Bundesliga: Jansen steht vor Comeback an der Pfeife
zuletzt aktualisiert: 15.01.2006 - 20:45Frankfurt/Main (rpo). Knapp ein Jahr nach Bekanntwerden des Wett- und Manipulationsskandals um Robert Hoyzer kehrt Jürgen Jansen als Schiedsrichter auf die Bühne Bundesliga zurück. Der Essener ist wieder in den erlauchten Kreis der Bundesliga-Schiedsrichter aufgenommen worden. "Er steht wieder auf der DFB-Liste. Er ist wieder dabei", erklärte der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth.
Damit steht einem Comeback von Jansen nichts mehr im Weg. Gegen den 45-Jährigen war im Rahmen des Skandals ebenfalls ermittelt, das Verfahren aber später eingestellt worden. "Es kann ja nicht heißen: Kopf ab. Es ist wichtig, gerecht mit Sachverhalten umzugehen - auch wenn es manchmal mehr Zeit braucht, um zu den richtigen Einschätzungen zu kommen", meinte Zwanziger.
Auch sonst sind Deutschlands Schiedsrichter endgültig zur Normalität zurückgekehrt. "Vergessen darf man die ganze Sache natürlich nicht, das wäre fahrlässig. Aber wir können stolz auf die Leistung unserer Unparteiischen sein - nicht nur, weil wir in Markus Merk erneut den weltbesten Schiedsrichter haben", erklärte der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, bei der Halbzeittagung der Referees in Frankfurt.
Laut Zwanziger haben alle Beteiligten aus den Vorfällen gelernt. "Es ist so, dass wir schon beim Schiedsrichter-Nachwuchs an der Festigung der Persönlichkeit arbeiten und genau hinschauen, ob da Gefahren und Risiken sind", meinte der DFB-Boss: "Außerdem haben wir den Wettmarkt inzwischen genau im Auge. Wir sind wachsam."
Gegen den 45-Jährigen aus Essen war im Rahmen des Skandals ebenfalls ermittelt, das Verfahren aber später eingestellt worden. "Es kann ja nicht heißen: Kopf ab. Es ist wichtig, gerecht mit Sachverhalten umzugehen - auch wenn es manchmal mehr Zeit braucht, um zu den richtigen Einschätzungen zu kommen", meinte Zwanziger.
Einstellen müssen sich die Referees künftig auf einen neuen Leistungstest, um ihre Fitness-Tauglichkeit nachzuweisen. "Mit großer Wahrscheinlichkeit werden wir den neuen Test bereits zur kommenden Spielzeit einführen", sagte Roth.
Der Leistungstest, der für die WM-Schiedsrichter schon Pflicht ist und vom Weltverband FIFA ab der Saison 2007 für alle Ligen zwingend vorgeschrieben wird, sieht zehn Runden vor, in denen die Referees jeweils zweimal 150 m laufend in mindestens 30 Sekunden sowie zweimal 50 m gehend in 35 Sekunden zurücklegen müssen. Zudem sind sechs 40-Meter-Sprints in 6,2 Sekunden (für die Assistenten 6, 0 Sekunden) zu absolvieren. Die neue Form der Überprüfung löst den bisherigen Cooper-Test ab, bei dem die Schiedsrichter vor allem ihre Kondition nachweisen und in 12 Minuten 2700 Meter zurücklegen mussten.
Weltbester Unparteiischer
Merk, der in der vergangenen Woche erneut zum weltbesten Unparteiischen gewählt wurde, lobte den neuen Test. "Durch die Intervallbelastung ist der Test viel spezifischer und kommt den Anforderungen während eines Spiels unheimlich nah", sagte der Zahnarzt aus Kaiserslautern. Beim "Test für den Test" am Samstag kamen die 39 anwesenden Unparteiischen mit den Anforderungen bereits sehr gut zurecht.
Unterdessen sprach sich Merk erneut für die Entwicklung des so genannten Chip-Balls aus. "Wenn der Ball funktioniert, wäre er für uns eine Hilfe", meinte Merk: "1966 hatten wir das Wembley-Tor, drei Jahre später die Mondlandung, aber bis heute können wir noch immer nicht auf den Chip im Ball zurückgreifen - das ist schade."
Die Diskussionen um den Chip-Ball waren zuletzt im Dezember nach der 3:4-Niederlage im Elfmeterschießen des 1. FC Kaiserslautern im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen FSV Mainz 05 neu aufgekommen. Dabei hatte Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) einen Treffer von Ferydoon Zandi nicht anerkannt, obwohl der Ball nach dem Abprallen von der Latte die Torlinie überschritten hatte.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

























