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Mike Hanke Juan Arango Borussia Mönchengladbach Jubel 2011 dpa
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Mönchengladbach: Gladbach auf Augenhöhe mit dem Meister

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 05.12.2011 - 16:11

Mönchengladbach (RP). Die Begegnung zwischen den Borussen vom Niederrhein und denen aus Dortmund verdiente das Prädikat Spitzenspiel. Eine wichtige Erkenntnis für Trainer Lucien Favre: Es geht auch ohne Marco Reus. BVB-Kollege Klopp lobte: "Das Team gehört da oben hin."

Mike Hanke hat mit einem satten Schuss aus 18 Metern den Mönchengladbacher Borussen nicht nur ein 1:1 im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund beschert, sondern auch eine vielleicht wenig erfreuliche Diskussion erspart. Die nämlich, dass Gladbach ohne Marco Reus viel weniger wert ist. Der Star saß mit seinem gebrochenen kleinen Zeh auf der Tribüne und erfreute sich am unterhaltsamen Treiben. Seine Kollegen zeigten, dass sie auch ohne ihren Star mithalten können gegen die Schwergewichte der Liga.

"Vielleicht ist es ganz gut für Marco. In den letzten Wochen hat viel Druck auf seinen Schultern gelastet. Wir haben bewiesen, dass wir auch ohne ihn gut sind", sagte Hanke. Vor allem vor seinem Treffer, als er eine hübsche Stafette über Dante, Juan Arango und Raúl Bobadilla abschloss. "Perfekt", fand Trainer Lucien Favre die Aktion. Somit gewannen die Gladbacher neben dem einen Punkt auch die Gewissheit, dass Reus zwar wichtig, aber nicht unersetzlich ist.

Borussia gegen Borussia war ein Spitzenspiel, das diesen Namen verdient hatte. Es wurde auf hohem taktischen Niveau gearbeitet, aber nicht taktiert. Teile des Spiels könnten durchaus herhalten für Lehrfilme zur Erklärung einiger Grundbegriffe des modernen Fußballs: Die Abwehrreihen arbeiteten gekonnt im Raum, es wurde geschickt verschoben und nach der Balleroberung blitzschnell umgeschaltet. Wobei Dortmund insgesamt reifer wirkte, vor allem im ersten Durchgang in dem Robert Lewandowski das 1:0 erzielte. Da fehlte den Gladbachern vielleicht die Genialität von Reus.

"Sonst wären wir tot gewesen"

Nach der Pause zeigten sie den Willen zum Ausgleich, fanden die richtige Mischung aus offensiver Aktion und geschickter Defensivarbeit. "Das war nicht leicht. Wir durften die Organisation nicht verlieren, sonst wären wir tot gewesen", wusste Favre. Sein Team schaffte es, Dortmunds Offensivdrang zu hemmen. Mario Götze, der Superstar, fand kaum statt. Erst kurz vor seiner Auswechslung wurde ihm ein Torschuss gegönnt, doch Marc-André ter Stegen hielt. "Wir haben versucht sie zuzustellen. Das kann nicht immer gelingen, aber wir haben es gut gemacht", befand Roman Neustädter, der im zentralen defensiven Mittelfeld mit Havard Nordtveit für Ordnung sorgte.

"Es war ein Spiel auf Augenhöhe", sagte Neustädter zurecht. Man könnte sagen, dass jede Mannschaft eine Halbzeit verdient gewonnen hat. Wobei Dortmund nach der Pause phasenweise zu zaghaft war, um mit dem 2:0 alles klar zu machen, bevor Gladbach durch Hankes Tor wieder vollends im Spiel war. Beide Trainer outeten sich später als Fan der Arbeit des jeweils anderen. "Dortmund ist nicht durch Zufall da oben", sagte Lucien Favre. Jürgen Klopp sah ein "ein intensives Spiel, das gezeigt hat, falls es eines Beweises bedurft hat, dass Gladbach einen richtig guten Ball spielt und sein Ding durchzieht. Die Mannschaft gehört da oben hin."

Während Dortmunds Spitzenmannschafts-Dasein als amtierender Meister logisch ist, verblüfft Gladbachs Wandel vom Fast-Absteigers zum Tabellendritten nach wie vor. "Wir sind das Überraschungsteam", sagte Favre. Er redet nicht über Eventualitäten, sondern nur über Fakten. "Wir haben unsere 30 Punkte nach 15 Spielen verdient, aber wir werden weiter von Spiel zu Spiel denken", sagte Favre, dessen Team in den letzten fünf Spielen 13 Punkte einsammelte.

Der Punkt gegen Dortmund war er erste ohne Marco Reus. Der Star wird wohl auch am Samstag in Augsburg fehlen. Vorsichtshalber haben die Borussen ihm zwei Wochen Pause verschrieben, um wieder richtig fit zu werden. Das Spiel gegen Dortmund hat ihm gezeigt, dass er seine Gesundheit nicht unnötig aufs Spiel setzen muss, um möglichst schnell wieder mitmachen zu können. "Wir haben es als Kollektiv sehr gut gemacht", sagte Favre.

Quelle: RP/can/seeg/das


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