1. Bundesliga 16/17
| 11.34 Uhr

Bundesliga
Auf Wiedersehen, Hannover 96!

Hannover 96 ist nicht mehr zu retten
Hannovers Trainer Thomas Schaaf steht mit den Niedersachsen vor dem Abstieg aus der Bundesliga. FOTO: dpa, pst lof
Meinung | Düsseldorf. Es wird Zeit, dass wir uns von einem beinahe schon liebgewonnenen Mitglied der Bundesliga in Ehren verabschieden. Betonung auf beinahe. Von Robert Peters

Nach dem 0:1 in Frankfurt, der neunten Niederlage in zehn Spielen mit Trainer Thomas Schaaf, ist der Abstieg von Hannover 96 sieben Spieltage vor Schluss besiegelt. Selbst dem großen Vorsitzenden Martin Kind wird nichts Gescheites mehr einfallen. Vielleicht lädt er noch mal wie vor Jahresfrist Peter Neururer zu einem medienwirksamen Vorstellungstermin ein und verpflichtet dann für die letzten Spiele Otto Rehhagel. Retten wird das seinen Klub nicht.

Das ist furchtbar schade, denn die Alleingänge von Kind werden der Bundesliga fehlen. Sein Sendungsbewusstsein wird ebenso schmerzlich vermisst wie seine Vereinsführung nach Gutsherrenart. Da kann nicht einmal Clemens Tönnies mithalten, der steinreiche Fleischhändler aus Rheda-Wiedenbrück, der sich als Aufsichtsratschef von Schalke 04 ähnliche Machtbefugnisse herausnimmt wie Kind.

Vielleicht haben die beiden Herren ihre Art von Klubführung im Nebenberuf gelernt. Genau wie Tönnies ist Kind nämlich ein erfolgreicher Geschäftsmann. Noch mehr aber als Tönnies ist der Hörgerätehersteller Kind davon überzeugt, dass sich die Gesetze der Marktwirtschaft eins zu eins auf den Fußball übertragen lassen. Kind glaubt, dass Erfolg in erster Linie ein Ergebnis klarer Direktiven und entsprechender finanzieller Mittel ist. Von Mannschaftsspiel und Teamentscheidungen hält er nichts.

Künftig wird er noch mächtiger, weil die DFL sein Recht anerkennt, als langjähriger Förderer mehr als 50 Prozent an den Anteilen des Wirtschaftsunternehmens Hannover 96 übernehmen zu dürfen. Mehrheitseigner ist er längst. Das gefällt nicht jedem, namentlich vielen Fans nicht. Aber sie müssen dieser Entwicklung hilflos zusehen. Kind hat den Klub zu einem Teil seines Firmen-Imperiums gemacht. Und er wird weiter allein das Sagen haben. Das ist eine verheerende Entwicklung. Ihr erstes Zwischenergebnis, der bevorstehende Sturz in die zweite Liga, ist dafür der Beweis. Dass Hannover und Kind daraus lernen, ist aber eher unwahrscheinlich.

Quelle: RP
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