Fußball-Bundesliga: Fohlen nehmen Bayer ins Visier
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.08.2010 - 09:31Leverkusen (RPO). Auf die defensiven Mittelfeldspieler Thorben Marx und Michael Bradley kommt es am Sonntag besonders an, wenn die Mönchengladbacher in ihrem zweiten Punktspiel der Saison in Leverkusen antreten.
Es war eine untypische Szene für Thorben Marx: Sein verunglückter Kopfball landete beim Nürnberger Julian Schieber, und der eilte allein auf das Mönchengladbacher Tor zu. Doch Logan Bailly, der belgische Torwart der Borussen, verhinderte den Siegtreffer des „Club“, es blieb beim 1:1.
Normalerweise passieren Marx solche Fehler nicht. Der 29-Jährige ist in Gladbach für Ruhe und Ordnung im defensiven Mittelfeld zuständig - zusammen mit dem sechs Jahre jüngeren Michael Bradley. Das deutsch-amerikanische Duo bildet die so genannte Doppelsechs im 4-4-2-System von Trainer Michael Frontzeck.
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Marx, ein gebürtiger Berliner, ist im vergangenen Jahr als Stabilisator geholt worden und füllt diese Rolle routiniert aus. Er ist kein Künstler, sondern ein Arbeiter, einer mit einem guten Auge für Situationen und Pässe, einer, der lange Wege geht, ein Balltreiber. Fehlte Marx in der vergangenen Saison, hatte Borussia oft Schwierigkeiten. Bradley ist der offensivere Part im defensiven Mittelfeld, er schaltet sich mehr nach vorn ein, ist ebenfalls viel unterwegs.
Die „Sechs“ ist eine zentrale Position im modernen Fußball, „sie ist sehr wichtig“, weiß Marx. Die, die dort spielen, sollen zerstören und aufbauen zugleich. Die meisten Teams bieten inzwischen zwei Männer vor der Abwehr auf, so war es auch bei der Weltmeisterschaft zuletzt in Südafrika.
„Schalterspieler“ nennt Michael Frontzeck die, die dort spielen. Den Ball erobern, das eigene Spiel initiieren, das ist der Job. Sonntag in Leverkusen werden Marx und Bradley vor allem als Ordnungshüter tätig sein, sie sind zuvorderst verantwortlich für das, was Frontzeck Kompaktheit nennt und als eine entscheidende Voraussetzung für ein erfolgreiches Spiel seiner Mannschaft ansieht.
Im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg hat der Fußballlehrer diese zunächst vermisst, es gab Unordnung auf dem Rasen, die Franken hatten zu viel Raum. Marx und Bradley konnten das nicht verhindern, zu oft war der Gast in Überzahl. „Wenn wir uns das in Leverkusen erlauben, wird es komisch“, weiß Michael Frontzeck.
Michael Bradley sagt oft, dass er große Spiele mag. Für den Ehrgeizling sind sie eine Herausforderung. In Südafrika hat er seine Qualität im US-amerikanischen Team mehrfach gezeigt. Er spielte effizient, aber zumeist auch auffällig unauffällig und unspektakulär. Englische Klubs sollen an ihm interessiert sein, doch es gibt keine offiziellen Anfragen, und es ist für Gladbach kein Thema, Bradley abzugeben. Marx und er gehören laut Sportdirektor Max Eberl zur Achse des Teams.
Sie sind das Zentrum der Kompaktheit. Und darum am Sonntag beim rheinischen Gipfel in Leverkusen ganz, ganz wichtig.
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