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DFL zieht viele Möglichkeiten in Erwägung: Kein Artenschutz mehr für die Sportschau

zuletzt aktualisiert: 20.09.2011 - 17:46

Frankfurt/Main (RPO). Die "Sportschau" der ARD mit der Zusammenfassung der Fußball-Bundesliga am Samstag muss weiter um ihren Bestand fürchten. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will bei der nächsten Vergabe der Bundesliga-Fernsehrechte eine größere Konkurrenzsituation schaffen. Dies ist ein Ergebnis der Mitgliederversammlung am Dienstag in Frankfurt am Main. "Die Sportschau soll sich dem Wettbewerb stellen", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung.

Bis Ende der laufenden Saison im Mai 2012 rechnet die DFL mit dem Abschluss der neuen TV-Verträge, die allerdings erst in der Saison 2013/14 in Kraft treten. Der laufende Vertrag mit den TV-Rechtenehmern gilt seit 2009 und besitzt eine Laufzeit von vier Jahren. Bis Ende September beabsichtigt die DFL, gegenüber dem Kartellamt in Bonn eine sogenannte "konkrete Verpflichtungszusage für die Ausschreibung" abzugeben. Die Ausschreibung für die Interessenten an den Fernsehrechten soll offenbar bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die DFL beabsichtigt wieder, den TV-Sendern und Internetanbietern sehr differenzierte Pakete zu offerieren.

Seifert erklärte, dass es nicht das Ziel sei, die Zusammenfassung der Höhepunkte der Bundesligaspiele am Samstag abzuschaffen. Allerdings wird es wohl kein Bestandsschutz für die Highlight-Zusammenfassung im Free-TV vor 20.00 Uhr mehr geben. Das Ziel der DFL durch eine höhere Konkurrenzsituation dürfte es sein, die Einnahmen aus dem Verkauf der TV-Rechte zu erhöhen.

Neue 50+1-Regel nicht für "Würstchenbuden"

Um die Konsequenzen aus dem Urteil des Unabhängigen Schiedsgerichts bei der "50+1-Regel" aufzuarbeiten, wird die DFL zunächst eine interne Kommission bilden, die dem Ligavorstand eine Regelung vorschlagen wird. Das Schiedsgericht hatte nach einem Vorstoß des Hannoveraner Präsidenten Martin Kind kürzlich entschieden, dass die seit mehr als 20 Jahren in einem Verein engagierten Investoren mehr Einfluss als bisher bekommen dürfen. Die neue Regelung soll laut Ligapräsident Reinhard Rauball aber "nicht für jede Würstchenbude gelten, die in den vergangenen 20 Jahren einen Klub unterstützt hat".

Die Gesetzesänderung in Schleswig-Holstein, wo vorige Woche ein neues, liberales Glücksspielgesetz verabschiedet wurde, bezeichnete die DFL als "Schritt in die richtige Richtung". Es sei aber ein "Armutszeugnis", dass die anderen Bundesländer in ihren von der EU geforderten Bemühungen um einen neuen Glücksspielstaatsvertrag nicht voran kämen. Seifert erklärte, der Status quo sei unbefriedigend und bezeichnete das stockende Verfahren als ein "peinliches Possenspiel".

Auf der einen Seite werde über eine Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen diskutiert, auf der anderen Seite mache die Politik ihre Hausaufgaben nicht, sagte Seifert. Die DFL fordert eine kontrollierte Öffnung des Wettmarktes und verspricht sich davon Einnahmen von 100 bis 300 Millionen Euro pro Jahr.

Quelle: DAPD/jaso

 
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