Van Bommel rammt und bricht sich den Zeh: Jetzt kommt Timoschtschuk
VON TIM RÖHN - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 - 10:58Düsseldorf (RPO). In der vergangenen Saison hatte es noch ein Spiel plus 23 Minuten gedauert, ehe Mark van Bommel zum ersten Mal negativ auffiel. Am 2. Spieltag schlug er beim Auswärtsspiel in Dortmund Tamas Hajnal den Arm ins Gesicht und flog mit Gelb-Rot vom Platz.
In diesem Jahr war die Saison erst 28 Minuten als, als der 32-jährige zwar nicht vorzeitig in die Kabine geschickt wurde, aber dennoch mit einer Aktion die Gemüter erregte: Im Auftaktspiel in Hoffenheim (1:1) rammte er seinen Gegenspieler Isaac Vorsah bei einer Ecke zu Boden.
Der Arm des Niederländers war zwar angelegt, aber selbst Franz Beckenbauer sagte im "Sky-Studio: "Solche Szenen sind vielleicht American Football. Das hat mit Fußball nichts zu tun." Es ist gut möglich, dass der DFB-Kontrollausschuss erneut gegen van Bommel ermitteln und ihn nachträglich sperren wird.
Aber auch so wird der "aggresive leader" des FC Bayern in den kommenden Spielen definitiv nicht auf dem Platz stehen: Nach dem Schlusspfiff der Hoffenheim-Partie diagnostizierten die Ärzte einen Zehbruch bei van Bommel. Am Montag wird er operiert, muss danach drei bis vier Wochen aussetzen.
Für van Bommel ist es nicht einfach eine im Fußball-Alltag gewöhnliche Zwangpause, sondern eine wahre Hiobsbotschaft: Denn im Kampf um einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld gegen Anatoli Timoschtschuk muss er dem Ukrainer jetzt kampflos das Feld überlassen.
Dabei hatte Trainer Louis van Gaal den Elf-Millionen-Neuzugang von Zenit St. Petersburg vor dem Saisonstart in die Herausforderer-Rolle gesteckt: "Er ist einer von 25 Spielern. Es muss sich erst zeigen, auf welcher Position er am besten ist. Bis jetzt habe ich noch keine für ihn gefunden", sagte van Gaal vor dem Hoffenheim-Spiel. Hier ließ er Timoschtschuk dann bis zur 80. Minute auf der Bank. Dann durfte der Mittelfeldspieleler für den angeschlagenen van Bommel rein.
Ob der Verletzung des Niederländers kam sich Timoschtschuk in den kommenden Partien nun für einen Stammplatz empfehlen - und damit seinem Anspruch gerecht werden. Denn der 30-jährige ukrainische Volskheld ist im Sommer seiner Karriere nicht nach München gekommen, um als Bankdrücker sein Geld zu verdienen.
Trotzdem hatte er seine Nicht-Nominierung für die erste Elf vor der Partie relativ klaglos hingenommen. Er sei zwar "erstaunt und verblüfft", so Timoschtschuk in der "tz", Kritik am Trainer übte er aber nicht. "Vielleicht haben einige Angst vor der Rivalität, ich definitiv nicht."
Und weiter: "Angst macht die Menschen schwächer und sorgt für Fehler. Ich arbeite ehrlich im Training und während der Spiele. Ich bin jetzt noch motivierter und arbeite verantwortungsvoll und voller Einsatz auf jeder Position", nahm er die Degradierung relativ gelassen hin. Vielleicht wohlwissend, dass seine Stunde irgendwann schlagen wird.
Van Bommels Rammstoß gegen Vorsah - wir zeigen Ihnen die Bilder!
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