Bundesliga-Check – Teil 9: Kaiserslautern setzt auf die Defensive
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.08.2010 - 09:36Düsseldorf/Kaiserslautern (RP). Am Samstag meldet sich der 1. FC Kaiserslautern auf der großen Bühne zurück. 50.000 Fans werden auf den Betzenberg kommen, um die Saisoneröffnung des Bundesliga-Aufsteigers gebührend zu feiern. Und in einem Testspiel gegen den französischen Erstligisten AJ Auxerre wird das Team von Trainer Marco Kurz natürlich versuchen, seinem treuen Publikum die Erstliga-Tauglichkeit nachzuweisen.
Es wird Zeit, denn vier Jahre war der Verein von Fritz Walter in der Zweiten Liga verschwunden. Vier Jahre litt der Anhang der Pfälzer an massiver Entwöhnung. Damit das nicht so schnell wieder geschieht, hat der Neuling seinen Kader einer Rundumerneuerung unterzogen.
14 Spieler kamen, allerdings verlor der Klub auch zwei ganz wichtige Kräfte. Sidney Sam (Bayer Leverkusen) und Erik Jendrisek (Schalke 04) zog es zu deutlich größeren Hausnummern. Trainer Kurz hat die Aufgabe, den fußballerischen Substanz-Verlust durch taktisch gutes Verhalten der Mannschaft auszugleichen. Es darf sich deshalb niemand wundern, wenn der 1. FC Kaiserslauten sein Heil in einer äußerst dosierten Offensive, anders ausgedrückt: in massierter Abwehrarbeit suchen wird.
Das war bereits in den Testspielen zu erkennen, und es setzt einen Trend aus der Aufstiegs-Saison fort. In 34 Zweitligaspielen ließen die "Roten Teufel" gerade mal 28 Gegentore zu. Das gibt dem Team Hoffnung für die Erste Liga. Die eigentlichen Abwehrspezialisten Florian Dick, Martin Amedick, Rodnei und Alexander Bugera machten in Zusammenarbeit mit dem defensiven Mittelfeldmann Jiri Bilek auch in der Vorbereitung auf die Meisterschaft den besten Eindruck.
In vorderer Linie setzt Kurz auf die Treffsicherheit und die Abgeklärtheit seines Stürmers Srdjan Lakic. Der Kroate scheint als Arbeitskraft Nummer eins im Angriff gesetzt zu sein. An seiner Seite könnte zumindest zunächst der Bulgare Iljan Micanski stehen. Er hat in den Freundschaftsspielen in schöner Regelmäßigkeit getroffen. Und er vernachlässigte die defensiven Aufgaben auch nicht. Das gefällt seinem Trainer am besten.
Zugänge: Erwin Hoffer (SSC Neapel), Stiven Rivic (Energie Cottbus), Jan Moravek (FC Schalke 04), Jan Simunek (VfL Wolfsburg), Leon Jessen (FC Midtjylland), Ilijan Micanski (Zaglebie Lubin), Ivo Ilicevic (VfL Bochum), Alan Stulin (1. FC Kaiserslautern II), Anel Dzaka (TuS Koblenz), Christian Tiffert (MSV Duisburg), Oliver Kirch (Arminia Bielefeld), Chadli Amri (1. FSV Mainz 05), Rodnei (Hertha BSC), Thanos Petsos (Bayer Leverkusen)
Abgänge: Dragan Paljic (Wisla Krakau), Georges Mandjeck (Stade Rennes), Alper Akcam (Gaziantepspor), Daniel Pavlovic (Grasshopper-Club Zürich), Christoph Buchner (1. FC Saarbrücken), Luis Robles (vereinslos), Fabian Müller (Erzgebirge Aue), Sidney Sam (Bayer Leverkusen), Sascha Kotysch (vereinslos), Mario Klinger (Rot-Weiß Oberhausen), Moussa Ouattara (vereinslos), Markus Steinhöfer (Eintracht Frankfurt), Erik Jendrisek (FC Schalke 04)
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