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Bundesliga: Hertha feuert Götz - Heine übernimmt

zuletzt aktualisiert: 10.04.2007 - 10:12

Berlin (RPO). Bundesligist Hertha BSC Berlin und Trainer Falko Götz gehen künftig getrennte Wege. Die Hauptstädter haben nach der sportlichen Talfahrt die Reißleine gezogen und sich von dem Übungsleiter getrennt.

Die Hertha-Bosse tagten am Ostermontag bis spät in die Nacht und entschieden dann, ohne Götz weiterzumachen. Hertha-Manager Dieter Hoeneß bestätigte den Entschluss auf einer Presse-Konferenz. Ersetzen soll Götz zunächst einmal der bisherige Amateur-Coach Karsten Heine.

Ihm zur Seite steht der bisherige Scout Sven Kretschmer, der das Amt des Co-Trainers übernimmt. Der 52 Jahre alte Heine war schon zweimal Cheftrainer in Berlin. Von Mai bis Juni 1991 in der 1. Liga und von März 1994 bis Dezember 1995 in Liga zwei.

"Ich freue mich auf die Aufgabe. Viele Spieler kenne ich ja aus der U23-Mannschaft. Es geht jetzt darum, schnell an die Leistungen aus der Hinrunde anzuknüpfen", erklärte Heine zum Dienstbeginn.

Das Gespann soll zunächst einmal als Übergangslösung fungieren, damit Manager Hoeneß genügend Zeit bleibt, einen neuen Trainer für die kommende Spielzeit zu suchen. Hoeneß betonte jedoch, dass Heine "mit allen Kompetenzen ausgestattet ist".

"Man kann Falko Götz nichts vorwerfen"

"Man kann Falko Götz nichts vorwerfen. Am Ende hat nur der Erfolg gefehlt", sagte Hoeneß. Im Oktober war die Mannschaft noch Tabellenführer, ehe in der Rückrunde der Absturz folgte. Das gestörte Verhältnis zwischen Trainer und einigen Spielern war offenbar der Hauptgrund der sportlichen Misere. "Man bekommt das eine oder andere Signal aus der Mannschaft", sagte der Manager und versuchte die Entscheidung gegen Götz, der zum Abschied vom Klub immerhin eine Abfindung von einer Millionen Euro erhält, zu erklären.

"Die Zeit mit Hertha endet nun im gegenseitigen Respekt, mit Fairness und meiner Hoffnung, dass der Bundesliga-Fußball in Berlin zu den erfolgreichen Zeiten zurückfindet", schrieb Götz am Dienstagmittag auf seiner Homepage.

Abstiegsangst in der Hauptstadt

Hertha avancierte unter Götz nach acht sieglosen Spielen in Serie zur schwächsten Rückrunden-Manschaft der Bundesliga und befindet sich nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Bielefeld sogar in Abstiegsgefahr - nur noch fünf Zähler trennt "die alte Dame" vom 16. Zabellenplatz.

Götz hatte seine zweite Amtszeit als Berliner Chefcoach am 1. Juli 2004 angetreten und besitzt noch einen Vertrag bis 2008. Erstmals saß Götz für 13 Spiele am Ende der Saison 2001/2002 auf der Hertha-Bank.

Angeblich steht dem 45-Jährigen beim vorzeitigen Ende seiner Tätigkeit eine Abfindung in Höhe von einer Millionen Euro zu, was die mit rund 45 Millionen Euro verschuldete Hertha besonders schmerzen dürfte. Im Vorjahr hatte der Verein noch zu seinem Coach gehalten, obwohl er mit seiner Mannschaft 13 Spiele in Folge ohne Sieg geblieben war.

"Anders als im vergangenen Jahr war in der Mannschaft nicht mehr der Spirit zu erkennen, das Ding umzudrehen", sagte Hoeneß, der Götz die Nachricht am Montag zunächst telefonisch mitteilte. "Er hat elf Jahre lang sehr gute Arbeit bei Hertha geleistet und unsere Mannschaft dreimal in den UEFA-Cup geführt. Von so einem Mann trennt man sich nicht aus der Laune heraus."

Preetz war kein Thema

Keine ernsthafte Option als Interims-Trainer war Ex-Nationalspieler Michael Preetz, der über Ostern von einigen Zeitungen als neuer "Teamchef" gehandelt wurde. "Er hatte keine ernsthaften Ambitionen", sagte Hoeneß über den Leiter der Lizenspieler-Abteilung. Auch Hoeneß selbst, immerhin für die sportliche Situation im Klub mitverantwortlich, stand offenbar nicht zur Disposition. Auf die Frage, ob auch über ihn diskutiert wurde, antwortete der Manager kurz: "Nein!"

Die Trennung der Berliner von Götz wäre der zehnte Trainerwechsel in dieser Saison und der insgesamt 304. in der Bundesliga-Geschichte seit 1963. In der laufenden Spielzeit waren Thomas van Heesen und Frank Geideck (beide Arminia Bielefeld), Thomas Doll (Hamburger SV), Felix Magath (Bayern München), Jupp Heynckes (Borussia Mönchengladbach), Peter Neururer (Hannover 96), Dieter Hecking (Alemannia Aachen) sowie Jürgen Röber und Bert van Marwijk (beide Borussia Dortmund) vorzeitig bei ihren Klubs aus dem Amt geschieden.


 
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