1. Bundesliga 17/18
| 14.50 Uhr

Ein Hundebiss machte ihn berühmt
Friedel Rausch im Alter von 77 Jahren gestorben

Die Karriere von Friedel Rausch
Die Karriere von Friedel Rausch FOTO: dpa, rf hak fux sab
Düsseldorf. Ein Hundebiss hat Friedel Rausch auf ewig einen Platz in der Bundesliga-Historie gesichert. Als Trainer war der frühere Profi an vielen Stationen unterwegs. Jetzt ist Rausch gestorben.

Der frühere Bundesligaspieler und -trainer Friedel Rausch ist tot. Im Alter von 77 Jahren sei der gebürtige Duisburger am Samstagmorgen unerwartet an einem Herzversagen gestorben, teilte seine Familie mit.

Als Spieler war Rausch für den Meidericher SV und Schalke 04 aktiv. Berühmt wurde Rausch durch eine kuriose Szene im Revierderby gegen Dortmund. Es war der 6. September 1969, als Rausch im Trikot des FC Schalke im Revierderby bei Borussia Dortmund eine schmerzhafte Erfahrung der besonderen Art machte. Im überfüllten "Stadion Rote Erde" lief die 37. Minute, als die Gäste durch einen Treffer von Hansi Pirkner in Führung gingen und es für die Fans aus Gelsenkirchen kein Halten mehr gab. Die Zuschauer stürmten auf den Rasen, die überforderten Ordner mit ihren Schäferhunden an der Leine hinterher.

In dem bunten Chaos auf dem Platz erwischte es erst Schalkes Gerd Neuser am Oberschenkel und dann Friedel Rausch am Hintern - Schäferhund Rex hatte zugebissen! "Wenn ich in Deutschland oder speziell im Ruhrgebiet unterwegs bin, sprechen mich die Leute sofort auf diese Situation an", erzählte Rausch einmal.

Der junge Rausch biss nach dem Biss auf die Zähne, ließ sich vom Schalker Vereinsarzt eine Tetanuslösung wegen vermeintlicher Tollwutgefahr in den Allerwertesten spritzen und hielt bis zum Schlusspfiff durch, Spielerwechsel gab es seinerzeit noch nicht. Der Sieg in diesem denkwürdigen Derby war Schalke zwar nicht vergönnt, da auch Werner Weist noch für den BVB traf, aber die Dortmunder hielten sich zumindest bei Rausch schadlos. 500 Mark und einen Blumenstrauß gab es vom Rivalen, sozusagen als Schmerzensgeld.

Seine Trainerlaufbahn begann Rausch bei den Königsblauen. Danach betreute er unter anderem Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Nürnberg in Deutschland sowie den FC Basel und den FC Luzern in der Schweiz. Zudem arbeitete er in der Türkei, Belgien, Griechenland und Österreich. Mit Frankfurt gewann Rausch 1980 den Uefa-Pokal.

Rauschs Laufbahn in verantwortlicher Position endete 2006 als Teamchef beim FC Luzern. In der Geschichte des Schweizer Clubs gilt er als bislang erfolgreichster Trainer. 

Bei einem Sturz vor seinem Haus in der Nähe von Luzern erlitt Rausch vor zwei Jahren schwere Kopfverletzungen. Von diesen habe er sich aber damals gut wieder erholt, teilte seine Familie mit.

(areh/dpa/sid)
 
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