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Berlin - Wolfsburg 2:1: Hertha feiert Okoronkwos spätes Siegtor

zuletzt aktualisiert: 01.09.2007 - 17:43

Berlin (RPO). Hertha BSC Berlin kommt in der Fußball-Bundesliga unter Trainer Lucien Favre immer besser in Tritt und hat nach einer starken Leistung den Sprung ins gesicherte Mittelfeld geschafft. Die Berliner bezwangen den VfL Wolsburg 2:1 (1:0) und schraubten ihr Punktekonto nach vier Spielen auf sechs Zähler.

Marco Pantelic behauptet den Ball gegen Marcel Schäfer.  Foto: AP, AP
Marco Pantelic behauptet den Ball gegen Marcel Schäfer. Foto: AP, AP

Die Tore für die Berliner erzielten Marco Pantelic (38.) und Solomon Okoronkwo (87.). Der Ex-Berliner Ashkan Dejagah markierte in der 61. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste.

Fast 30 Millionen Euro in neue Spieler investiert und doch wieder nur Mittelmaß: Felix Magath ließ bei der 1:2 (0:1)-Pleite des VfL Wolfsburg bei Hertha BSC Berlin den Schlusspfiff mit versteinerter Minie über sich ergehen. Der missratene Saisonstart mit nur einem Sieg aus vier Spielen schlug dem ehrgeizigen Coach auf den Magen. Anstatt jedoch sein Konzept in Frage zu stellen, holte der Trainer, Manager und Sportdirektor in Personalunion zum Rundumschlag aus.

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagte Magath und zog tatsächlich die Deutsche Bahn als Schuldigen heran. "Ich muss Hertha zum Hauptsponsor gratulieren. Die Bahn hat es geschafft, dass wir für die Hinfahrt von Wolfsburg nach Berlin drei Stunden benötigt haben."

Normalerweise dauert die Fahrt eine Stunde. Unerklärliche Probleme hätten, so Magath, auf der Strecke zu Verzögerungen geführt und seine Spieler ermüdet, auch wenn die Mannschaft bereits am Tag vor dem Spiel angereist war.

Regelrecht aus der Haut fuhr Magath, als er auf die hohen Investitionen beim Werksklub angesprochen wurde, die sich nach jüngsten Rechnungen auf 29,5 Millionen Euro summierten. "Das ist doch dummes Zeug", sagte der Coach, der die Zahl nicht bestätigen wollte und nicht für alle Transfers die Verantwortung übernahm: "Als ich nach Wolfsburg kam, waren schon zehn Spieler verkauft und drei Spieler eingekauft."

Trotz der negativen Bilanz mit zwei Niederlagen aus vier Spielen wollte Magath das Wort Fehlstart nicht in den Mund nehmen: "Bei uns gibt es keine Unruhe. Nach dem großen Umbruch war doch klar, dass wir nicht sofort unter den ersten Drei landen."

Zudem seien die Aussichten für das nächste Spiel besser. Dann darf der für acht Millionen Euro von Le Mans verpflichtete Brasilianer Grafite auflaufen. Und auch der für 1,4 Millionen Euro vom FC Sao Paulo transferierte Josue hat dann seine Sperre abgesessen.

Vor 42.079 Zuschauern zeigten die Wolfsburger nur 30 Minuten nach dem Wiederanpfiff guten Fußball und glichen durch den Ex-Herthaner Ashkan Dejagah in der 61. Minute aus. "Nach dem Ausgleich haben wir nicht weiter nach vorne gespielt", meinte Magath, der in der 87. Minute den herrlichen Distanzschuss des eingewechselten Herthaners Solomon Okoronkwo zum 1:2 miterleben musste.

Ganz anders war die Stimmungslage bei den Berlinern, die im ersten Durchgang im Olympiastadion einen viele Jahre nicht gesehenen Kombinationsfußball zeigten. Die Handschrift von Trainer Lucien Favre wird immer sichtbarer. Die junge Mannschaft bemüht sich um schnelles Direktspiel und überließ Wolfsburg im ersten Durchgang keine Chance.

Zwangsläufig fiel in der 38. Minute die Führung durch Marko Pantelics sehenswerten Kopfball. "Wir haben das Limit noch nicht erreicht und werden uns weiter steigern", kündigte Abwehrspieler Malik Fathi an.

Herthas Manager Dieter Hoeneß klatschte nach dem Abpfiff Beifall. "In der ersten Halbzeit war es fast perfekter Fußball. Wir haben gute Chancen gehabt und den Wolfsburgern nicht eine Gelegenheit gegönnt." Zum Glück aus Sicht der Berlinern gab es anders als beim 0:2 in der Vorwoche gegen Bielefeld, als man trotz guter Leistung unterlag, dieses Mal ein Happyend.

"Es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass sie sich nach dem 1:1 noch einmal gesteigert hat", sagte Favre, dessen Taktik die ansonsten eher zurückhaltenden Zuschauer im Olympiastadion mit rhythmischem Klatschen feierten.

Bei den Berlinern zeigten Gilberto und Patrik Ebert die besten Leistungen. Auf Seiten der Gäste gefielen Torwart Simon Jentzsch und Dejagah.


Statistik

Berlin: Drobny - Chahed, Friedrich, Simunic, Fathi - Ebert (84. Lustenberger), Dardai, Gilberto, Lucio (81. Okoronkwo) - Lima (71. Grahn), Pantelic. - Trainer: Favre

Wolfsburg: Jentzsch - Riether, Simunek, Madlung, Schäfer - Quiroga (46. Thiam) - Baier, Krzynowek (74. Gentner) - Dejagah, Marcelinho - Radu (46. Boakye). - Trainer: Magath

Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Mainz)

Tore: 1:0 Pantelic (38.), 1:1 Dejagah (61.), 2:1 Okoronkwo (88. )

Zuschauer: 42.075

Beste Spieler: Ebert, Gilberto - Jentzsch, Dejagah

Rote Karten: keine

Gelb-Rote Karten: keine

Gelbe Karten: - Quiroga (2), Dejagah


 
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