Borussia Mönchengladbach: Herrmann hofft – Jansen kehrt zurück
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012 - 07:32Mönchengladbach (RP). Marcell Jansen wurde bei Borussia groß, zog in die Welt hinaus und wurde Nationalspieler. Jetzt kehrt er mit dem Hamburger SV als Außenseiter zurück. Er wird nicht auf Patrick Herrmann treffen – der Jungstar, der für die DFB-Elf im Gespräch war, brach sich das Schlüsselbein.
Autofahren geht schon wieder ganz gut, sogar das Tanken klappt. "Eigentlich geht's mir schon wieder ziemlich gut", sagt Patrick Herrmann, und muss dabei lachen. "Die paar Wochen kriege ich schon irgendwie herum." Dabei ist es gerade einmal fünf Tage her, als sich der 21-Jährige vor Schmerzen auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern krümmte.
Nach einem Zusammenprall mit Florian Dick brach sich Herrmann das Schlüsselbein, wurde noch am Sonntag operiert und mit einer Stahlplatte in der Schulter versehen. Die Verletzung kommt ungelegen. Gerade, als sich Herrmann, der seit Wochen in bestechender Form spielt, Hoffnungen auf eine Nachricht von Joachim Löw machen durfte – und auf einen Platz im Kader der Nationalmannschaft.
Fast alle an Bord
Borussias Trainer Lucien Favre kann zum Duell gegen den HSV bis auf Patrick Herrmann auf den kompletten Kader zurückgreifen. Torhüter Marc-André ter Stegen musste zwar Dienstag das Training abbrechen und ließ gestern Morgen eine Einheit sausen, sein Einsatz gegen Hamburg soll aber nicht gefährdet sein.
"Ehrlich gesagt habe ich mir nie Gedanken über das Nationalteam gemacht", gibt Herrmann zu. "Ich hatte mich schon gefreut, die Kollegen von der U21-Nationalmannschaft wiederzusehen. Das musste ich natürlich auch absagen." Doch es wäre tatsächlich gut möglich gewesen, dass auch ein fitter Patrick Herrmann seine Kollegen aus der U21 nicht zu Gesicht bekommen hätte. "Er ist aktuell einer der besten Offensivspieler der Liga", sagt Borussia-Trainer Lucien Favre, nur um zu verdeutlichen, wie sehr ihm der rechte Mittelfeldspieler in den kommenden Wochen fehlen wird.
"Das hat er wirklich gesagt?", fragt der Geadelte – und muss erstmal durchschnaufen. "Das ist ein Riesenlob und ehrt mich sehr", sagt er dann mit der ihm üblichen Bodenständigkeit. "Ich hätte sehr gerne mehr gezeigt. Aber es hätte ja schlimmer kommen können."
So muss der Saarländer morgen auf der Tribüne zusehen, wenn seine Kollegen gegen den Hamburger SV siegen wollen – und ein ehemaliger Gladbacher versucht, Punkte aus dem Borussia-Park mitzunehmen. Marcell Jansen kommt aus Lürrip, spielt aber für den HSV. Und das momentan mit eher mittelmäßigem Erfolg. Hamburg dümpelt im Tabellenmittelfeld herum, bei Jansen selbst wechseln sich ordentliche Spiele mit teils desaströsen Leistungen ab.
Jetzt also die Heimkehr nach Gladbach – mal wieder. "Mein Herz schlägt nach wie vor für diesen Verein", lässt der 26-Jährige in der "Welt" aufzeichnen. "Aber ich will gewinnen." Auch wenn das Duell seine Familie spaltet. Der Cousin ist Dauerkarteninhaber bei Borussia.
Jansen dürfte ein wenig wehmütig sein, wenn er auf die Erfolgsgeschichte seines alten Klubs blickt. In der Nationalmannschaft – dort, wo sein Gladbacher Kollege Herrmann gerne hin möchte, da lief es bereits für Jansen, der schon eine Europa- und zwei Weltmeisterschaften absolvierte.
Aktuell ist der Mittelfeldspieler nicht nominiert. Auch wegen der durchwachsenen Leistungen in Hamburg. Optimistisch ist er dennoch. "Wir werden uns vorbereiten, ich hoffe, dass wir auf dem Platz Lösungen parat haben. Patrick Herrmann glaubt nicht daran: "Borussia ist stark. Wir werden die drei Punkte holen."
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