Wolfsburg - Berlin 0:0: Hertha stoppt Serie der "Wölfe"
zuletzt aktualisiert: 23.02.2008 - 17:44Wolfsburg (RPO). Der VfL Wolfsburg hat als letztes Bundesligateam seine "weiße Weste" verloren und die ersten Punkte im Jahr 2008 abgegeben. Die Mannschaft von Trainer Felix Magath kam gegen Hertha BSC Berlin nicht über ein torloses Unentschieden hinaus und verpasste damit nach zuletzt vier Siegen in Folge die Chance, weiter Boden auf die Uefa-Cup-Plätze gut zu machen. Zudem blieben die Niedersachsen erstmals in einem Spiel ohne Torerfolg.
Gegen die Hertha warten die "Wölfe" seit 2003 weiterhin auf einen Sieg. Die Berliner punkteten dagegen zum neunten Mal in Folge gegen den VfL, blieben aber durch das Unentschieden im unteren Mittelfeld der Tabelle.
Nach einem Spiel ohne Sieger fühlten sich alle als Gewinner. "So eine Begegnung hätten wir in der Hinrunde noch verloren, deshalb ist auch dieses Unentschieden für uns ein gutes Ergebnis", resümierte Felix Magath nach dem 0:0 seines VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC Berlin.
Und auch sein Kollege Lucien Favre hatte am Ausgang der Begegnung nicht viel zu mäkeln: "Wolfsburg hat in der ersten Halbzeit viel Druck gemacht, wir waren im zweiten Durchgang besser. Über die 90 Minuten gesehen können wir mit dem Punktgewinn also zufrieden sein."
In der Bundesliga-Tabelle half das torlose Remis freilich keinem der beiden Teams weiter. Die Wolfsburger fielen vom siebten auf den neunten Platz zurück und verpassten damit vorerst den Anschluss an die Europacup-Plätze, Hertha verlor einen Rang und befindet sich als Zwölfter weiterhin im Niemandsland der Liga - ohne Abstiegsnot, aber auch ohne ernsthafte Ambitionen Richtung oberes Tabellendrittel.
Magath sah die Entwicklung seiner Mannschaft jedoch unabhängig vom Tabellenstand, und so war auch die gerissene Siegesserie nach zuvor fünf Pflichtspielerfolgen nacheinander für den Coach kein Problem: "Unsere bisherigen Ergebnisse in der Rückrunde waren ja überraschend gut, da kann man auch mal mit einem 0:0 leben", sagte Magath und bescheinigte seinem Team einen anhaltenden Aufwärtstrend: "Im Vergleich zur Hinrunde sind wir einen Schritt weiter."
Das war auch den Berlinern nicht entgangen. "Wir sind diesmal auf einen sehr starken Gegner gestoßen. Das ist ein ganz anderes Wolfsburg als noch vor einem Jahr", stellte Herthas Nationalspieler Arne Friedrich fest. So empfand der Berliner Mannschaftskapitän das Unentschieden trotz zweier vorangegangener Siege denn auch nicht als Rückschlag: "Wir haben sieben von neun möglichen Punkten geholt, und ich bin stolz auf das, was wir in den letzten drei Spielen geleistet haben."
Gemessen an der zweiten Halbzeit wäre für die Gäste vor 23.659 Zuschauern in Wolfsburg sogar mehr drin gewesen. Raffael und der zur Halbzeit eingewechselte Steve von Bergen hatten die Chance zur Hertha-Führung zunächst im Doppelpack (54.), Marco Pantelic danach gleich in zwei aussichtsreichen Situationen (64./82.).
Und am Ende hätte es auch noch Solomon Okoronkwo (86.) richten können, doch alle scheiterten letztlich an VfL-Keeper Diego Benaglio. "Bei ihm können wir uns bedanken, dass wir einen Punkt gerettet haben", lobte Magath seinen im Winter verpflichteten Schweizer Torhüter.
Die Kreativabteilung und die Offensive, die den "Wölfen" die jüngste Erfolgsserie beschert hatten, mussten dagegen erstmals seit langem mit Kritik ihres Trainers leben. "Wir sind gut ins Spiel gekommen und hätten in Führung gehen können, allerdings waren wir zu verkrampft und haben es zu oft mit der Brechstange versucht", bemängelte Magath.
Den Grund sah der 54-Jährige in der gestiegenen Erwartungshaltung: "Vielleicht haben wir zu viel davon gesprochen, dass wir unseren Tabellenplatz mit einem Sieg festigen können. Das hat uns offensichtlich die Lockerheit genommen."
Beste Spieler beim VfL waren der Japaner Makoto Hasebe im Mittelfeld, Torhüter Benaglio und Abwehspieler Madlung, der sich auch immer wieder in die Angriffe einschaltete. Auf Seiten der Gäste wussten vor allem Nationalspieler Arne Friedrich und Sofian Chahed zu gefallen.
Statistik:
Wolfsburg: Benaglio - Ricardo Costa (54. Dejagah), Simunek, Madlung, Schäfer - Gentner, Josue, Hasebe - Marcelinho (80. Ljuboja) - Grafite, Dzeko. - Trainer: Magath
Berlin: Drobny - Friedrich, Simunic, Fathi (46. von Bergen) - Chahed, Lustenberger, Kacar (76. Mineiro), Skacel - Ebert (85. Okoronkwo), Raffael - Pantelic. - Trainer: Favre
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 23.659
Beste Spieler: Benaglio, Madlung, Hasebe - Friedrich, Chahed
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Ricardo Costa (3), Marcelinho, Grafite (5/1) - Fathi (3), Kacar (2), Simunic (3)
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