Heynckes, Daum und Stevens

Das waren die spektakulärsten Trainer-Comebacks

Spektakuläre Trainer-Comebacks in Deutschland FOTO: ap, TH BJ AMB

Düsseldorf. Jupp Heynckes steht offenbar vor seinem dritten Comeback als Bayern-Coach. In der Bundesliga-Historie kehrten bereits einige Trainer zu ehemaligen Vereinen zurück – manche von ihnen sogar bei mehreren Klubs. Nicht immer verlief die Rückkehr erfolgreich.

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Noch ist es nicht offiziell, aber es scheint beschlossene Sache zu sein: Sollte der FC Bayern München Jupp Heynckes tatsächlich noch einmal an die Säbener Straße zurückholen, wäre es bereits die dritte Rückkehr des gebürtigen Mönchengladbachs zum Rekordmeister. Schon 2009 (damals als Interimstrainer) und 2011 hatten ihn die Bayern nach seiner ersten Amtszeit (1987 bis 1991) verpflichtet. Seine dritte Amtszeit beendete der 72-Jährige 2013 mit dem Triple-Gewinn aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions-League-Titel. Die Verbindung Heynckes und München ist somit quasi das Paradebeispiel dafür, dass Trainer-Rückhol-Aktionen von Erfolg gekrönt sein können.

Derselbe Heynckes indes ist auch ein Beispiel für Bundesliga-Trainer, die gleich bei mehreren Vereinen ein Comeback feierten. So kehrte er nicht nur zu den Bayern, sondern zwischenzeitlich auch nach Mönchengladbach zurück. Nach seiner ersten Amtszeit 1979 bis 1987 verpflichtete ihn die Borussia im Sommer 2006 noch einmal. Am 31. Januar 2007 trat Heynckes jedoch wegen Erfolglosigkeit zurück – die Rückkehr an den Niederrhein war weitaus weniger geglückt, als das spätere, zweite Comeback in München.

Wie Heynckes in München und Mönchengladbach taten es unter anderem auch Armin Veh und Huub Stevens, die ebenfalls bei gleich zwei Bundesliga-Klubs mehrfach als Chefcoach arbeiteten. Veh war zweimal in Stuttgart (2006 bis 2008 und 2014) und zweimal bei Eintracht Frankfurt (2011 bis 2014 und 2015 bis 2016) verantwortlich. Stevens stand sowohl bei Schalke 04 (1996 bis 2002 und 2011 bis 2012), als auch beim VfB Stuttgart mehrfach unter Vertraf. 2014 rettete er die Schwaben vor dem Abstieg und verließ den VfB am Ende der Saison, um im November desselben Jahres erneut als Feuerwehrmann von seinem Vorgänger zu übernehmen – einem gewissen Armin Veh.

In die Rubrik "spektakulär" fällt mit Sicherheit auch die Rückkehr von Christoph Daum zum 1. FC Köln. Daum hatte die Kölner schon von 1986 bis 1990 trainiert und wurde im November 2006 erneut an den Rhein geholt. Besonders prekär war dieses Comeback, da es Daums erste Trainerstation in Deutschland war, nachdem er 2001 bei Bayer Leverkusen im Zuge der Kokain-Affäre entlassen worden war. Das erste öffentliche Training mit Daum fand im Stadion statt. "Mir haben Leute ihre Kinder hingehalten, so als ob ich die segnen sollte" erinnerte sich Daum. Obwohl er 2008 mit den Kölnern in die Bundesliga aufstieg, verließ er den Verein rund ein Jahr später. Sein nächster Klub war Fenerbahce Istanbul – dort war er bereits 2003 bis 2006 Trainer gewesen.

Den größten Erfolg im Verhältnis zur Arbeitszeit dürfte Rückkehrer Franz Beckenbauer gehabt haben. Vom 28. April bis zum 15. Mai 1996 übernahm er zum zweiten Mal nach 1994 den FC Bayern München als Trainer – und wurde als Interims-Coach deutscher Meister. In diese 18 Tage fiel denn auch der bislang einzige Uefa-Cup-Sieg der Bayern.

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