Bundesliga-Check (Teil 5): Freiburg steht vor einer schwierigen Saison
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 - 12:37Düsseldorf (RP). Neulich im Trainingslager im österreichischen Golm hat sich der SC Freiburg auf eine rasante Fahrt begeben. Im so genannten Alpine-Coaster stürzten die Spieler im Zweisitzer-Schlitten auf der Bahn ins Tal. Eine von vielen Freizeitaktivitäten, die im Profisport gerne gemacht werden, um den Zusammenhalt im Team zu stärken.
So gesehen sollte der Klub aus dem Breisgau noch ein paar weitere Maßnahmen ausprobieren, denn es droht eine heikle Saison für den Verein im zweiten Erstligajahr nach dem Wiederaufstieg 2009 zu werden.
Das liegt vor allem an den eher sparsamen Bemühungen auf dem Transfermarkt. In den beiden Mittelfeldakteuren Jan Rosenthal (24/Hannover 96) und Maximilian Nicu (27/Hertha BSC Berlin) hat der Klub nur zwei Spieler mit Erfahrung in der Bundesliga verpflichtet, die aber bei ihren ehemaligen Arbeitgebern nicht gerade zu den herausragenden Kräften gehörten. Mehr ist indes nicht drin für den Sportclub, dessen sportliche Führung sich in Ermangelung besserer finanzieller Möglichkeiten darauf konzentriert, anderswo Gescheiterte behutsam wieder aufzubauen. "Wir können eben nur im Rahmen unserer Möglichkeiten arbeiten", fasst Trainer Robin Dutt zusammen. "Ich bin mit unserer Personalpolitik total einverstanden."
Zugänge: Maximilian Nicu (Hertha BSC), Nicolas Höfler (SC Freiburg II), Jan Rosenthal (Hannover 96), Zvonko Pamic (Bayer leverkusen), Daniel Williams (SC Freiburg II), Andreas Glockner (TuS Koblenz), Alain Junior Olle Olle (Rot-Weiss Ahlen).
Abgänge: Eke Uzoma (1860 München), Du-Ri Cha (Celtic Glasgow), Mohamadou Idrissou (Borussia M'gladbach), Sandro Sirigu (1. FC Heidenheim), Yacine Abdessadki (vereinslos), Michael Langer (FSV Frankfurt), Hamed Namouchi (vereinslos), David Targamadze (vereinslos), Felix Roth (SC Freiburg II), Andreas Glockner (1. FC Heidenheim/ausgeliehen).
Dutt setzt auf Kontinuität. Der Kameruner Mohamadou Idrissou (Borussia Mönchengladbach) war die einzige Stammkraft, die den Verein im Sommer verlassen hat. Idrissou ist allerdings ein herber Verlust, schließlich war er mit neun Treffern der torgefährlichste Freiburger. Seine Position im Sturmzentrum soll nun der Senegalese Papiss Cissé als Alleinunterhalter einnehmen. Vielleicht ist die Ersatzbank das größte Problem des Vereins. Es mangelt schlichtweg an Alternativen. Die Offensive beispielsweise wird nur noch ergänzt durch Stefan Reisinger und Tommy Bechmann, beide fallen wegen Verletzungen noch eine Weile aus. In anderen Mannschaftsteilen sieht die Besetzung ähnlich aus.
Dementsprechend bescheiden sind die Saisonziele. "Einfach nur drinbleiben", sagt Heiko Butscher. "Wenn uns der Klassenerhalt früher gelänge als in der vergangenen Saison, dann wäre das ein Riesenerfolg." In der abgelaufenen Spielzeit war es der 33. Spieltag. "Wir wollen beweisen", verkündet der Kapitän, "dass man mit harter, ehrlicher Arbeit viel erreichen kann."
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