Transfers in der Bundesliga: Fortuna holt die meisten Neuen
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 12.07.2012 - 08:04Düsseldorf (RP). Düsseldorfs Trainer Norbert Meier steht vor einer Herkulesaufgabe: Er muss mit dem stark veränderten Kader ein Team formen, das den Klassenerhalt schafft. Beim FC Bayern wartet auf Torjäger Mario Gomez ein erbitterter Konkurrenzkampf. Marco Reus ist der Königstransfer von Meister Dortmund.
Vor einer ungewöhnlichen Herausforderung steht Norbert Meier. Der Trainer des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf muss nicht allein den Weggang wichtiger Spieler verkraften: Assani Lukimya (Werder Bremen), Maximilian Beister (Hamburger SV), Thomas Bröker (1. FC Köln) und Sascha Rösler (Alemannia Aachen). Wie eine Herkulesaufgabe mutet die Herausforderung an, mit den verbliebenen und 16 neuen Spielern eine Einheit zu formen, die den direkten Wiederabstieg verhindern kann.
16 Zugänge sind ein einsamer Ligarekord in diesem Sommer – da kommt nicht einmal mehr Wolfsburgs einkaufsfreudiger Trainer-Manager Felix Magath mit. Nur fünf dieser Profis haben respektable Bundesliga-Erfahrung: Axel Bellinghausen, Nando Raffael (beide zuletzt Augsburg), Du-Ri Cha (Celtic Glasgow), Stefan Reisinger (SC Freiburg) und Tobias Levels (Mönchengladbach, bisher ausgeliehen).
Nicht gering ist allerdings auch die Zahl der Zugänge von Felix Magath in Wolfsburg. Unter den elf Akteuren sind freilich auch Regisseur Diego und Abwehrspieler Simon Kjaer, die an Atlético Madrid bzw. AS Rom ausgeliehen waren und kaum noch einmal (langfristig) das Trikot der "Wölfe" tragen werden.
Sammer ist Bayerns Königstransfer
Der Königstransfer des FC Bayern ist vielleicht gar nicht die Verpflichtung eines Spielers, sondern die von Matthias Sammer als Sportvorstand. Der ehemalige Sportdirektor des DFB soll bei den Münchnern nach zwei titellosen Fußball-Spielzeiten mit neuen Vorstellungen und Strategien für eine erfolgreiche Zukunft sorgen. Doch auch die Mannschaft hat sich verändert für den Angriff auf die Spitze, die gegenwärtig der Rivale aus Dortmund besetzt hat.
Vom früheren Mönchengladbacher Dante erhofft sich der wirtschaftlich stärkste deutsche Klub eine Stabilisierung der Abwehr. Spektakulärer ist aber die neue Konstellation im Angriff. Denn zu Mario Gomez, mit 54 Treffern erfolgreichster Bayern-Torschütze in den beiden zurückliegenden Bundesliga-Serien, gesellen sich der frühere Wolfsburger Mario Mandzukic und der aus Bremen zurückgekehrte Peruaner Claudio Pizarro. Beide werden sich nicht mit Bankdrückerrollen begnügen. Der Konkurrenzkampf um die Plätze im Sturm verspricht deshalb Brisanz. Der Druck auf Gomez, bisher Platzhirsch in der Spitze, wird immens. Trainer Jupp Heynckes kann munter rotieren, um starke Offensivreihen gleichermaßen für die Bundesliga wie für die Champions League aufzubieten. Der 20 Jahre alte Schweizer Xherdan Shaqiri (vom FC Basel), den Heynckes einen Straßenfußballer nennt, verspricht dynamische Aktionen hinter den Spitzen und auf den Flügeln.
Reus soll die Kagawa-Lücke schließen
Auch Meister Dortmund frischte seinen Kader mit neuen Akteuren auf. Der Stuttgarter Stürmer Julian Schieber hat in der Liga schon einen guten Namen. Der alle anderen Zugänge weit überragende Akteur ist jedoch Marco Reus, bester Bundesligaprofi der vergangenen Saison. 17,1 Millionen Euro hat der Titelverteidiger für den Offensivmann investiert und dabei die Bayern ausgestochen. Damit ist Reus Dortmunds Königstransfer. Die Verantwortlichen des BVB dürfen hoffen, dass der Nationalspieler den Verlust von Shinji Kagawa (zu Manchester United) wettmacht oder den Japaner an Effektivität sogar noch übertrifft. Mit Reus setzen die Westfalen ihren bewährten Kurs fort, dem Münchner Ensemble namhafter Individualisten und Stars einen Kader hungriger, zum Großteil noch recht junger Spieler entgegenzusetzen, mit denen Trainer Jürgen Klopp ein funktionierendes Team voller Tempo und Leidenschaft zusammenbastelt.
17,1 Millionen Euro für Reus und 4,8 Millionen für Dante: die Erlöse aus diesen Transfers kann Borussia Mönchengladbach reinvestieren. Dominguez (von Atlético Madrid) soll Dante in der Defensive gleichwertig ersetzen, der Schweizer Granit Xhaka (19/früher Basel) im Mittelfeld den nach Schalke abgewanderten Roman Neustädter. Spannend ist vor allem, wie der Platz von Reus ausgefüllt wird. Für den 23-Jährigen kann Borussia keinen genauso guten Ersatz bekommen, denn der gebürtige Dortmunder hatte bei den neuen "Fohlen" eine Ausnahmestellung. Nach Peniel Mlapa (von 1899 Hoffenheim) soll noch ein zweiter Stürmer geholt werden. Der Name des Niederländers Luuk de Jong von Twente Enschede steht dabei ganz oben auf dem Einkaufszettel.
Nach Mönchengladbach zurückgekehrt sind Bamba Anderson (Eintracht Frankfurt) und Lukas Rupp (SC Paderborn). Mit ihnen erweitert Borussia ihren Kader im Blick auf die Begegnungen im Europacup (Champions League oder Europa League) um zwei auf 27 Spieler.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.








