Fußball-Bundesliga: Heynckes-Elf kommt mit breiter Brust
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2010 - 13:44Leverkusen (RP). 24 Pflichtspiele hat Bayer Leverkusen in dieser Saison absolviert, 22 in der Liga, zwei im DFB-Pokal. Sami Hyypiä war nur zweimal nicht dabei. Im September beim 1:2-Pokal-Aus in Kaiserslautern und Ende Oktober bei 2:2 auf Schalke. Damals musste der Finne 16 Minuten vor Schluss verletzt ausgewechselt werden und Bayer verspielte noch ein 2:0.
Am Sonntag, in Bremen (15.30 Uhr im Live-Ticker), fällt der 36-Jährige zum dritten Mal aus, wegen der fünften Gelben Karte.
Er werde Sami trotzdem mitnehmen, hatte Trainer Jupp Heynckes unmittelbar nach dem Sieg gegen Meister Wolfsburg vor einer Woche angekündigt: "Als Talisman". Hyypiä sprach in dieser Woche mehrfach mit Youngster Stefan Reinartz, der ihn im Deckungszentrum vertreten wird. "Stefan ist einer, der bereit ist, zu lernen – und von Sami kann jeder bei uns etwas lernen", sagt Heynckes.
Der Spitzenreiter will in Bremen seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit wahren. Umso mehr, als er besagten Nimbus nach Barcelonas jüngster 1:2-Niederlage bei Atletico Madrid in Europas Top-Ligen exklusiv besitzt. Heynckes sagt zwar: "Ich beschäftige mich nicht mit Serien oder Rekorden", aber mit den bis auf ein Tor herangerückten, punktgleichen Bayern im Nacken könnte eine Niederlage den Abschied von der liebgewonnen Tabellenspitze bedeuten.
Die Quoten der Wettbüros für ein 0:0 dürften indes im Keller sein, treffen doch mit Werder (44 Treffer) und Bayer (48) zwei der drei torgefährlichsten Teams der Bundesliga aufeinander. Das Hinspiel endete kurioserweise torlos. Heynckes bezeichnet Bremen als "Gegner auf Augenhöhe", was sich zwischen den Zeilen zuerst wie ein Lob für die eigene Elf liest.
"Wir wissen, wie stark die Bremer sind, wenn man sie spielen lässt", sagt der 64-Jährige, "aber wir wollen sie nicht lassen." Um zu bestehen, müsse sein Team eine "überdurchschnittliche Leistung" bringen. Dass es dazu fähig ist, habe es bereits mehrfach bewiesen. Und so gibt auch Stürmer Stefan Kießling zu Protokoll: "Wir können mit breiter Brust auflaufen." Den letzten Auftritt im Weserstadion gewann Bayer noch mit Trainer Bruno Labbadia Ende 2008 mit 2:0. Das 0:1 im DFB-Pokalfinale gegen Werder ein halbes Jahr später war Labbadias letztes Spiel.
Ob Bayer es nicht leid sei, gegen die öffentliche Einschätzung zu spielen, dass München am Ende oben stünde, wird Heynckes gefragt. "Ach, jeder kann sich ja mal irren", antwortet er und lächelt. "Ich war ja in der vergangenen Saison in München. Da waren wir froh, am Ende Zweiter zu sein. Ich denke nicht, dass sie auch in diesem Jahr so unzufrieden damit wären."
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