Bundesliga-Abstiegskampf: In Freiburg macht nur die Erinnerung Mut
zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 12:44Freiburg (RPO). Die Lage beim SC Freiburg ist mittlerweile so ernst, dass sich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft beim Fußball-Bundesligisten fast ausschließlich aus der Erinnerung an die Vergangenheit speist.
"Wir haben einen Punkt weniger als zu diesem Zeitpunkt der Hinrunde. Dann haben wir in Schalke gewonnen - daran müssen wir jetzt anknüpfen und wieder gegen Schalke gewinnen", sagte Kapitän Heiko Butscher vor dem Duell des Aufsteigers mit dem Titelanwärter am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker).
Der Wille zur Trendwende ist im Breisgau also vorhanden, doch der Glaube daran schwindet beim Blick auf die zurückliegenden Ergebnisse. Während die Schalker in den vergangenen 14 Punktspielen lediglich eine Niederlage kassierten, haben die Freiburger seit nunmehr sechs Partien nicht mehr gewonnen. Den bisher letzten Sieg feierte die Mannschaft von Trainer Robin Dutt am 28. November 2009 (1:0 beim 1. FC Nürnberg). Zuletzt kassierte der Sport-Club sogar vier Pleiten in Folge.
Trotz dieser Misere ist Dutt aber nach wie vor vom Potenzial seiner Schützlinge überzeugt. Dem Coach, dessen Mannschaft nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz hat, bleibt aber nichts anderes übrig, als seinen Glauben an das Ende der Talfahrt aus Niederlagen wie am vergangenen Sonntag bei Spitzenreiter Bayer Leverkusen (1:3) zu beziehen.
"Wichtig war, nach der Pause eine SC-Mannschaft zu sehen, die Hoffnung gibt, dass es positiv weitergeht. Das habe ich gesehen. Natürlich brauchen wir mal wieder ein Erfolgserlebnis. Aber unsere Auftritte zeigen, dass wir spielerisch konkurrenzfähig sind", meinte Dutt, der sich ebenfalls an den Strohhalm Schalke klammert: "Jetzt starten wir in das Schalke-Spiel unter den gleichen Voraussetzungen wie in der Hinrunde. Wenn es genauso ausgeht wie das Hinspiel, bin ich zufrieden."
Das Problem für Dutt ist allerdings, dass er mit seinem Team nicht in Gelsenkirchen antreten darf, sondern im heimischen Stadion auflaufen muss. Das war für die Freiburger in der laufenden Saison alles andere als ein Vorteil. Die Breisgauer sind mit lediglich fünf Punkten und 5:18 Toren die schlechteste Heimmannschaft der Liga. Angesichts von acht Heimspielen an den ausstehenden 14 Spieltagen sind das nicht die besten Vorzeichen im Kampf um den Klassenerhalt.
Doch nicht nur die Heimschwäche wird den Verantwortlichen von den Kritikern immer wieder unter die Nase gerieben. Auch Dutt hat seinen Kredit nach dem Aufstieg aufgebraucht und gerät zunehmend unter Beschuss. Dem Coach, der 2007 die Nachfolge von Kult-Trainer Volker Finke angetreten hat, werden Fehler bei der Aufstellung und die ständige Rotation vorgeworfen.
"Wir müssen unberechenbar bleiben", begründete Dutt zuletzt immer wieder seine Vorgehensweise. Doch die Kritik an seiner Taktik hat den Primus des Fußball-Lehrer-Lehrgangs 2005 (Gesamtnote 1,4) dünnhäutig gemacht. Zuletzt ließ sich der 45-Jährige sogar dazu hinreißen, einen kritischen Journalisten öffentlich zu maßregeln und forderte von im "positive Fragen" ein.
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