Bayer gegen Borussia: Heynckes will Herbsttitel gegen die alte Liebe
zuletzt aktualisiert: 19.12.2009 - 10:21Leverkusen (RPO). Ausgerechnet gegen seine alte Liebe will Jupp Heynckes die Herbstmeisterschaft mit Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga perfekt machen. "Ich bin eigentlich immer Borusse gewesen", sagte der 64 Jahre alte Bayer-Coach vor dem Duell mit seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) zum Abschluss der Hinrunde.
Mit 195 Toren in 283 Spielen ist Heynckes immer noch Rekordtorschütze der Gladbacher. Vier Meisterschaften (1971, 1975, 1976, 1977), den DFB-Pokal (1973) und den Uefa-Cup (1975) gewann er mit der Borussia. "Natürlich ist Borussia Mönchengladbach kein Klub wie jeder andere für mich. Dort habe ich eine erfolgreiche Zeit als Spieler verbracht. Zudem habe ich dort meine ersten Jahre als Trainer erlebt. So etwas prägt, dies vergisst man nicht", sagte der Weltmeister von 1974, der immer noch in Schwalmtal bei Mönchengladbach wohnt.
Gladbachs Trainer Michael Frontzeck hat er selber als Coach betreut. Häufig telefonieren die beiden miteinander, Frontzeck schaut auch immer mal wieder bei Heynckes zu Hause vorbei. "Für mich ist er einer der größten Gladbacher überhaupt", sagte Frontzeck über seinen langjährigen Lehrmeister.
Auch Heynckes findet lobende Worte über einen seiner Nachfolger auf der Gladbacher Trainerbank: "Der Michael hat seine eigene Art. Er ist ein sehr aufgeschlossener, gewissenhafter Spieler gewesen, und das ist er auch als Trainer."
Nur über seine zweite Amtszeit als Borussia-Coach (Juli 2006 bis Januar 2007) redet Heynckes lieber nicht. Er lebe in der Gegenwart, so der ehemalige Nationalspieler. Nach dem vorzeitigen Aus schien seine Trainerkarriere eigentlich beendet, bevor er in der vergangenen Saison bei Bayern München als Retter einsprang und den Rekordmeister noch in die Champions League führte.
Dadurch hat er wieder Blut geleckt und verabschiedete sich endgültig vom Rentnerdasein. Für Bayer entwickelte er sich zum Glücksfall. "Unter Jupp Heynckes haben wir die Stabilität, die uns früher fehlte", sagte Sportchef Rudi Völler.
Der Herbstmeisterschaft misst Heynckes keine allzu große Bedeutung zu, er will seine junge Mannschaft nicht unter Druck setzen. "Wir wollen uns für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren", erklärte Heynckes bescheiden. Im Spiel gegen seine alte Liebe sei man aber "natürlich Favorit".
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