1. Bundesliga 14/15 Bundesliga
| 13.19 Uhr
Borussia Mönchengladbach
Gladbach muss wieder aufstehen
DFB-Pokal 11/12: Gladbach trauert nach Elfer-Drama
DFB-Pokal 11/12: Gladbach trauert nach Elfer-Drama FOTO: dapd, Frank Augstein
Mönchengladbach. Es war großes Kino: Das Pokalhalbfinale gegen die Bayern, Liveübertragungen in 150 Länder, das Drama um Dante im Elfmeterschießen, am Ende die Enttäuschung, das Finale verpasst zu haben. Heute nun der Alltag in der Bundesliga: Hoffenheim kommt. Ein Klub, der viele Schwierigkeiten hat, der sich gerade von Manager Ernst Tanner getrennt und Trainer Markus Babbel dessen Job noch dazu gegeben hat. Zudem hat Hoffenheim zuletzt zweimal verloren: 1:7 bei den Bayern, 1:2 beim VfB Stuttgart. Von Karsten Kellermann und André Schahidi

"Alltag klingt so negativ, das ist es für uns nicht. Das Spiel gegen Hoffenheim ist das nächste Highlight, wie jedes Spiel in der Bundesliga" sagt Max Eberl, Borussias Sportdirektor. Dass Markus Babbel, früher beim FC Bayern sein Teamkamerad, nun nicht nur Lucien Favres, sondern auch sein Kollege ist, stimmt Eberl nachdenklich. Nicht wegen Babbel, sondern, "weil man heute auch als Sportdirektor schnell in Frage gestellt wird", sagt Eberl. Er weiß, wie sich das anfühlt, vergangene Saison, als es nicht lief, stand er selbst im Zentrum der Kritik, nicht im Klub, aber im Umfeld. "Man muss schon hinterfragen, ob es der richtige Weg ist, ständig zu wechseln", sagt Eberl. In Gladbach haben sie es nicht getan und irgendwie hat sich die Welt seither auf den Kopf gestellt.

So haben Eberl und Favre nun Probleme, die luxuriös sind: Statt die Nerven für den Abstiegskampf zu stählen, müssen sie nun die Köpfe der Spieler von der Enttäuschung befreien, nah dran gewesen zu sein am Finale, es aber verpasst zu haben. Bislang haben die Borussen stets gut reagiert auf Rückschläge. Aber das verpasste Finale ist mehr als eine Niederlage in der Liga. Da ist nichts zu revidieren. Das ist eine neue Herausforderung für das Team. Favre fürchtet nicht, dass seinen Spielern traumatisiert sind: "Es ist vorbei, wir denken von Spiel zu Spiel." Das ist sein Allheilmittel. Gegen den Übermut im Erfolg. Und gegen den Misserfolg. "Es ist gut, dass wir so schnell wieder spielen", sagen die Spieler. Ein Wettkampf als Therapie gegen die Trauer.

Das Ziel ist der direkte Aufstieg in die Meisterliga. Gladbach ist Dritter und will es bleiben. "Was wir erreicht haben, wollen wir mit Händen und Füßen verteidigen", sagt Eberl. Das Spiel gegen München soll dabei kein Hemmnis sein, sondern vorbildlich. "Wenn wir diesen Willen noch achtmal zeigen, dann können wir es schaffen." Es würde sich lohnen: Platz drei bringt mindestens 10,5 Millionen Euro. Selbst bei einem Aus in der Gruppenphase der Champions League wären bis zu 18 Millionen Euro drin. Grund genug, schnell wieder aufzustehen.

Quelle: RP/spol
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