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Uli Hoeness panorama bayern München jhv ap 2009
  Foto: AP, AP
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Jahreshauptversammlung des FC Bayern: Hoeneß will zurück zum "Mia san mia"

zuletzt aktualisiert: 28.11.2009 - 20:59

München (RPO). Die neue Zeitrechnung bei Bayern München unter Präsident Uli Hoeneß begann mit der Beschwörung alter Werte. "Wir müssen wieder das 'Mia san mia' leben, dürfen uns nicht von außen anpinkeln lassen und müssen uns mehr wehren - nicht mehr auch noch die andere Backe hinhalten. Wir müssen wieder der Klub werden, der selbstbewusst und gnadenlos seine Ziele verfolgt. Und am Ende auch verwirklicht", rief der neue Vereinschef den Mitgliedern zu.

Diese hatten Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung am Freitag mit einem Traumergebnis an die Spitze des sportlich schwächelnden, wirtschaftlich aber weiter kerngesunden Klubs gewählt. 99,2 Prozent der 4490 Mitglieder stimmten für Hoeneß als Nachfolger des nach 15 Jahren als Klub-Oberhaupt zum Ehrenpräsidenten ernannten "Kaisers" Franz Beckenbauer. Am Ende des überraschend harmonischen Treffens rief ein Fan Hoeneß gar zum "Kini" (König) von Bayern aus.

Uli Hoeneß, trotz der sportlich angespannten Lage ging es auf der Jahreshauptversammlung von Bayern München erstaunlich harmonisch zu. Haben Sie das so erwartet?

Uli Hoeneß: "Nein. Wir sind da schon mit einigem Muffensausen reingegangen. Ich habe mit mehr Druck gerechnet, weil die Stimmung zuletzt doch sehr aggressiv war. Aber Franz (Beckenbauer) hat zur Beruhigung beigetragen, und auch Karl-Heinz (Rummenigge) hat mit seiner bemerkenswerten Rede sehr viel Gas weggenommen."

Wie erklären Sie sich, dass die Mitglieder so ruhig geblieben sind?

Hoeneß: "Die Hardcore-Fans sind sehr viel bedächtiger und auch verwurzelter als man denkt. Die wollen nicht, dass alles anders wird. Die sehen, dass das ein von Menschen geführter Klub ist, der Höhen und Tiefen hat - und so soll das auch sein. Einen Verein darf man nicht nur nach einer sportlichen Momentaufnahme beurteilen, das wissen die genau."

Sie sind nach 30 Jahren als Manager Präsident Franz Beckenbauer ins Amt nachgefolgt. Wie schwer fiel Ihnen der Wechsel?

Hoeneß: "Ich habe mich auf diesen Moment überhaupt nicht vorbereitet, saß noch bis nachmittags in meinem Büro. Als dann der Einspielfilm über mich kam, wurde mir erstmals klar, dass da eine Zäsur stattfinden würde. Das ist schon an die Nieren gegangen, das war ein bewegender Moment. Deshalb war ich da auch sehr emotional."

Sie haben angekündigt, ein sehr präsenter Präsident sein zu wollen. Was wird sich denn an ihrem Alltag ändern?

Hoeneß: "Ich werde mich sicher umstellen müssen, aber weiter da sein, wenn Bedarf da ist. Der Schnitt kommt aber erst am 1. Januar, dann werde ich auch bewusst nicht mit ins Trainingslager nach Dubai fahren, um die Trennung klar zu machen. Bis dahin müssen wir jedoch gemeinsam versuchen, das Schiff noch einmal durchstarten zu lassen. Da sind alle Kräfte gefragt, auch meine."

Wie wird denn die Zusammenarbeit mit Ihrem Nachfolger Christian Nerlinger aussehen?

Hoeneß: "Ich werde ihm als Ratgeber und Helfer zur Seite stehen - da, wo er mich braucht. Er hat noch nie alleine mit einem Spieler oder Berater über einen Millionen-Betrag verhandelt, ich bin sicher, dass er Zeit braucht. Aber ich werde ihn sicher nicht erdrücken."

Nerlinger übernimmt den sportlichen Bereich, für die Sparte Wirtschaft und Marketing suchen Sie noch einen neuen Mann. Wie weit sind Sie da?

Hoeneß: "Wir haben ein, zwei im Auge. Aber wir müssen uns hier überlegen, ob wir diese Position mit einem Fachmann besetzen, der in seinem Job super ist, oder mit einem Mann, der eine Beziehung zum FC Bayern hat. Das Herzblut ist sehr wichtig, aber einer, den ich im Auge habe, hat nicht so viel mit dem FC Bayern am Hut. Bis 30. Juni 2010 muss die Stelle besetzt sein, und diese Position muss sitzen."

Quelle: SID/chk

 
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