Bundesliga-Check - Teil 3: Hoffenheim: Nur noch ein ganz normaler Klub
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 28.07.2010 - 11:54Hoffenheim (RP). Die TSG 1899 Hoffenheim war die Entdeckung der Saison 2008/2009. Der Aufsteiger spielte die Prominenz in Serie munter an die Wand, schoss Tore, dass es eine wahre Pracht war, und galt plötzlich gar als Meisterschaftsanwärter. Allerdings nur bis zur Winterpause. Dann kehrte Normalität ein.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Hoffenheimer haben zwar noch immer einen schönen Spielentwurf, aber sie sind längst ein Klub wie viele andere. In der vergangenen Spielzeit landeten sie lediglich im unteren Mittelfeld. Die besten Spieler hatten offenbar begriffen, dass sie richtige Stars sind, und sie gaben das Zusammenspiel, das die Elf von Trainer Ralf Rangnick so stark gemacht hatte, zugunsten zahlreicher Soloauftritte weitgehend auf.
Natürlich sind die Klub-Oberen ebenso wie der unermüdlich einzahlende Mäzen Dietmar Hopp hochinteressiert daran, zu den angenehmen Tagen des Sommers vor zwei Jahren zurückzukehren. Aber das ist zunächst nur ein frommer Wunsch. Der neue Manager Ernst Tanner darf ihn dennoch aussprechen. „Wir wollen“, sagt er, „wieder erfrischenden Fußball zeigen. Unser Team soll auf dem Platz alles dafür tun, dass die Zuschauer zufrieden nach Hause gehen.“
Über die notwendigen Fähigkeiten verfügen die Spieler. Rangnick kann auf eine Abwehr bauen, die im Bundesliga-Vergleich zumindest guten Durchschnitt verkörpert. Er hat in Ba und Ibisevic zwei torgefährliche Stürmer, die in der Aufstiegssaison brillant aufgespielt haben. Und er hat ein überdurchschnittliches Mittelfeld. Genau da liegt aber auch das Problem der Hoffenheimer.
Carlos Eduardo, der kapriziöse Brasilianer, erholt sich gerade ebenso wie Obasi mit ungewissem Ausgang von einer Verletzung. Salihovic und Luis Gustavo haben menschlich in der vergangenen Saison nicht jene Harmonie bewiesen, die notwendig ist, um die ganz große Klasse abzurufen. Nur wenn es Rangnick mit Nachdruck gelingt, seine Hochbegabten an die Ziele des Mannschaftssports zu erinnern, kann Hoffenheim den laufintensiven, modernen Fußball spielen, der Deutschland mal begeistert hat.
Der richtig große Wurf aber ist auch dann wohl nicht möglich. Die ebenfalls zahlungskräftigen Konkurrenten im Kampf um internationale Plätze kennen die Hoffenheimer Mannschaft inzwischen sehr genau. Überraschen werden die Rangnick-Jungs deshalb niemanden mehr.
Zugänge: Peniel Mlapa (1860 München), Tom Starke (MSV Duisburg), Ramazan Özcan (Besiktas Istanbul), Jukka Raitala (HJK Helsinki), Andreas Ludwig (1899 Hoffenheim II), Robin Neupert (1899 Hoffenheim II), Denis Thomalla (1899 Hoffenheim II)
Abgänge: Franco Zuculini (CFC Genua 1893), Maicosuel (Botafogo Rio de Janeiro), Wellington (Fortuna Düsseldorf), Per Nilsson (1. FC Nürnberg), Timo Hildebrand (ohne Verein)
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