1. Bundesliga 16/17
| 22.39 Uhr

Köln - Hertha 0:1
Ideenlose Kölner scheitern am Defensiv-Bollwerk Hertha BSC

Köln wird gegen Hertha klarer Elfmeter verweigert
Köln wird gegen Hertha klarer Elfmeter verweigert FOTO: Screenshot Sky
Köln. Von Martin Beils

Dem 1. FC Köln mangelt es an Kreativität. Das wurde bei der 0:1-Niederlage im Spiel der Fußball-Bundesliga gegen Hertha BSC deutlich. Gegen defensiv eingestellte Mannschaften fehlen die Lösungsansätze.

Einsatzfreude und Laufbereitschaft, die das Team anders als zuletzt in Mönchengladbach am Freitagabend wenigstens wieder zeigte, reichen gegen einen Gegner dieses Kalibers nicht. Mehr als einen Pfostentreffer brachte der FC nicht zustande.

Fünf Punkte hat die Mannschaft von Trainer Peter Stöger aus den sechs Begegnungen nach der Winterpause geholt. Mit dieser Ausbeute kann sie nicht zufrieden sein, auch wenn der Abstand zum Relegationsrang noch beruhigend groß ist. Die Berliner hingegen haben ihre Anwartschaft auf die Teilnahme an der Champions League unterstrichen. Sie verteidigen den dritten Rang.

"Schwierige Aufgaben gegen unangenehme Gegner" hatten die Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle in den Partien der englischen Woche am Freitag gegen Berlin, am Dienstag beim FC Ingolstadt und nächsten Samstag gegen Schalke 04 gesehen. Mit ihrer Einschätzung für das Treffen mit dem Hauptstadtklub lagen sie richtig. Die Berliner präsentierten sich als ein extrem unangenehmer Gegner: hellwach, bissig und vornehmlich darauf aus, die Kölner nicht in einen Spielfluss kommen zu lassen. Zeitschinderei inbegriffen.

Der FC bot im ersten Abschnitt eine halbgare Vorstellung. Ein paar schöne Offensivaktionen mischten sich mit behäbigem Aufbauspiel und Problemen in der Defensive. Von allem etwas eben. Mergim Mavraj und Filip Mladenovic nutzten ihre guten Gelegenheiten nicht, auf der anderen Seite hatten Salomon Kalou und Genki Haraguchi vielversprechende Möglichkeiten. Im dichten Mittelfeld waren überraschende Aktionen stets Folgen von Fehlern des Gegners, klar herausgespielte Angriffe blieben selten. Bei den Gastgebern leisteten sich vor allem die zuletzt hochgelobten Jonas Hector, Yannick Gerhardt und Dominique Heintz zu viele Aussetzer. Besonders Nationalspieler Hector, der vergangene Woche bei der Derbyniederlage in Mönchengladbach schon enttäuscht hatte, blieb als defensiver Mittelfeldspieler weit unter seinen Möglichkeiten. Seine Auswechslung war folgerichtig.

Trainer Stöger hatte im Vorfeld der Partie gesagt, dass er derzeit versuche, das Offensivspiel "zu justieren": "Das geht ein wenig zu Lasten der Grundorganisation." Damit hatte er schon eine treffende Analyse für weite Strecken der Begegnung mit den Berlinern geliefert. Die Zusammenarbeit zwischen der Fünfer-Abwehrkette und den Mittelfeldspielern ließ arg zu wünschen übrig. Eine Folge davon: das 0:1 durch Herthas Torjäger Vedad Ibisevic kurz vor dem Seitenwechsel. Die Führung für die von Trainer Pal Dardai geschickt eingestellte Hertha war nicht unverdient.

Der FC fand kein Mittel gegen dichte Berliner Abwehr. Nach gut einer Stunde quittierten die ersten der 48.900 Zuschauer in Müngersdorf die Ideenlosigkeit der Heimmannschaft mit Pfiffen. Mit der Einwechslung der quirligen Offensivspieler Philipp Hosiner und Milos Jojic wollte Stöger neue Akzente setzen. Ohne zählbaren Erfolg.

Quelle: RP
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