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0:0 gegen Freiburg - Ärger in Berlin: Hertha weiter tor- und sieglos

zuletzt aktualisiert: 16.08.2003 - 17:37

Berlin (rpo). Hertha BSC Berlin kommt in der Bundesliga einfach nicht in Gänge. Auch am dritten Spieltag blieben die Hauptstädter ohne Torerfolg und kamen gegen Aufsteiger Freiburg nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus.

Mit nun 270 Minuten ohne Torerfolg überbot die Mannschaft von Trainer Huub Stevens den bisherigen Start- Negativrekord um drei Minuten. Die Freiburger, bei denen Torwart Richard Golz überragte, erkämpften sich vor 32 508 Zuschauern in der Hauptstadt verdient das vierte Remis in Folge. Der eingewechselte Ellery Cairo hatte in der Schlussminute sogar die große Chance zum Siegtreffer.

Lediglich in den ersten zehn Minuten entwickelten die Gastgeber, bei denen die Brasilianer Marcelinho und Luizao (beide verletzt) sowie der gesperrte Wichniarek fehlten, den nötigen Druck und die Ideen, um die Freiburger in Verlegenheit zu bringen. Nach einer Direktablage von Nationalspieler Fredi Bobic, der nach erneuten Rückenproblemen nicht hundertprozentig fit wirkte, zog Andreas Neuendorf ab, doch Golz reagierte großartig (5.). Und als Bart Goor einmal von der Strafraumgrenze abzog und Dick van Burik den Ball mit dem Kopf verlängerte, rettete Bruno Berner auf der Linie (34.).

Ansonsten aber ließen die Breisgauer kaum etwas zu. Das Spiel der Berliner krankte an Ungenauigkeiten, Fehlern im Spielaufbau und verschlepptem Tempo. Weder Neuendorf noch Goor oder der zunächst ins Mittelfeld beorderte Arne Friedrich konnten den Ausfall von Spielmacher Marcelinho kompensieren. Zumal Nationalspieler Friedrich, dem Manager Dieter Hoeneß für das Länderspiel am Mittwoch gegen Italien eine Pause verordnen möchte, ungewöhnlich zurückhaltend blieb.

Erst in der Schlussphase fand die Hertha wieder zu einigen verheißungsvollen Offensiv-Aktionen. Eine Dreifach-Chance vergaben Nando Rafael sowie die eingewechselten Thorben Marx und Bartos Karwan kläglich (70.). Schließlich brachten auch Nando (80.) und Bobic (88.) den Ball aus guten Positionen nicht über die Linie.

Der Aufsteiger spielte auf der Baustelle Olympiastadion nicht nur locker mit, sondern konnte die Partie über weite Strecken sogar kontrollieren. Allerdings fehlte den Gästen auch die letzte Entschlossenheit, die den sogar möglichen Sieg verhinderte. Oumar Kondé köpfte freistehend zu schwach (15.). Levan Zkitischwili (21.) und Soumaila Coulibaly (30./42.) scheiterten mit Freistößen knapp. In der zweiten Hälfte beschränkte sich das Team von Trainer Volker Finke zum großen Teil auf die Sicherung des Punktgewinns.


STIMMEN ZUM SPIEL:

Trainer Huub Stevens (Hertha BSC Berlin): "Ich erzähle am Ende immer das Gleiche. Wenn man die Chancen nicht nutzt, kann man sich nur selbst schlagen. Wir haben sieben bis acht Großchancen nicht genutzt und hätten noch verlieren können. Aber ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen, die Einstellung hat bei allen gestimmt. Ich verstehe die Enttäuschung der Fans, aber es fehlte das Quäntchen Glück und das nötige Selbstvertrauen. Wenn wir uns keine Chancen erarbeiten würden, würde ich mir Sorgen machen."

Trainer Volker Finke (SC Freiburg): "In der ersten Halbzeit haben wir einen ordentlichen Auftritt gehabt, aber Hertha ist bei drei Standardsituatioen trotzdem gefährlich gewesen. Da haben wir einfach nicht die Spieler, die für eine solche Situation geeignet sind. Ansonsten haben wir geschickt gespielt und zusammen gearbeitet. In der zweiten Halbzeit war es nur eine Frage der Zeit, ob wir verlieren oder einen Konter erfolgreich abschließen. Zum Schluss haben beide Mannschaften Glück gehabt und egal, was man zusammen rechnet, der Punktgewinn war verdient."


STATISTIK ZUM SPIEL:

Berlin: Kiraly - Rehmer, van Burik, Simunic (59. Karwan) - Friedrich, Dardai, Kovac, Goor (77. Mladenow) - Neuendorf (67. Marx) - Bobic, Rafael

Freiburg: Golz - Riether, Konde, Diarra (72. Willi), Berner (72. Müller) - Zeyer, Bajramovic, Coulibaly, Zkitischwili - Iaschwili, Kruppke (56. Cairo)

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 32.508

Beste Spieler: van Burik - Iaschwili, Coulibaly

Gelbe Karten: Rafael - Riether (2), Diarra

Gegen defensiv eingestellte Freiburger taten sich die Berliner schwer.  Foto: RPO
Gegen defensiv eingestellte Freiburger taten sich die Berliner schwer. Foto: RPO

 
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