1. Bundesliga 17/18
| 15.43 Uhr

Bundesliga
Hochspannung im Abstiegskampf

Das Restprogramm der Abstiegskandidaten
Das Restprogramm der Abstiegskandidaten FOTO: ap, mm
Hamburg. Sechs Spieltage vor dem Saisonende herrscht Hochspannung im Abstiegskampf - am Wochenende besonders im Fokus: Das Nordderby zwischen Bremen und dem HSV sowie der Keller-Kracher zwischen Wolfsburg und Ingolstadt.

Vor ziemlich genau einem Jahr düpierten sie die Königlichen von Real Madrid in der Champions League, nun zittern die Wölfe vor dem FC Ingolstadt. 375 Tage nach der Sternstunde gegen Cristiano Ronaldo und Co. - Reals bis dato letzter Niederlage (0:2) auf Europas großer Bühne - droht dem VfL Wolfsburg der Total-Absturz.

"Es ist schon klar, dass wir irgendwann punkten müssen", sagte VfL-Trainer Andries Jonker vor dem Kellerduell gegen die Schanzer am Samstag (15.30 Uhr/Sky) dem kicker. Der Niederländer weiß: Die Situation der mit großen Zielen in die Saison gestarteten Niedersachsen ist sechs Spieltage vor dem Ende äußerst prekär.

Von großen Fußball-Abenden wie jenem am 6. April 2016, dem denkwürdigen Viertelfinal-Hinspiel gegen Madrid, ist der VfL im Frühjahr 2017 weiter entfernt als das abgeschlagene Schlusslicht Darmstadt vom Klassenerhalt. Nach zwei Niederlagen in Serie und drei Spielen ohne Sieg beträgt Wolfsburgs Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch einen Punkt. Zwei sind es auf die Ingolstädter, die trotz zuletzt drei Siegen am Stück noch immer auf Platz 17 stehen.

Der langjährige Wolfsburger Marcel Schäfer, im Winter zu den Tampa Bay Rowdies (USA) gewechselt, rechnet fest mit einem Befreiungsschlag seines langjährigen Klubs. "Ich bin überzeugt davon, dass wir Ingolstadt zu Hause schlagen", sagte der Ex-Nationalspieler dem SID: "Wenn wir das schaffen, dann sind wir in einer ordentlichen Ausgangsposition, was die schwierigen restlichen Spiele betrifft. Dafür braucht man jetzt eben die drei Punkte." Gelingt dies nicht, dürfte es in der Autostadt ungemütlich werden.

Ganz anders ist die Stimmungslage beim FCI. Die perfekte englische Woche, "nachdem wir für viele ja schon tot waren" (O-Ton Geschäftsführer Harald Gärtner), sorgt für eine neue Euphorie, der Glaube an die Rettung lebt. "Wir haben noch nichts erreicht. Wenn wir die nächsten drei Spiele verlieren, haben wir es keinem gezeigt. Dann war das nur ein Strohfeuer. Wir dürfen uns keine Schwächephase mehr leisten", sagte Kapitän Marvin Matip mit Blick auf "das nächste Endspiel" in Wolfsburg.

Das Momentum spricht jedenfalls für die Schanzer. Denn neben Wolfsburg haben auch Mainz 05 und der FC Augsburg (beide 29 Punkte) zuletzt arg geschwächelt. Beide Teams handelten dennoch gegen den Trend und hielten bei der komplizierten Mission Klassenerhalt trotz jeweils sechs Spielen ohne Sieg an ihren Trainern Martin Schmidt bzw. Manuel Baum fest. Vertrauen, das sich schon bei den schwierigen Heimspielen gegen Köln (Augsburg) und Berlin auszahlen soll.

Zumindest ein bisschen entspannter können die Nordklubs in ihr Derby am Ostersonntag (15.30 Uhr/Live-Ticker) gehen. Werder Bremen hat angesichts von 36 Punkten wohl den ersten Matchball in Sachen Klassenerhalt, doch auch der Hamburger SV (33) will seinen Aufwärtstrend beim Erzrivalen bestätigen.

"Beide Mannschaften haben in den vergangenen Wochen fleißig gepunktet, sodass es tabellarisch ein bisschen besser aussieht", sagte HSV-Sportchef Jens Todt im SID-Interview und betonte: "Es gibt aber keinen Grund für uns durchzuatmen. Es ist für beide Seiten ein sehr wichtiges Spiel."

(sid)
 
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