1. Bundesliga 16/17
| 10.46 Uhr

Tops und Flops des 1. Spieltags
Hitze, Hagel und ein halbes Dutzend Gegentore

Bundesliga 16/17: Lewandowski schnürt Dreierpack gegen Bremen
Bundesliga 16/17: Lewandowski schnürt Dreierpack gegen Bremen FOTO: afp, CS
Düsseldorf. Die Bundesliga ist zurück aus der Sommerpause – und wie: Hitze, Hagel und Bayern in Ballerlaune liefern Fans nach dem ersten Bundesliga-Wochenende wieder genügend Gesprächsstoff. Unsere Tops und Flops des 1. Spieltags.

 

  • Tops

Spieler des Spieltags: "Mr. Dreierpack" Robert Lewandowski

"Ich glaub es geht schon wieder los", dürften sich die Bundesliga-Fans, vor allem aber auch die Werder-Verteidiger gedacht haben. Mit drei Toren (13./ 46./77., Foulelfmeter) war Robert Lewandwoski schon wieder maßgeblich am glanzvollen 6:0-Auftakt-Sieg gegen Bremen beteiligt. Im vergangenen Jahr hatte er 30 Treffer erzielt und war erstmals Torschützenkönig der Liga geworden. Eine Wiederholung ist durchaus vorstellbar, zumal der FC Bayern unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti noch offensiver und direkter agiert. Lewandowski kommt dies entgegen. Schon gegen die überforderten Bremer hatte der Nationalspieler weitere gute Chancen zu Treffern."Ich freue mich sehr, dass ich drei Tore geschossen habe", sagte Lewandowski zu seinem Dreierpack, fügte aber auch an: "Es ist noch ein langer Weg."

Herausforderer des Spieltags: Pierre-Emerick Aubameyang

Nachdem Torschützenkönig Lewandowski vorgelegt hatte, wollte der gabunische Nationalspieler von Borussia Dortmund Tags darauf mit Toren antworten. 25 sind es in der vergangenen Saison gewesen, zwei hat er nun im ersten Saisonspiel erzielt, beide Salti stand er sicher. Er hatte ja auch eine besondere Motivationshilfe: Die drei Tore von Robert Lewandowski am Freitagabend gegen Werder Bremen. "Er hat mich inspiriert", berichtete Aubameyang, und bei Twitter eröffnete er ein Privatduell mit dem polnischen Torschützenkönig. "Das Rennen ist eröffnet", schrieb er ihm, und er erhielt auch eine Antwort: "Lewy gegen Aubameyang 3:2!"

Konstante des Spieltags: Alexander Meier

Bei Eintracht Frankfurt ist nichts mehr so, wie es mal war. Der Klubboss heißt nach fast 13 Jahren nicht mehr Heribert Bruchhagen. Elf Spieler verließen in diesem Sommer den Verein. Nicht einmal das Trikot ist noch rot-schwarz. Und so sind die einzigen Konstanten, die dieses Team noch hat: Alexander Meier und sein scheinbar nicht zu stillender Torhunger. Auch beim überraschenden 1:0 (1:0) gegen Schalke 04 erzielte der 33-Jährige den entscheidenden Treffer (13. Minute). Es war Liga-Tor Nummer 102 in der mittlerweile 13. Saison für seinen Herzensverein. Der Sieg gegen Schalke war derart verdient, dass es sich Meier sogar leisten konnte, seinen 103. Treffer für die Eintracht noch einmal zu verschieben. In Halbzeit zwei verschoss er einen Elfmeter (68.).

Siegtorschütze des Spieltags: Lars Stindl

Was für eine Woche für Borussia Mönchengladbach. Erst die Champions League-Qualifikation perfekt gemacht, dann in in der Hitzeschlacht gegen Liga-Konkurrent Leverkusen kühlen Kopf bewahrt. Mit seinem Treffer kurz vor dem Abpfiff setzte Stindl, der erstmals als Kapitän der Fohlenelf auflief, der Borussia-Woche die Krone auf. Am Tag davor hatte der Offensivmann seinen 28. Genburstag gefeiert, beim Bundesliga-Auftakt wenige Stunden später beschenkte er sich mit dem Siegtreffer selbst. Sein erstes Saisontor widmete er mit einem  "Daumenlutscher-Jubel" seiner Familie: "Da war für meine Frau und meine Tochter", erklärte Stindl nach dem erfolgreichen Torschuss. "Wir können unseren Kapitän ein bisschen feiern, nicht nur wegen des Geburtstags. Er macht auch noch das entscheidende Tor", sagte der Kollege Oscar Wendt.

  • Flops:

Klatsche des Spieltags: Sechs Watschen für wehrlose Bremer

Reinhard Rauball war alles andere als gut gelaunt. Das einseitige Eröffnungsspiel der Bundesliga am Freitag zwischen Bayern München und dem hoffnungslos unterlegenem Gegner Werder Bremen (6:0) hatte den Präsidenten der Deutschen Fußball Liga missmutig gestimmt. "Ich war erschrocken über die Art und Weise wie Werder Bremen ohne Gegenwehr dort gespielt hat", resümierte der Vereins-Präsident von Borussia Dortmund im Radio-Interview bei WDR2, "die Bayern haben sehr ordentlich gespielt." In 210 Länder war die Auftaktpartie des deutschen Fußball-Oberhauses ausgestrahlt worden.

Wetterkapriolen des Spieltags: Hitze und Hagel

Extreme Hitze mit Temperaturen jenseits der 30 Grad: Gleich zum Auftakt der Bundesliga hatten die Fußballprofis mit dem Wetter zu kämpfen. "Die Umstände waren brutal", sagte Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Christoph Kramer nach dem 2:1-Sieg seines Teams im Topspiel gegen Bayer Leverkusen am Samstag. Sein Teamkollege Oscar Wendt nahm es mit Humor: "Ich komme aus Schweden. Da ist man 35 Grad nicht gewöhnt - minus 35 vielleicht". Dabei hatten die Gladbacher noch Glück: Sie spielten erst am Abend, da brannte die Sonne schon nicht gnadenlos wie noch um 15.30 Uhr. Zu dieser Zeit musste Borussia Dortmund gegen Mainz 05 ran. "Die Temperaturen waren grenzwertig. Ich verstehe die DFL nicht, warum sie die Spiele nicht auf abends verlegt", meinte BVB-Profi Gonzalo Castro bei "bild.de". "Ein Sprint und man war total kaputt." Ähnlich sah es Bas Dost vom VfL Wolfsburg. "Es war Wahnsinn in der Hitze", sagte der Stürmer nach dem 2:0-Auswärtssieg seines Teams in Augsburg. In Köln gab es für die Spieler eine Abkühlung - allerdings eine unerfreuliche: Wegen eines Unwetters unterbrach Schiedsrichter Patrick Ittrich die Partie in der zweiten Hälfte. "Das waren ja halbe Tennisbälle, die da runterkamen", sagte Kölns Kapitän Matthias Lehmann nach dem Hagelschauer.

Platzverweis des Spieltags: Michael Hector

Selbst der zweite Platzverweis binnen einer Woche konnte Niko Kovac nicht umstimmen. "Ich glaube, dass uns mit ihm eine gute Verpflichtung gelungen ist", sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt über den jamaikanischen Innenverteidiger Michael Hector. Dass der 24-Jährige den 1:0 (1:0)-Sieg gegen Schalke 04 mit seiner Notbremse (79.) noch einmal in Gefahr brachte? Für Kovac kein Problem. "Wir sind doch alle schonmal im Laufe unserer Karriere vom Platz gestellt worden", sagte Kovac so, als sei es das Harmloseste der Welt. Hector, vom englischen Spitzenklub FC Chelsea ausgeliehen, war das aber nun im zweiten Pflichtspiel schon das zweite Mal passiert. Bereits den Pokalsieg beim 1. FC Magdeburg hatte er nicht bis zum Ende auf dem Platz erlebt. Und sollte es in dieser Saison noch häufiger vorkommen, könnte er für die Hessen doch zum Problemfall werden. Denn gegen Schalke agierte Hector neben dem überragenden Argentinier David Abraham zwar unaufgeregt, sicher und abgeklärt. Nach der Länderspielpause wird er im Derby bei Darmstadt 98 jedoch fehlen - und es bleibt abzuwarten, ob seine Lücke adäquat gefüllt werden kann.

Stotterstart des Spieltags: Die Trainer-Neulinge

Carlo Ancelotti legte standesgemäß vor, doch dem Vorbild des italienischen Star-Trainers konnten die restlichen neuen Bundesliga-Kollegen noch nicht folgen. Nur der absolute Liga-Novize Markus Kauczinski holte mit dem FC Ingolstadt beim Hamburger SV (1:1) wenigstens ein Remis. Norbert Meier (neu bei Darmstadt), der zum FC Augsburg gewechselte Dirk Schuster und Markus Weinzierl bei seinem Schalke-Debüt standen indes mit leeren Händen da.

Besonders Weinzierl hatte sich von seinem königsblauen Starensemble mehr versprochen, entsprechend groß war die Enttäuschung des 41-Jährigen nach der 0:1-Niederlage bei Eintracht Frankfurt. "Ich bin mit der gesamten Mannschaft nicht zufrieden", haderte der Coach und auch Manager Christian Heidel war vom Saisonstart ernüchert: "Es wäre schlecht, wenn das das neue Schalke ist." Doch weit mehr Sorgen machen muss man sich offenkundig um das neue Darmstadt mit dem neuen Trainer Norbert Meier machen. Die Hessen verloren beim 1. FC Köln mit 0:2 und waren mit diesem Ergebnis sogar noch gut bedient. Mit dem gleichen Resultat verlor der Ex-Darmstädter Dirk Schuster als neuer Coach des FC Augsburg gegen den VfL Wolfsburg.

 

(ems/sid/dpa)
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