1. Bundesliga 17/18
| 10.29 Uhr

Pressestimmen zur Bundesliga
"Geht mit van Gaal doch noch alles schief?"

Düsseldorf (RPO). Dank Kevin Kuranyi und der Stuttgarter Schützenhilfe können die Königsblauen sich den Traum vom ersten Meistertitel seit 52 Jahren nach dem 28. Spieltag aus eigener Kraft erfüllen. Doch Trainer Felix Magath will erst nach dem nächsten Big Point so richtig in die Titeldiskussion einsteigen: "Wenn wir die Bayern nächste Woche schlagen würden, dann hätten wir schon Chancen auf den Meistertitel. Wenn wir gewinnen, komme ich da kaum drum herum", sagte Schalkes Coach nach dem überzeugenden 2:0 (2:0) im Spitzenspiel beim Tabellendritten Bayer Leverkusen.

Bereits am Ostersamstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) könnte das Duell der Giganten zwischen Spitzenreiter Schalke (58 Punkte) und Verfolger Bayern München (56) eine Vorentscheidung im spannenden Meisterschaftsrennen bringen.

Die Bayern aber sind ausgerechnet zu Beginn der "Wochen der Wahrheit" weit von ihrer Bestform entfernt. "Es tut sehr weh", sagte Trainer Louis van Gaal nach dem 1:2 gegen den VfB Stuttgart. Durch die erste Heimniederlage der Saison verpatzte der Rekordmeister auch seine Generalprobe für das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester United am Dienstag (20.45 Uhr im Live-Ticker).

Als Held das Abends wurde nach dem Schalker Sturm an die Tabellenspitze Kevin Kuranyi gefeiert. Mit seinen Saisontreffern 16 und 17 (11. und 27. Minute) betrieb der Stürmer vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw zudem (WM-)Werbung in eigener Sache. Und der aus der Nationalmannschaft verbannte Kuranyi hat die Hoffnung auf ein baldiges Comeback in der Löw-Elf noch nicht aufgegeben.

Die Bayern indes konnten den Schwung vom Halbfinal-Triumph im DFB-Pokal bei Schalke 04 (1:0 n.V.) am vergangenen Mittwoch nicht in die Bundesliga mitnehmen und kassierten die zweite Ligapleite in Folge. Schwer wog auch die Tatsache, dass Erfolgsgarant Arjen Robben (Wadenzerrung) im Spiel am Dienstag gegen Manchester auszufallen droht.

Wie sehr die Münchner einen gesunden Robben brauchen, zeigte sich gegen Stuttgart. Wegen seiner Verletzung ebenso wie Franck Ribery erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt, konnte der Niederländer dem Spiel keine Impulse geben. Ivica Olic (32.) hatte die Bayern zwar in Führung gebracht, doch Christian Träsch (41.) und Ciprian Marica (50.) besiegelten den Stuttgarter Auswärtscoup.

Im Tabellenkeller herrscht bei Hannover 96 nach dem 1:4 gegen den 1. FC Köln Untergangsstimmung. "Was wir abliefern, reicht einfach nicht für die Bundesliga", meinte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke. Dass die Nerven blank liegen, bewies Kapitän Hanno Balitsch. Erst verursachte er einen Handelfmeter, den Milivoje Novakovic (28.) zum vorentscheidenden 3:0 verwandelte. Nach einem Foul sah Balitsch dann sogar Gelb-Rot (45.). Für die Kölner, bei denen Nationalspieler Lukas Podolski (Zerrung) auf der Bank saß, traf Zoran Tosic (12./71.) doppelt.

Einziger Lichtblick für den Tabellen-16. aus Niedersachsen: Auch die gefährdeten Konkurrenten 1. FC Nürnberg (2:4 bei Werder Bremen) und VfL Bochum (1:2 gegen Eintracht Frankfurt) haben verloren. Auch der SC Freiburg verpasste beim 1:1 im badischen Derby bei 1899 Hoffenheim einen möglichen Sieg. Hertha BSC Berlin erkämpfte ließ beim 0:0 gegen Europa-League-Aspirant Borussia Dortmund erneut zu Hause wertvolle Punkte liegen und bleibt abgeschlagen Tabellenletzter.

Wiedergutmachung für die denkwürdige 1:5-Heimpleite gegen Hertha BSC Berlin betrieb der deutsche Meister VfL Wolfsburg, der sich durch einen Doppelpack von Edin Dzeko (83. und 90+1.) mit 2:0 beim FSV Mainz 05 durchsetzte.

Vier Tage nach dem Einzug ins DFB-Pokalfinale blieb Bremen auch das zehnte Pflichtspiel in Folge ungeschlagen. Nationalverteidiger Per Mertesacker (1./20.) trug sich gleich zweimal in die Torschützenliste ein. Die Talfahrt des Hamburger SV setzte sich mit einem 0:1 bei Borussia Mönchengladbach fort.

(SID/chk)
 
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