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Borussia Mönchengladbach: "Gerüchte machen uns nicht verrückt"

zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 - 07:38

Borussia Mönchengladbach (RP). Borussia Mönchengladbachs Vize-Präsident Rainer Bonhof (59) spricht im Interview mit unserer Redaktion über die Perspektiven des Klubs, die Zukunft von Abwehrchef Dante und die Personalplanungen des Vereins.

Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof: "Wir werden alles so beibehalten wie bisher."  Foto:  bretz
Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof: "Wir werden alles so beibehalten wie bisher." Foto: bretz

Borussia ist Zweiter, hat 13 Punkte Vorsprung auf den siebten Platz und steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Qualifikation für den Europapokal ist sehr wahrscheinlich. Die Fans singen "Borussia ist wieder da". Ist das so?

Bonhof: Wir fahren gut damit, nicht zu weit über den Tellerrand hinauszuschauen. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Konzentration von Spiel zu Spiel. Darum reden wir auch nicht über Eventualitäten, sondern werden alles so beibehalten wie bisher. Jeder fährt gut damit.

Borussias Spielweise und herrliche Tore wie das von Juan Arango in Kaiserslautern lassen immer wieder den Vergleich mit der Fohlen-Elf der 1970er Jahre aufkommen. Ist das statthaft in Ihren Augen?

Info

Das ist Rainer Bonhof

Geboren am 29. März 1952 in Emmerich (damals Niederlande)

Vereine als Spieler Borussia Mönchengladbach, FC Valencia, 1. FC Köln, Hertha BSC Berlin

Erfolge Weltmeister (1974), Europameister (1980), Deutscher Meister (4), Europapokal der Pokalsieger (1980) UEFA-Cup-Sieger (1975), DFB-Pokalsieger (1973).

Bonhof: Nein. Es liegen 40 Jahre dazwischen, der Fußball war ein ganz anderer. Es macht Spaß, der Mannschaft zuzugucken. Es ist herausragend, was teilweise für Kombinationen gezeigt werden. Es macht uns allen Spaß. Das wollen wir so lange wie möglich auskosten.

Nun haben sich aber Marco Reus, der zu Borussia Dortmund geht, und Roman Neustädter, der zu Schalke geht, neu orientiert. Dante wird mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht.

Bonhof: Jeder Verein ist auf der Suche nach guten Spielern. Wir hätten Marco und Roman gern gehalten und sind mit unseren Angeboten bis an die Grenze unserer Möglichkeiten gegangen. Dass sie sich anders entschieden haben, ist schade. Beide zeigen aber, dass sie sich mit guten Leistungen verabschieden wollen. Ich bin mir sicher, dass sie bis zuletzt alles geben werden.

Was ist mit Dante? Läuft Borussia Gefahr, dass das Team auseinanderbricht?

Bonhof: Das wurde ja schon im Januar, als sich Marco und Roman positioniert haben, gesagt. Aber ich sehe keinen Anlass, über so etwas zu spekulieren. Wir sind mit Dante in guten Gesprächen und ich bin guter Dinge, dass es ein positives Ende haben wird. Es ist doch alles eingetroffen, was sich Dante gewünscht hat. Wir spielen um die europäischen Plätze mit. Das ist eine gute Basis für die Gespräche, die wir mit dem Spieler und seinem Berater führen. So haben wir es auch mit Juan Arango gehalten – und er hat verlängert, weil er sich hier wohl fühlt und Perspektiven sieht. Dass es immer wieder Gerüchte gibt, um gute Spieler gehört zum Geschäft. Darum machen wir uns nicht verrückt, wenn so etwas kommt.

Kann Borussia die Abgänge kompensieren?

Bonhof: Zum einen haben wir gute Leute im Team, die sich noch entwickeln werden. Zum anderen sind wir handlungsfähig. Dass derzeit viel spekuliert wird, wen wir holen werden, ist doch normal. Jeder Berater weiß, dass wir Verstärkungen suchen und Möglichkeiten haben. Entsprechend gibt es viele Gerüchte. Aber wir werden das so handhaben, wie in den letzten Jahren auch: in Ruhe. Außerdem haben wir eine gut funktionierende Scouting-Abteilung.

Die musste bislang meist nach Talenten Ausschau halten. Nun kann mit mehr Geld eingekauft werden. Ist das schwieriger?

Bonhof: Eigentlich nicht. Es geht doch darum, dass die Mischung stimmt. Wir werden sehen, welche sportlichen Anforderungen die neue Saison hat, entsprechend werden wir agieren. Aber es geht nicht darum, große Namen zu holen, sondern Spieler, die zu uns passen und uns besser machen. Wir werden alles tun, die richtigen Spieler zu holen.

Wird mit Blick auf den Europapokal gesucht?

Bonhof: Das können wir noch nicht fix planen. Wir haben zunächst mal unser Ziel, die 40 Punkte, erreicht, alles, was jetzt kommt, ist eine Zugabe. Jetzt haben wir 46 Punkte und es sieht sehr gut aus. Aber wir werden nicht von unserem grundsätzlichen Weg abweichen. Es ist Februar und somit noch genug Zeit für Planungen.

Der Trainer steht für den Aufschwung. Wäre es nicht ein wichtiges Zeichen, seinen Vertrag zu verlängern? Auch Favre wird mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht.

Bonhof: Wir arbeiten an diesen Dingen, auch wenn wir nicht viel darüber reden. Lucien Favre weiß, dass er bei uns eine gute Plattform hat und haben wird, die Richtung, in die es jetzt geht, weiter zu verfolgen. Dass ein Trainer Wünsche hat, Spieler zu verpflichten, die das Niveau garantieren, ist doch logisch. Wir hatten ein schwieriges Auftaktprogramm, nun haben wir eine Richtung in der Rückrunde. Jetzt war Karneval, Freitag spielen wir gegen den Hamburger SV. Danach kann man die Gespräche konkretisieren. Es spricht vieles für uns. Es ist ein stetiger Prozess. Entscheidend ist, dass wir uns immer auf das Wesentliche konzentrieren. Wie gesagt: Das ist neben der harten Arbeit auf dem Platz der Schlüssel zum Erfolg.

Quelle: RP/rl/seeg


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