Bundesliga: Gladbach will sich absetzen
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 27.02.2010 - 11:20Mönchengladbach (RP). Als der SC Freiburg 2008 zuletzt Gast war im Mönchengladbacher Borussia-Park, da schoss Karim Matmour ein richtig schönes Tor. Es war ein Fernschuss, der Auftakt des 3:2-Sieges seiner Mannschaft war. Zugleich war es sein Abschiedsspiel beim Sport-Club.
Matmour wechselte zu Gladbach, dem Aufsteiger. "Ich habe mich in Freiburg sehr wohl gefühlt, aber jetzt bin ich Gladbacher", sagt Matmour vor dem Treffen mit seinem Ex-Verein am Samstagnachmittag (15.30 Uhr im Live-Ticker).
Er würde gern wieder ein Tor machen. Doch Tore kann nur schießen, wer auf dem Feld steht. Und Matmour wird das zunächst wohl nicht tun, denn seit er mit Algerien beim Afrika-Cup war, hat er bei Borussia seinen Stammplatz verloren. Zuvor stürmte Matmour mit Rob Friend, nun sind Raúl Bobadilla und Roberto Colautti erste Wahl. "Es haben sich zwei Pärchen herauskristallisiert", sagt Trainer Michael Frontzeck.
Dabei soll je ein Stürmer "den Ball halten können" und der andere "schnell drumherum spielen". Frontzeck kann sich zwar durchaus eine Mixtur vorstellen ("Rob Friend und Raúl Bobadilla haben es auch schon gut zusammen gemacht"), doch ist der Trainer einer, der Bewährtes nicht gern ändert.
Der "Gaucho"-Angriff Bobadilla/Colautti schoss in den vergangenen vier Spielen zusammen fünf Tore. Friend und Matmour produzierten beim letzten Heimsieg gegen Nürnberg nach ihrer Einwechslung in Co-Produktion das Siegtor. "Der Konkurrenzkampf im Team ist eine Qualität, die wir haben", sagt Matmour. Nur haben die Konkurrenten derzeit die Lizenz zum Spielen.
Zuschauen ist nicht schön, schon gar nicht für Matmour, wenn es gegen Freiburg geht. Zumal er beim Hinspiel dabei war, als es eine böse 0:3-Niederlage gab. Seine gesamte Familie, ansässig in Straßburg, war gekommen – Freiburg schaffte damals den bislang einzigen Heimsieg der laufenden Saison.
Die Dinge haben sich seither geändert. Freiburg ist abgestürzt und steckt tief im Keller der Bundesliga-Tabelle. Borussia hingegen hat 29 Punkte und könnte sich mit einem Sieg wohl endgültig entscheidend absetzen von den unangenehmen Regionen des Klassements.
"Wir waren im vergangenen Jahr als Aufsteiger in derselben Situation wie Freiburg, wir haben daraus gelernt", sagt Matmour. Und warnt, den taumelnden Gegner zu unterschätzen. "Freiburg ist konterstark, sie haben auswärts viele Punkte geholt. Und die Freiburger Teams sind immer fit", sagt der Algerier. Also laufstark und unangenehm, kein Gegner, den Borussia unterschätzen sollte. Matmour weiß: "Es geht um drei wichtige Punkte, auch für uns."
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