Superstar schmort auf der Bank: Ist beim FC Bayern kein Platz für Robben?
zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 - 07:25München (RPO). Der FC Bayern hat nach dem holprigen Rückrundenstart in der Bundesliga im DFB-Pokal eine Reaktion gezeigt. Und das, obwohl Trainer Jupp Heynckes Superstar Arjen Robben 90 Minuten auf der Bank schmoren ließ. In München wird nun diskutiert: Ist die Degradierung eine Momentaufnahme oder wird sie zum Dauerzustand?
"Ich musste reagieren", sagte der Trainer, der die Hereinnahme von Luiz Gustavo "keine Entscheidung gegen Arjen, sondern für ein wieder kompakteres Mittelfeld" nannte. Er hätte "vorne jeden wegnehmen können, die haben alle nicht gut gespielt", meinte er. Er wählte aber Robben aus, nicht Franck Ribery, Toni Kroos oder Thomas Müller, der den Niederländer auf dem rechten Flügel vertrat.
"Ego hinten anstellen"
Robben, dem Heynckes trotzdem "ansteigende Form" attestierte, habe auf die Degradierung enttäuscht, aber professionell reagiert – ganz wie Top-Torjäger Mario Gomez es nach dem Spiel jedem der Kollegen in vergleichbarer Situation riet. Angesichts der stürmischen Lage in München, sagte er, müsse "jeder sein Ego und sein eigenes Schicksal hinten anstellen".
Ob Robben, dessen Vertragsverlängerung unmittelbar bevorstehen soll, dazu bereit ist, sei dahingestellt. Zumal Heynckes keinen Anlass haben dürfte, fürs Spiel am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern (15.30 Uhr/Live-Ticker) erneut umzustellen. Gustavo habe ein "überragendes Spiel" gezeigt, lobte er, ein "Klassespiel" bescheinigte er dem Schweinsteiger-Ersatz David Alaba. Müller bereitete die Treffer von Franck Ribery (30.) und Gomez (46.) vor - Heynckes meinte dazu beschwichtigend: "Das hätte Arjen vielleicht genauso gemacht."
Und Toni Kroos, der wieder auf seiner Lieblingsposition als Regisseur ran durfte, überzeugte da. "Für meine Mannschaft ist es besser", betonte Heynckes, wenn Luiz Gustavo oder Anatolij Timoschtschuk neben Schweinsteiger (oder nach Schweinsteigers Verletzung neben Alaba) spielten. Und Kroos davor. "Sehr gut" habe er sich als Zehner gefühlt, meinte Kroos, "ich denke, das hat man gesehen. Ich konnte da meine Qualitäten ausspielen."
Die Robben-Debatte ist entfacht
Auch Ribery sagte: "Für uns ist es wichtig, dass Kroos auf der Zehn spielt." Wenn dann aber Müller rechts spielt, ist für Robben kein Platz. "Nur weil der Arjen nicht gespielt hat, ist er nicht weg oder verkauft", sagte Müller. Die Debatte um den (verzichtbaren) Star aber dürfte vorerst andauern.
Auch noch in der kommenden Saison, denn dann hat Robben (aber auch Ribery) in Xherdan Shaqiri einen Konkurrenten mehr. Die Bayern meldeten den Transfer des Schweizers aus Basel für Juli als perfekt, das Ausnahmetalent erhält einen Vier-Jahres-Vertrag bis 2016. Die Ablösesumme soll bei bis zu zwölf Millionen Euro liegen. "Xherdan wird mit seiner Spielintelligenz und seinen Dribblings unsere Mannschaft verstärken", sagte Heynckes. Dass die Bayern diesbezüglich Bedarf sahen, spricht auch nicht gerade für Robben.
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