, zudem vermisst Piotr Trochowski "Anerkennung" und über Trainer Bruno Labbadia sollen sich bereits Spieler bei Boss Bernd Hoffmann beschwert haben.

Labbadia reagierte entsprechend genervt, als er auf die Spekulationen um seine Zukunft angesprochen wurde. Immerhin hält sich neben den angeblichen Beschwerden über seinen Führungsstil auch hartnäckig das Gerücht, Bundestrainer Joachim Löw solle ihn im Sommer ablösen. "Ich nehme nur Sachen ernst, die man mir ins Gesicht sagt", meinte der Coach: "Für mich sind das Hosenscheißer, die anonym im Internet schreiben."

Der HSV braucht am Sonntag (17.30 Uhr/Live-Ticker) einen Auswärtssieg in Mönchengladbach, um aussichtreich im Kampf um die Europa-League-Qualifikation zu bleiben. "Unruhe gibt es nur, wenn man sich vom Gerede beeindrucken lässt, wir aber arbeiten gut", sagte Labbadia.

Dennoch ist der Traum von der Champions-League-Teilnahme ausgeträumt. Das sorgt für Frust bei Spielern, Funktionären und Fans. Die letzten Hoffnungen, die Saison doch noch versöhnlich abzuschließen, fokussieren sich auf das Europa-League-Finale am 12. Mai im eigenen Stadion. Am Donnerstag steht das Viertelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen Standard Lüttich an. "Das Letzte, was wir derzeit brauchen, ist Theater", sagte Kapitän David Jarolim, "mich nervt das Bild, das derzeit in der Öffentlichkeit vom HSV entsteht".

Seeler schaltet sich ein

Jetzt hat sich allerdings auch noch Idol Uwe Seeler eingeschaltet, untrügliches Zeichen dafür, dass die Lage ernst ist. "Die Spieler schöpfen ihr Potenzial nicht aus, sie müssen in die Verantwortung genommen werden. Alle müssen an einem Strang ziehen", erklärte der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft in der "Bild"-Zeitung.

Daran gab es zuletzt in der Tat große Zweifel. Die Spieler folgen zunächst ihren eigenen Interessen. Seit über einem halben Jahr bemüht sich der Klub, den Vertrag mit Jerome Boateng zu verlängern. Statt 800.000 soll er über zwei Millionen Euro im Jahr verdienen. Aber das wird nicht zu reichen.

Manchester City bietet über vier Millionen und kann auch die festgeschriebene Ablöse von zwölf Millionen Euro im Sommer locker zahlen. "Wir haben es nicht in der eigenen Hand, es gibt eine Klausel. Es wäre also fahrlässig, nicht darauf vorbereitet zu sein", sagt Labbadia mit Blick auf einen möglichen Transfer.

Der ehemalige Berliner Boateng scheint der nächste Spieler zu sein, der den HSV lediglich als Ausbildungsbetrieb und Durchgangsstation wahrnimmt. Das gilt auch für Eljero Elia, der schon bei seiner Verpflichtung im Sommer erklärt hatte, "dem Vorbild von Rafael van der Vaart" folgen zu wollen. Van der Vaart ging vom HSV aus zu Real Madrid

Elias Berater Fred Schouten hat angeblich schon ein Sondierungsgespräch mit Bayern München geführt. Eine Anfrage der Bayern beim HSV gibt es aber nicht. Der Niederländer besitzt einen Vertrag bis 2014 und dürfte bei einem Wechsel sehr teuer werden. Ist es da ein Zufall, dass er sich in einem Interview über eine falsche Behandlung durch die HSV-Ärzte beklagte?

Er musste anschließend beim Vorstand zum Rapport und bekam eine Geldstrafe. "Der Verein hat sich zu Elia geäußert, alles ist geklärt", sagt Labbadia, "man muss nicht alles ernst nehmen, was ein junger Spieler sagt."

(SID/seeg)
 
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