1. Bundesliga 17/18
| 18.53 Uhr

HSV siegt 1:0 gegen Augsburg
Müller nach Torjubel-Verletzung im Krankenhaus

Fotos: Müller verletzt sich bei Torjubel am Knie
Fotos: Müller verletzt sich bei Torjubel am Knie FOTO: dpa, dbo kno
Hamburg. Der Hamburger SV hat erstmals seit sieben Jahren die Bundesliga-Saison wieder mit einem Sieg begonnen. Im Duell der "Pokal-Deppen" setzte sich der HSV gegen den FC Augsburg mit 1:0 (1:0) durch. Nicolai Müller erzielte das Siegtor – bezahlte seinen ausgelassenen Jubel aber mit einer Knieverletzung.

Vor 49.449 Zuschauern im Volksparkstadion erzielte Müller bereits in der achten Minute das Tor des Tages. Sechs Tage nach der Blamage beim Drittligisten Osnabrück hat der HSV die schmerzhafte Niederlage offenbar verdaut und mit dem Sieg, wenn auch etwas glücklich, eine prompte Antwort auf dem Platz gegeben. Augsburg schlittert dagegen nach der Niederlage im DFB-Pokal beim 1. FC Magdeburg auf eine frühe Krise zu.

Müller muss mit Knieverletzung runter

Nach einer unruhigen Woche bei den Norddeutschen, in der Investor Klaus-Michael Kühne per Rundumschlag sowohl Trainer Markus Gisdol, Sportdirektor Jens Todt als auch den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen kritisiert hatte, startete die Mannschaft zunächst hektisch. Immer wieder schlichen sich Fehler im Spielaufbau ein, bis Müller die Hanseaten erlöste und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Bei seinem Torjubel – Müller drehte erst ein paar Pirouetten und sprang dann in die Luft – verletzte sich der Torschütze allerdings am rechten Knie und musste wenig später gegen Aaron Hunt ausgetauscht werden.

Der 29-Jährige wurde nach dem Spiel zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Gisdol äußerte sich besorgt: "Das ist schon ein Wermutstropfen. Ich weiß noch nicht, wie schlimm es ist", sagte der 48-Jährige und gab zu, dass er "so etwas noch nicht erlebt" habe.

Die kuriosesten Verletzungen der Fußballer FOTO: dpa, nip ive hm

Gisdol hatte sein Team im Vergleich zur Vorwoche ordentlich durchgemischt. Kapitän Gotoku Sakai saß zunächst nur auf der Bank. Nicht im Kader standen Douglas Santos und Mergim Mavraj. Für Santos spielte Rick van Drongelen, der sein Bundesliga-Debüt gab. Sein Comeback nach einer Kapselverletzung im Kniegelenk feierte Filip Kostic.

Augsburg, das nach dem Wechsel von Kapitän Paul Verhaegh (VfL Wolfsburg) mit Raul Bobadilla (Borussia Mönchengladbach) unter der Woche den Abgang eines zweiten Leistungsträgers verkraften musste, baute die Mannschaft auf zwei Positionen um. Der wiedergenesene Caiuby, sowie Ja-Cheol Koo durften von Beginn an ran. Der beim HSV gehandelte Konstantidos Stafylidis stand nicht im Kader.

Gregoritsch sieht Gelb für Schwalbe

Nach dem Führungstreffer wurde die Partie ruhiger. Erst als der Ex-Hamburger Michael Gregoritsch versuchte, für Augsburg einen Elfmeter rauszuholen (28.), wurde es wieder laut im Volkspark. Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) zeigte ihm für die Schwalbe die Gelbe Karte.

Insgesamt bot die erste Halbzeit kaum spielerische Glanzpunkte. Beide Teams haderten mit ihrem ungenauen Passspiel. Ab der 30. Minute übernahmen jedoch die Gäste immer mehr die Kontrolle, vor allem, weil Hamburg sich immer weiter zurückzog. Besonders Caiuby sorgte für Unruhe in der HSV-Abwehr.

Auch nach der Halbzeit änderte sich das Bild zunächst nicht. Augsburg hatte mehr Spielanteile. Wenn die Hanseaten jedoch am Ball waren, gelangen ihnen durch Wood (54., 56.) wieder mehr konstruktive Aktionen, jedoch ohne brandgefährlich zu sein. Auch wenn es an Großchancen mangelte, der Einsatz bei beiden Mannschaften stimmte.

Beste Spieler bei den Hausherren waren Walace und Vertretungs-Kapitän Kyriakos Papadopoulos, bei den Gästen verdienten sich Caiuby und Philipp Max gute Noten.

(areh/sid)
 
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