1. Bundesliga 16/17
| 15.46 Uhr

Relegation gegen HSV
Karlsruhe brennt und bebt

Fotos: KSC-Fans zündeln in Hamburg
Fotos: KSC-Fans zündeln in Hamburg FOTO: dpa, bra hak
Karlsruhe . Dirk Orlishausen hat da ein unbedachtes Wort gesagt. Nach dem 1:1 im Hinspiel der Relegation verkündete der Torwart des Karlsruher SC: "Der Wildpark wird brennen." Kurzes Gelächter um ihn herum. Dann schob Ingo Wellenreuther ihn zur Seite. Nicht "brennen", Orlishausen habe natürlich "beben" gemeint: "Der Wildpark wird beben." Von Gianni Costa

Der Präsident des KSC lachte nicht. Er fürchtet schon wieder eine saftige Rechnung vom Deutschen Fußball-Bund. In Hamburg nämlich hatten Chaoten des Vereins ordentlich gezündelt. Da die KSC-Fans nach diversen Vorfällen in der vergangenen Saison als Wiederholungstäter beim Verband eingestuft werden, droht dem Klub nun schlimmstenfalls, die neue Spielzeit mit einem Teilausschluss der Anhängerschaft beginnen zu müssen.

Heute Abend (19 Uhr/Live-Ticker) wird sich zumindest schon einmal klären, in welcher Spielklasse. Ehemalige Spieler wie Maik Franz sind jedenfalls optimistisch, dass der KSC sich gegen den HSV durchsetzen wird. "Iron Maik", der zu der Aufsteigermannschaft von 2007 gehört, warnt jedoch in der "Badische Neueste Nachrichten": "Das 1:1 ist trügerisch. Jeder denkt, am Montag geht die Uhr aus, aber da gibt es noch einen Gegner, der heißt HSV. Es ist noch ein hartes Stück Arbeit." Immerhin hat Franz ein gutes Omen für Karlsruhe ausgemacht: "Alle meine Ex-Vereine waren am Wochenende erfolgreich: Wolfsburg Pokalsieger, Magdeburg in die 3. Liga aufgestiegen. Da kann's nur nach oben gehen."

Die Polizei ist auf das Schlimmste vorbereitet. In dem Krisenszenario der Ordnungsbehörde ist damit der Abstieg des Hamburger Sportvereins gemeint. Auf Druck der Beamten wurde die Partie um eineinhalb Stunden vorverlegt. Damit soll zumindest bei einem regulären Spielende nach 90 Minuten sichergestellt sein, dass es noch hell ist. Rund 1200 Polizisten sind im Einsatz und sollen im und rund um den Wildpark für Sicherheit sorgen.

Beim HSV macht man sich derzeit vor allem um sich selbst Sorgen. Trainer Bruno Labbadia bangt um die kroatischen Offensivkräfte Ivica Olic und Ivo Ilicevic. Olic hatte nach einer Spritze in den Rücken einen allergischen Schock erlitten. Ilicevic, Torschütze im Hinspiel, laboriert an Adduktorenbeschwerden. "Bei beiden ist unklar, ob sie spielen können", sagte Labbadia. Der angeschlagene Torjäger Pierre-Michel Lasogga will sich durchbeißen. Den in Karlsruhe fehlenden Gojko Kacar könnte Kapitän Rafael van der Vaart im Mittelfeld ersetzen. Danach verlässt der Niederländer den Verein.

Dem badischen Zweitligisten würde indes bereits ein 0:0 reichen. In Karlsruhe will man nichts mehr anbrennen lassen.

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