"Ich habe davon gehört": Inter Mailand will Werders Marin
zuletzt aktualisiert: 11.01.2012 - 11:50Belek (RPO). Immer wieder wird Marko Marin bei Vereinen wie Inter Mailand gehandelt. Dabei stagniert eher die Entwicklung des Spielers von Werder Bremen. Im Vergleich zu seinem Gladbacher Nachfolger Marco Reus fällt das besonders auf.
Diesmal ist es Inter Mailand. In der Sommerpause waren es noch der FC Liverpool und Tottenham Hotspur. Es gibt nicht viele deutsche Fußballer, der derart häufig mit ausländischen Spitzenclubs in Verbindung gebracht werden, wie Marko Marin. Bei genauem Hinsehen überrascht das jedoch ein wenig. Denn die Karriere des Dribbelkünstlers von Werder Bremen stagniert seit längerer Zeit. Sein vorerst letztes Länderspiel bestritt der 22-Jährige im November 2010 gegen Schweden. Selbst bei Werder droht er seinen Stammplatz an Mehmet Ekici zu verlieren.
"Ich habe davon gehört"
Und so konnte Marin zu dem angeblichen, von der "Bild" berichteten Mailänder Interesse auch nur sagen: "Ich habe davon gehört. Es ist schön, wenn ein solch großer Verein Interesse hat. Es hat aber keine konkreten Gespräche gegeben", erklärte er dem TV-Sender "Sky Sport News" im Trainingslager der Bremer in Belek.
Hohe Ziele hat Marin für das neue Jahr auch so genug. Der offensive Mittelfeldspieler hat über Weihnachten Extraschichten eingelegt ("Der Plan war sehr anspruchsvoll"), denn er träumt nach wie vor von der EM im Sommer. "Es liegt an mir", sagte er gut gelaunt in einem Pressespräch im Bremer Mannschaftshotel in Belek. "Wenn ich gut und erfolgreich spiele in der Rückrunde, dann habe ich die Chance, dabei zu sein. Wenn nicht, dann schwindet die natürlich."
"Kurz vor Silvester", verriet er, hätte er zuletzt Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw gehabt. Das macht dem kleinen Techniker Mut. Trotzdem dürfte Löws Kontakt zu Thomas Müller, Mario Götze, Andre Schürrle oder Marco Reus intensiver als zu ihm sein. All diese Konkurrenten sind seit 2010 an Marin vorbeigezogen.
Verständnis für Reus
Das Teamhotel von Borussia Mönchengladbach ist in Belek nur knapp fünf Kilometer vom Bremer Quartier entfernt. Was dort bei seinem alten Verein nach dem bekanntgewordenen Reus-Wechsel los war, weiß Marin aus eigener Erfahrung. Die Borussia holte für ihn 2009 den weitgehend unbekannten Reus.
Wenn man die Karrieren der beiden seitdem vergleicht, schneidet der Bremer nicht gut ab. Reus ist dem deutschen Meister Borussia Dortmund mehr als 17 Millionen Euro wert. Er ist Nationalspieler und hat in der Bundesliga eine Hinrunde absolviert, die höchsten internationalen Ansprüchen genügt.
Marin dagegen hat sich seit seinem Wechsel nicht erkennbar weiterentwickelt. Ihm fehlt die Schnelligkeit, immer wieder rennt er sich in sinnlosen Dribblings fest. Doch Selbstkritisches ist nicht von ihm zu hören. Zu seiner Verteidigung lässt sich nur sagen, dass er bei Werder in keine gefestigte Mannschaft geraten ist und dass es seine Position auf der offensiven Außenbahn im Bremer System nicht gibt.
Trotz seiner eigenen Erfahrungen hält er Reus frühen Wechsel nach Dortmund aber für genau richtig. "Ich kann nachvollziehen, dass er das gemacht hat", meint Marin. "Denn ich würde auch alles wieder genauso machen. Der Wechsel zu einem größeren Verein war meiner Meinung nach der beste Schritt, den ich machen konnte."
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