Bundesliga: Frustrierte Stuttgarter am Boden zerstört
zuletzt aktualisiert: 21.02.2011 - 12:29Leverkusen (RPO). Nach dem Schlusspfiff kauerten die Profis des VfB Stuttgart frustriert auf dem Rasen und wollten die Fußball-Welt nicht mehr verstehen. Der späte Knockout nach einer starken Vorstellung der abstiegsbedrohten Schwaben zeigte auch bei Trainer Bruno Labbadia Wirkung.
"Das tut richtig weh heute, weil die Mannschaft einen guten Job gemacht hat und dem Gegner zumindest ebenbürtig war", meinte der VfB-Coach nach dem 2:4 (1:2) bei Bayer Leverkusen, das Rekordmeister Bayern München im Kampf um Platz zwei weiterhin auf Distanz hielt.
Dagegen wird die Lage für den VfB nach der siebten Niederlage in den letzten elf Spielen am Tabellenende immer bedrohlicher, zumal der Abstand zum rettenden Ufer noch immer vier Punkte beträgt. Umso schmerzlicher war die Niederlage in Leverkusen, der alten Wirkungsstätte von Labbadia.
Pech mit Pfostenschuss
"Wir waren dem 3:2 näher als Leverkusen. Zudem hatten wir Pech mit einem Pfostenschuss", stellte der Ex-Profi treffend fest. Stattdessen machten Stefan Reinartz (81. ) und Stefan Kießling (90.+1) den glücklichen Leverkusener Sieg in der Schlussphase perfekt.
Kießling (7.) und Castro (41.) hatten zuvor schon beim 444. Bundesliga-Erfolg des Werksklubs getroffen. Das zwischenzeitliche 1: 1 des Österreichers Martin Harnik (16.) und das 2:2 durch den fulminanten 30-m-Schuss von Zdravko Kuzmanovic, bei dem Nationaltorwart Rene Adler ein unglückliche Figur machte, reichten den Stuttgartern nicht, um in Leverkusen zu punkten.
"Das ist ein harter Schlag. Wir haben heute viel richtig gemacht", so Labbadia, der jedoch auf dieser Vorstellung seiner Spieler aufbauen kann. "Wir lügen uns nichts in die Tasche, wir müssen dringend Punkten. Es wäre jedoch falsch, jetzt jedes Spiel zu einem Endspiel auszurufen. Wir müssen nun die Nerven behalten und absolute Geschlossenheit demonstrieren. Nur das braucht die Mannschaft."
VfB spielte gut
Bis zu dem Zeitpunkt, als bei den Gastgebern Michael Ballack in der 65. Minute eingewechselt wurde, war Bayer mit dem Remis noch gut bedient, denn Stuttgarts Nationalstürmer Cacau hatte zudem mit einem Pfostenschuss (61.) Pech. Auch der japanische Neuzugang Shinji Okazaki (57.) verpasste nur knapp sein erstes Bundesliga-Tor.
Gegenüber dem 1:4 vor Wochenfrist gegen den 1. FC Nürnberg waren die Stuttgarter vor 28.851 Zuschauern nicht wiederzuerkennen. Die Labbadia-Mannschaft knüpfte an die lange Zeit gute Leistung bei der 1:2-Niederlage in der Europa League bei Benfica Lissabon am vergangenen Donnerstag an.
Vor allem der Ex-Dortmunder Tamas Hajnal erwies sich als treibende Kraft beim VfB. Der Ungar war es auch, der mit einem feinen Pass Harnik bediente, und dieser ließ sich die Chance zum Ausgleich mit seinem siebten Saisontor nicht nehmen.
Bayer mit durchwachsener Leistung
Die Leverkusener, die am Donnerstag in der Europa League locker 4:0 im ukrainischen Charkow gewonnen hatten, zeigten wie schon oft in dieser Spielzeit nur eine durchwachsene Leistung vor heimischer Kulisse. "Das war ein wichtiger Sieg mit dem wir unsere Position gefestigt haben. In einer Woche fragt niemand mehr danach, wie er zustande gekommen ist", meinte Kapitän Simon Rolfes.
Dabei war Kießling, der diesmal von Trainer Jupp Heynckes den Vorzug gegenüber dem Schweizer Eren Derdiyok erhalten hatte und sein 200. Bundesligaspiel bestritt, frühzeitig das 1:0 geglückt. Heynckes hatte nach dem klaren Erfolg in Charkow wie erwartet wieder seine vermeintlich beste Anfangsformation aufgeboten, nachdem er in der Ukraine fleißig rotiert hatte.
Stuttgart hielt das Spiel aber total offen, war in den zweiten 45 Minuten sogar besser. Die herausragenden Spieler bei Bayer waren mit Abstrichen Castro und Sidney Sam. Die Bestnoten beim VfB verdienten sich Hajnal, Kuzmanovic und Harnik.
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