Knatsch bei Bayern München: Ist Ribery noch aufzuhalten?
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 03.07.2009 - 09:12Düsseldorf (RP). Die Zukunft des Franzosen ist immer noch offen, obwohl der FC Bayern betont, ihn halten zu wollen. Denn Manager Hoeneß hält sich nach wie vor eine Hintertür offen für den Fall, dass ein Klub "ganz verrückte Dinge" macht.
Die französische Sportzeitung "L'Equipe" hat die Spekulationen um die sportliche Zukunft von Franck Ribéry weiter angeheizt. "Ich habe mich entschieden: Ich will weg." So zitierte das Blatt den Mittelfeldstar des FC Bayern München. Außerdem auch noch mit dem Satz: "Es wird Real sein – oder gar nichts."
Ribéry und kein Ende. Obwohl Bayern-Manager Uli Hoeneß betonte, es gebe "die klare Aussage", dass die Münchner den Mittelfeldstar aus Frankreich behalten wollten, bleibt das Thema brandaktuell. Bis zu einer Entscheidung wird deshalb keine Ruhe in die Vorbereitung auf die neue Saison einkehren. Eindeutig ist die Haltung jedenfalls immer noch nicht, weil Hoeneß sich nach wie vor eine Hintertür offenhält.
"Die Schlossallee gekauft"
Für den FC Bayern ist der Dauer-Hickhack um Ribéry offenbar kein "Poker", mit dem ein Transfergerangel im Profifußball normalerweise verglichen wird. Vielmehr hat Hoeneß das Monopolyspiel in die Fußballsprache eingeführt, als er von Real-Unterhändler Pedro Jiminez erzählte, der ihn – so Bayerns Manager – ein paar Mal angerufen habe.
"Ich habe ihn gefragt, ob er das Spiel Monopoly kennt", sagte Hoeneß. "Das ist ein deutsches Spiel, das Kinder und Erwachsene gerne spielen – und bei dem der FC Bayern vor zwei Jahren die Schlossallee gekauft und darauf vier Hotels gebaut hat. Die gibt man nur wieder her, wenn man in Not oder pleite ist. Es sei denn, einer kommt drauf, der sich da hinwürfelt. Und dann wird's teuer." Nur wenn jemand, so Hoeneß weiter, "ganz verrückte Dinge" machen wollte, "werden wir uns damit befassen".
Ganz verrückt: Genau diese Einschränkung ist es, mit der sich die Münchner immer noch die Option auf einen Verkauf Ribérys offenhalten. Und ganz konkret kann das nur heißen: Real Madrid muss (erheblich) mehr als die 50 Millionen Euro bieten, die Spaniens Rekordmeister bisher angeblich für den Franzosen zahlen will.
Sicher ist: Die Münchner fühlen sich in einer starken Verhandlungsposition. Denn sie wissen, dass Ribéry zu den Königlichen und dass Real ihn haben will. Andererseits sind sie aber nicht gezwungen, Ribéry aus wirtschaftlichen Gründen abzugeben. Vielmehr wäre der 26-Jährige eine zentrale Figur beim Neubeginn unter Trainer Louis van Gaal. Ein Hotel auf der Schlossallee eben bei dem großen Gewinnspiel, mit dem die Bayern in den nächsten Jahren Geld und Titel scheffeln wollen.
Zudem lässt Madrid die Bayern hoffen, dass es in seiner galaktischen Einkaufswut auch für Ribéry noch einmal kräftig hinlangt. Schließlich zahlen die Spanier für Portugals Weltfußballer Cristiano Ronaldo (94), Brasiliens Mittelfeld-Ass Kaka (65) und den französischen Torjäger Karim Benzema (35 bis 41) jetzt schon insgesamt rund 200 Millionen Euro Ablöse. Und Ribéry wäre die ideale Ergänzung für die neue Offensivkraft, mit der Real dem Erzrivalen und Champions-League-Sieger FC Barcelona wieder Paroli bieten will.
Angeblich beobachten die Bayern Marcus Berg (FC Groningen). Der Stürmer aus Schweden war mit sieben Treffern Torschützenkönig der U21-EM und wurde als bester Turnierspieler ausgezeichnet. Allerdings sollen auch andere europäische Topklubs und der Hamburger SV an dem 22-Jährigen interessiert sein. Bergs Marktwert wird auf etwa acht Millionen Euro geschätzt.
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