1. Bundesliga 17/18
| 13.45 Uhr

Gastspiel in Mönchengladbach
HSV will Unruhe wegsiegen

Van Nistelrooys Torpremiere für den HSV
Van Nistelrooys Torpremiere für den HSV FOTO: apn
Hamburg (RPO). Es war eine unruhige Woche in Hamburg. Wechselgerüchte um Jerome Boateng und Eljero Elija, Knatsch zwischen Trainer Bruno Labbadia und der Mannschaft. Das alles wollen die Norddeutschen mit einem Sieg bei Borussia Mönchengladach am Sonntag (17.30 Uhr/Live-Ticker) vergessen machen.

"Wir lassen uns von dem ganzen Gerede nicht beeinflussen und arbeiten gut. Wir haben weiter die Chance, in dieser Saison den vierten oder fünften Platz zu erreichen - dieses Ziel nehmen wir in Angriff", sagt Labbadia vor der Partie.

Die Umstände für den Coach sind aber alles andere als einfach. Schließlich waberte auch Labbadias Name durch die Gerüchteküche. Eine Ablösung des 44-Jährigen sei nicht mehr ausgeschlossen, war zuletzt im Umfeld zu hören. Labbadia will sich damit nicht befassen. "Ich nehme nur Sachen ernst, die man mir ins Gesicht sagt", polterte der Trainer und legte in Richtung seiner Kritiker nach: "Für mich sind das Hosenscheißer, die anonym im Internet schreiben."

Doch auch so nimmt die Liste der Baustellen in Hamburg kein Ende. Seit dem vorigen Wochenende ist der Europapokalplatz futsch. Nationalspieler Jerome Boateng wird von Manchester City umworben, der verletzte Flügelflitzer Eljero Elia angeblich bei Bayern München gehandelt Elia und echauffierte sich über vermeintlich falsche Behandlungsmethoden.

Piotr Trochowski beklagte sich zuletzt über mangelnde Anerkennung beim HSV. Ein gemeinschaftliches Kräftebündeln für den Saisonendspurt sieht anders aus. "Das Bild, das wir momentan in der Öffentlichkeit abgeben, nervt mich", klagt Kapitän David Jarolim.

"Werden Gladbach nicht unterschätzen"

Labbadia versucht derweil verzweifelt, den Blick aufs Sportliche zu lenken. "Wir wollen in der Tabelle wieder weiter nach vorn kommen. Wir werden Gladbach nicht unterschätzen. Aber das ist ein Team, dass wir schlagen können", sagte er. In der momentanen Situation scheint "müssen" jedoch fast die bessere Vokabel.

Möglicherweise kann Labbadia, dessen Team von den vergangenen neun Punktspielen nur zwei gewann, bei den Rheinländern jedoch für ein wenig frischen Wind im Kader sorgen. Paolo Guerrero scheint nach seinem Kreuzbandriss fast wieder im Vollbesitz seiner Kräft und stünde wohl zumindest als Joker bereit. In der Europa League am kommenden Donnerstag gegen Standard Lüttich könnte es dann vielleicht schon zu mehr als einem Kurzeinsatz reichen.

Bei den Gladbachern, die die beiden letzten Spiele gegen den HSV gewannen, will man die Unruhe in Hamburg derweil nicht überbewerten. "Der HSV gehört vom Kader her zu den besten fünf Mannschaften der Liga. Aber wir werden unsere Chance suchen", sagt Trainer Michael Frontzeck.

Abwehrspieler Roel Brouwers ruft vor allem bei der Bewachung von Torjäger Ruud van Nistelrooy zu hoher Wachsamkeit auf: "Da müssen wir höllisch aufpassen. Von zehn Chancen macht er in der Regel acht rein."

(SID/seeg)
 
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