Hamburg - Berlin 1:1: Hamburger SV bleibt sieglos
zuletzt aktualisiert: 27.08.2006 - 18:55Hamburg (rpo). Der Umbau der HSV-Mannschaft wirkt sich negativ auf die noch junge Bundesliga-Saison aus. Im dritten Spiel musste sich der Hamburger SV mit dem dritten Unentschieden begnügen. Hertha BSC Berlin steht dagegen nach dem 1:1 in der AOL-Arena im oberen Tabellenfeld.
Die Gastgeber gingen in der 18. Minute in Führung. Nach einer Kopfballvorlage von Collin Benjamin war Torjäger Boubacar Sanogo ebenfalls per Kopf zur Stelle und beförderte den Ball aus sechs Metern Entfernung über die Torlinie. Es war bereits der dritte Saisontreffer des vom 1. FC Kaiserslautern gekommenen Afrikaners, der damit in der Torjägerliste die Führung übernahm.
Nach einer Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten kamen die Berliner in der 64. Minute zum Ausgleich. Stürmer Christian Gimenez war aus dem Gewühl heraus mit seinem ersten Treffer für Hertha erfolgreich. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst sah der Berliner Sofia Chahed in der 84. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte, fünf Minuten später musste der Hamburger Colin Benjamin bei seinem ersten Liga-Einsatz seit einem Jahr nach einem groben Foul an Yildiray Bastürk mit "Rot" vom Feld.
Van der Vaart verletzt ausgewechselt
Zu Saisonbeginn im Ligapokal hatten die Norddeutschen Berlin noch mit 1:0 geschlagen, doch diesmal verlief die Partie weitaus ausgeglichener. Die Truppe von Thomas Doll hatte vor dem Seitenwechsel Vorteile und hätte bereits in der 13. Minute durch einen Schuss von Benjamin Lauth in Führung gehen können. Die Gäste brauchten eine lange Anlaufphase, ehe sie so richtig ins Spiel fanden, steigerten sich aber in den zweiten 45 Minuten in der Offensive. Ihnen kam dabei möglicherweise zu Hilfe, dass HSV-Regisseur Rafael van der Vaart in der 54. Minute wegen einer Verletzung an der linken Hüfte durch Piotr Trochowski ersetzt werden musste.
Ein solides, aber weitgehend unauffälliges Debüt feierte im Trikot der Hamburger Neuzugang Joris Mathijsen. Der Innenverteidiger der holländischen Nationalmannschaft beschränkte sich ganze auf seine Abwehrarbeit und tauchte so gut wie nie in der gegnerischen Hälfte auf. Lediglich bei Standardsituationen rückte er weiter nach vorne auf.
Torschütze Sanogo sowie Benjamin waren die stärksten Akteure auf Seiten der Hamburger, die in der Defensive gleich drei Stammkräfte ersetzen mussten. Der ungemein forsch agierende Mittelfeldspieler Patrick Ebert sowie Torschütze Gimenez verdienten sich bei der Hertha die Bestnoten.
STIMMEN
Trainer Thomas Doll (Hamburger SV): "Das ist zu wenig, wir hatten uns mehr erhofft. Nach dem tollen Start haben wir der Hertha das Feld überlassen. Wir haben vergessen, Fußball zu spielen und förmlich um den Ausgleich gebettelt. Die Hertha ist stärker geworden und wir haben nicht verstanden, uns freizuspielen. Unter dem Strich ist das Ergebnis in Ordnung."
Trainer Falko Götz (Hertha BSC Berlin): "Wir sind nicht ganz zufrieden. Wir hatten eine gute Möglichkeit, hier heute zu gewinnen. Wir können zwar mit dem Ergebnis leben, würden uns aber nicht beschweren, wenn es drei Punkte wären. Die Mannschaft hat sich über 90 Minuten gut präsentiert, deshalb geht das Ergebnis auch so in Ordnung."
STATISTIK
Hamburg: Kirschstein - Mahdavikia, Mathijsen, Reinhardt, Benjamin - de Jong - Jarolim (68. Guerrero), Wicky (88. Berisha) - van der Vaart (54. Trochowski) - Lauth, Sanogo
Berlin: Fiedler - Chahed, van Burik, Simunic, Fathi (46. Boateng) - Dardai - Ebert, Bastürk, Gilberto - Pantelic (88. Samba), Gimenez (82. Okoronkwo)
Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg)
Tore: 1:0 Sanogo (18.), 1:1 Gimenez (64.)
Zuschauer: 53.989
Beste Spieler: Benjamin, Sanogo - Ebert, Gimenez
Rote Karten: Benjamin wegen groben Foulspiels (89.)
Gelb-Rote Karten: Chahed wegen wiederholten Foulspiels (85.)
Gelbe Karten: Jarolim (3), Wicky, de Jong - Chahed, Boateng, Pantelic
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