Bayer Leverkusen: Holzhäuser: Ballack-Rückkehr war ein Fehler
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 - 09:40Leverkusen (RPO). Erstmals hat ein Verantwortlicher von Bayer Leverkusen öffentlich zugegeben, dass die zwölf Millionen Euro teure Rückholaktion von Michael Ballack im Sommer 2010 ein Fehlschlag gewesen ist.
"Es ist der Zeitpunkt erreicht, wo wir uns alle eingestehen müssen, dass unsere Überlegungen, die wir vor 20 Monaten hatten, nicht aufgegangen sind", sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser dem "Express".
Finale Einsicht in der seit langem umstrittenen Personalie Ballack gab Holzhäuser wohl das Verhalten des 35-Jährigen bei seiner Auswechslung am vergangenen Spieltag gegen Mainz (3:2), als er Trainer Robin Dutt an der Bank den Handschlag verweigerte und somit das Interesse von Medien und vielen Anhängern auf seine Person und gegen die von Trainer Dutt fokussierte. Ballacks Verhalten habe ihn enttäuscht, sagt Holzhäuser. "Von ihm ist zu wenig gekommen. Er kann durch seine Aura auf das Publikum einwirken - das hat er nicht getan." Club-intern stieß zudem in dieser Woche bei vielen Beteiligten sauer auf, dass Ballack im Nachgang des Sonntags nichts unternahm, um die Situation zu entspannen.
In Holzhäuser ist nun auch der maßgeblich Verantwortliche auf Distanz zum ehemaligen Königstransfer gegangen. Zuvor war bereits deutlich geworden, dass das ehemals gute Verhältnis von Rudi Völler zu Ballack Schaden genommen hatte. Bayers Sportdirektor hatte sich am Sonntag auf Dutts Seite gestellt und Ballacks Auswechslung verteidigt ("Ich hätte Ballack schon zur Halbzeit ausgewechselt"). Und Völler hat auch registriert, wie Ballack im Trainingslager in Portugal die Goldenen Brücken, die Völler ihm in punkto DFB-Aussöhnung gebaut hatte, eingerissen hatte. Ex-Trainer Jupp Heynckes hatte sich im Vorjahr äußerst schwer mit Ballacks Art getan. Und den Leverkusener Profis geht das Thema und die Sonnerrolle von Ballack ohnehin schon seit längerem auf die Nerven.
Ein Verkauf des 35-jährigen Mittelfeldstars noch in der Winterpause will Bayer indes nicht forcieren. "Das ist nicht die Absicht. Ich gehe davon aus, dass Michael die nächsten drei Monate seinen Job gut macht", sagte Holzhäuser der Nachrichtenagentur dpa. Ballacks Vertrag läuft noch bis 30. Juni 2012. Momentan wird vor allem über einen Wechsel in die US-Liga MLS spekuliert.
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